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"Fernlichtassistent" erkennt vorausfahrende und entgegenkommende Fahrzeuge
BMW: Automatische Fernlichtschaltung ab Herbst erhältlich
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| Neu ab Herbst: | BMW |
| "Fernlichtassistent" bei BMW | |
Das permanente Ein- und Ausschalten des Fernlichts, so folgert der Autobauer, sei ähnlich wie bei den Scheibenwischern eine "lästige und repetitive Tätigkeit". Die Idee, das Potential des Fernlichts mit Hilfe intelligenter Technik weiter auszuschöpfen und den Fahrer gleichzeitig zu entlasten, habe also nahe gelegen.
Diese Technik besteht aus einem Sensor an der der Vorderseite des Innenspiegels, konkret aus einer Kamera, die ihre Bilder an eine Blackbox zur Auswertung weiterleitet. Die Elektronik aktiviert dann das Fernlicht, wann immer es möglich ist. Kommt ein Fahrzeug oder auch nur ein Motorrad entgegen oder sind vor dem Auto rote Rücklichter erkennbar, wird abgeblendet - ebenso wie bei niedrigen Geschwindigkeiten und in beleuchteten Ortschaften.
Das System analysiert Helligkeit und Lichtfarbe der Lichtquelle, um ein "annähernd menschliches Fernlichtschaltverhalten" nachzuahmen. Es ist so ausgelegt, dass Verkehrsteilnehmer im Bereich bis ca. 1.000 Meter erkannt werden. Aktiviert wird die Technik über den Lichtschalter in Position "Automatik" und das Antippen des Blinkerhebels nach hinten. Eine Kontrollleuchte weist dann auf den eingeschalteten Fernlichtassistent (FLA) hin.
Während des aktiven FLA kann jederzeit auf Dauer-Fernlicht oder Dauer-Abblendlicht geschaltet werden. Auch die Funktion der Lichthupe bleibt bestehen - und den andernorts zu lesenden süffisanten Hinweis, dass dies für BMW-Fahrer besonders wichtig sei, ersparen wir uns ausdrücklich: Das ist nicht nur ein gähnend langweiliges Klischee, sondern auch inhaltlich unzutreffend: Auf der Autobahn kann sowieso höchst selten mit Fernlicht gefahren werden, und auf anderen Straßen trifft das Klischee erst recht nicht zu, einmal abgesehen davon, dass die Lichthupe außerorts zur Ankündigung von Überholvorgängen ausdrücklich erlaubt ist, was kaum jemand weiß.
BMW betont, das vom amerikanischen Zulieferer Gentex Corporation stammende System sei lediglich als Unterstützung des Fahrers gedacht. Bei Nebel etwa könne der FLA nicht korrekt funktionieren, auch würden schlecht beleuchtete Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer, Fußgänger oder Reiter nicht zuverlässig erkannt.
Der FLA wird von BMW als erster europäischer Hersteller ab September für Modelle der 5er-, 6er- und 7er-Reihe als Sonderausstattung angeboten. Der Preis für das möglicherweise als "High-Beam Assist" vermarktete System ist vergleichsweise günstig: 130 Euro.












