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Montag, 17. August 2026
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archivmeldung Lesezeit ~ 7 Minuten

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Neue Details zum neuen Opel Astra

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Opel Astra
© Adam Opel AG
Die dritte Astra-Generation feiert, wie ausführlich berichtet, auf der IAA in Frankfurt ihre Weltpremiere. Anders als der große Konkurrent aus Wolfsburg kommt der neue Rüsselsheimer Kompakte jedoch erst im Frühjahr 2004 zu den Händlern. Nun hat Opel weitere Details bekannt gegeben.

Besonderes Augenmerk galt bei der Neuauflage dem Design - weg vom langweiligen, teilweise primitiv anmutenden Vorgänger hin zu einer ernstzunehmenden Formensprache, mehr Dynamik und besseren Detaillösungen. Der mittige Knick in der Motorhaube, die sogenannte Bügelfalte - ein Hauptgestaltungselement, das sich auch am Heck und im Interieur wiederfindet - und auch die prägnanten Chromleisten an Front, Seite und Heck stehen für die neue Opel-Optik, wie man sie jedenfalls teilweise auch schon vom Vectra oder Meriva kennt. Zwei Kennzeichenleuchten, die Bügeltürgriffe oder der zentrale dreieckige Warnblinkschalter sind Beispiele für deutlich mehr Liebe zum Detail als bisher. "Wir wollen wieder eine führende Rolle im Design auf dem europäischen Markt einnehmen, so erfolgreich und Stil bildend, wie Opel es beim Automobil-Styling in den 70er Jahren schon einmal war", sagt Design-Direktor Martin Smith. Mit dem neuen Design werde man wieder die markantesten, dynamischsten und expressivsten Fahrzeuge in jedem Segment auf den Markt bringen, heißt es selbstbewusst in Rüsselsheim.

Die 250 Mitarbeiter im Design-Zentrum der GM-Tochter setzen, was die Dynamik betrifft, insbesondere auf ein nach hinten abfallendes Dach und eine vergleichsweise geringe Fahrzeughöhe. Mit Einbußen an Platz für die Passagiere ist das allerdings nicht verbunden. Im Gegenteil: Trotz seiner dynamischen Außenlinie legt der neue Astra gegenüber seinem Vorgänger beim Schulterraum vorne 30, bei der Kopffreiheit hinten 55 und bei der Beinfreiheit in der zweiten Reihe 17 Millimeter zu. Der Kofferraum fasst 350 Liter und liegt damit praktisch gleichauf mit dem neuen Golf (347 Liter).

Erstmals gewähren die Rüsselsheimer nun auch einen Blick ins Astra-Interieur: Wie außen dominieren auch hier gespannte Flächen und, wie erwähnt, die Bügelfalte, die sich auf der gesamten Mittelkonsole wiederfindet. Darin sitzt weit oben der 6,5 Zoll große Bildschirm - das ist deutlich mehr als bisher, allerdings auch etwas weniger als derjenige von VW, den es aber nur in Kombination mit dem Navigationssystem geben wird. Die Instrumente sitzen unter einer großen Hutze - rechts der Tacho, links der Drehzahlmesser und oben mittig die Tankanzeige. Ein konventionelles Kühlwasserthermometer gibt es den ersten Bildern nach zu urteilen leider nicht mehr.

Insgesamt wird das Cockpit durch Form der Instrumentierung und die verwendeten Materialien - endlich gibt es ein aufgeschäumtes Cockpit - deutlich hochwertiger als bisher, aber Details wie die vor der Handbremse endende Mittelkonsole oder der billig anmutende Scheibenwischerhebel zeigen hier noch immer einen kleinen Abstand zum Golf. Die Lüftungsgitter im Astra lassen sich auch optisch komplett verschließen, wie man es etwa von VW Passat oder Bora bereits kennt.

Doch auch technisch hat Opel sein Kompaktmodell deutlich hochgezüchtet. Zwar verzichten die Rüsselsheimer auf eine Mehrlenker-Hinterachse, wie sie etwa im Ford Focus und auch im neuen Golf zum Einsatz kommt, dafür gibt es - wenn auch nur gegen Aufpreis - ein "interaktives" adaptives Fahrwerk. Das sogenannte "IDS Plus"-System mit der elektronischen Dämpferregelung CDC (Continous Damping Control) kennt man so oder ähnlich bisher nur aus höheren Fahrzeugklassen. Basis für die Vernetzung ist eine neue Elektronik-Architektur mit drei CAN-BUS-Systemen. Dank CDC reagieren die Stoßdämpfer in Echtzeit auf Veränderungen der Straße oder der Fahrweise und stellen sich so auf die herrschenden Bedingungen ein. Zusätzlich hat der Astra-Fahrer die Möglichkeit, per Knopfdruck vom Cockpit aus ein Sport-Setup zu wählen, das nicht nur die Stoßdämpferabstimmung regelt, sondern auch das Ansprechverhalten des Gaspedals und die Charakteristik der elektrohydraulischen Lenkung. In Verbindung mit Automatikgetriebe oder der Easytronic werden zudem die Schaltpunkte im Sinne einer sportlichen Fahrweise gesteuert. IDS Plus ist ferner an ABS und ESP gekoppelt, so dass das Fahrverhalten auch beim Bremsen auf unebener Fahrbahn oder im Grenzbereich - zunächst werden die Stoßdämpfer in Richtung "hart" verstellt, erst dann greift ESP per Bremseingriff ein - profitieren soll.

Apropos ESP: Dieses ist abschaltbar. Im übrigen ist es zusammen mit dem ABS um einige Funktionen erweitert worden, die für Komfort und Sicherheit sorgen sollen. Dazu gehören UCL, HSA, TSP und DDS - Opel hat inzwischen großen Gefallen an "wichtig" klingenden Drei-Buchstaben-Abkürzungen gefunden. Die nachfolgende Übersicht erklärt die Systeme:

Wer den Reifendruck genauer als mit DDS im Auge behalten will, kann zum aufwändigeren Reifendruck-Kontrollsystem TPMS (Tire Pressure Monitoring System) greifen, das auch die DDS-Funktion mit integriert. TPMS erkennt Abweichungen vom korrekten Reifendruck mit einer Genauigkeit von bis zu 0,1 bar mittels eines speziellen Sensors in jedem Reifen. Die Signale werden an einen zentralen Empfänger im Fahrgastraum gesendet, die Druckanzeige erfolgt im TPMS-Display im Cockpit. Falls der Fülldruck eines Reifens unter einen vorgegebenen Wert sinkt, wird eine Warnung an den Fahrer gegeben. Da das DDS-System keine speziellen Reifensensoren benötigt, ergänzt es das TPMS, falls zum Beispiel Winterreifen ohne Sensoren aufgezogen werden.

Dazu gibt es, ebenfalls gegen Aufpreis, dynamisches Bi-Xenon-Kurvenlicht, das bis zu 15 Grad in die Biegung hineinleuchtet. Eine weitere Funktion ist die automatische Leuchtweitenerhöhung des Fernlichts bei Autobahngeschwindigkeiten, ferner gibt es einen Lichtsensor.

Premiere feiern im Astra auch eine gänzlich neue Generation von Radios und Infotainment-Systemen im Doppel-DIN-Format. Die neue Lenkradfernbedienung mit vier Tasten sowie Dreh-Druck-Rädern ähnlich wie bei einer Computer-Maus oder einigen Handy-Modellen soll eine sichere und einfache Bedienung gewährleisten. Das breite Angebot umfasst hochwertige Audio-Kombinationen mit MP3-Funktionalität bis hin zu High-End-Geräten mit Digitalem Sound Prozessor, digitalem Radio in CD-Qualität (DAB, Digital Audio Broadcast) und 6fach-CD-Wechsler in der Frontblende. Einheiten mit Navigationssystem, Farbmonitor sowie integriertem Telefon mit Sprachsteuerung sind ebenfalls erhältlich. Erstmals gibt es in diesem Fahrzeugsegment zudem ein Twin Audio-System für separaten Musikgenuss auf den Rücksitzen.

Neu gestaltet ist außerdem der Fahrzeugschlüssel mit Funkfernbedienung; für Herbst 2004 ist zusätzlich ein Transpondersystem "Open & Start" angekündigt, bei dem der Astra seinen Besitzer selbstständig erkennt und Türen sowie Gepäckraum entriegelt. Gestartet wird dann über einen Starterknopf in der Mittelkonsole.

Für Laternenparker interessant ist das sog. "Quickheat"-System, das das lästige Wiederbeschlagen freigekratzter Scheiben im Winter unterbinden und die Erwärmung des Innenraums beschleunigen soll. Dahinter steckt ein elektrischer Zuheizer, Details dazu wollte Opel noch nicht verraten. Eine konventionelle Frontscheibenheizung à la Ford ist es aber nicht.

In punkto passiver Sicherheit gibt es sechs Airbags; die neuen Seitenairbags schützen nicht nur wie bisher den Brustbereich von Fahrer und Beifahrer, sondern polstern bei einem Seitenaufprall auch gezielt die Beckenregion ab. Hierzu verfügen die beiden Luftkissen mit jeweils insgesamt 15 Liter Füllvolumen über zwei Kammern mit unterschiedlichem Druck. Vorne werden aktive Kopfstützen und im Hinblick auf zusätzliche Punkte beim EuroNCAP-Crashtest auch akustische Gurtwarner verbaut. ISOFIX-Befestigungspunkte für Kindersitze gibt es am Beifahrersitz (mit Transponder-Erkennung) und seitlich im Fond.

Noch ein Blick auf die Motoren-Angebot: Es umfasst insgesamt fünf Benzin- sowie drei Dieselmotoren der ECOTEC-Reihe und deckt ein Leistungsspektrum von 90 bis 200 PS (Benziner) sowie 80 bis 150 PS (Diesel) ab. Alle Triebwerke sind Vierzylinder-Vierventiler und erfüllen die Euro 4-Abgasnorm; Fünf- oder Sechszylinder sind nach jetzigem Kenntnisstand leider nicht vorgesehen.

Basisantrieb ist das neue 1,4-Liter-TWINPORT-Aggregat mit 90 PS und einem maximalen Drehmoment von 125 Newtonmeter bei 4.000 Nm (zum Vergleich: Golf-Basis mit 75 PS und 126 Nm bei 3.800/min). Der Motor verfügt über das Opel-eigene "TWINPORT"-Konzept, das mit Hilfe einer variablen Einlass-Steuerung und hohen Abgasrückführraten eine Verbrauchsreduzierung von bis zu zehn Prozent im realen Alltagsbetrieb ermöglichen soll.

Ebenfalls über das TWINPORT-Ansaugsystem verfügt der 1,6-Liter-Motor, der im neuen Astra 105 PS und 150 Newtonmeter leisten wird. Erstmals steht das Aggregat auch in Kombination mit dem automatisierten Fünfgang-Schaltgetriebe Easytronic zur Verfügung, das jetzt zusätzlich über ein spezielles Sport-Programm verfügt. Optional kann die Gangwahl hier auch über Tipptasten am Lenkrad erfolgen.

Darüber rangiert das bekannte 1,8-Liter-Triebwerk mit einer Leistung von 125 PS und 170 Nm maximalem Drehmoment. Auf Wunsch ist diese mittlere Motorisierung - und nur diese - auch mit einer allerdings nur vierstufigen Automatik erhältlich.

Mehr Dampf versprechen die beiden Zweiliter-Turbomotoren, die auf dem Aggregat aus den aktuellen OPC-Versionen von Astra und Zafira basieren. Sie leisten 170 und 200 PS. Das Spitzenmodell soll damit nach vorläufigen Werten in rund acht Sekunden die 100 km/h-Marke und eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h erreichen. Beide Turbos werden mit dem neuen Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert, wobei die kleinere Variante über einen Drehzahl schonenden sechsten Gang verfügt, während die Version mit 200 PS sportlich-eng gestufte Übersetzungen bietet.

Bei den Dieseln erreicht die Basismaschine aus 1,7 Litern Hubraum 80 PS; sie wird auch in einer auf 100 PS gesteigerten Version zu haben sein. Mehr Spaß bietet der völlig neu entwickelte 1,9 Liter-Motor, der 150 PS leisten wird - 13 bzw. zehn PS mehr als der neue VW-/Audi-TDI. Serienmäßig gekoppelt mit dem neuen Sechsganggetriebe erreicht der Astra 1.9 CDTI rund 210 km/h Spitze und sprintet in deutlich unter zehn Sekunden von null auf 100 km/h.
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