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Samstag, 24. Februar 2024
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Kleiner Van mit neuem Türkonzept kommt im Sommer

Opel Meriva II: Erste Infos, erste Bilder

Opel Meriva II: Erste Infos, erste Bilder
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Opel Meriva B
Opel
"Frisches Denken für bessere Autos": Diesem längst aussortierten Slogan kommt die erste Auto-Neuheit des Jahres so nahe wie kein Modell des Herstellers zuvor: Die zweite Generation des Opel Meriva setzt auf ein neues Türkonzept mit hinten angeschlagenen Fondtüren. Zudem wird der kleine Van größer, ansehnlicher, hochwertiger – aber kaum teurer. Noch im Spätherbst 2009 spekulierten bekannte deutsche Auto-Medien darüber, der neue Opel Meriva verfüge möglicherweise über ein neues Türkonzept mit gegenläufig öffnenden Türen. Das war natürlich nicht mehr als ein bewusst leserverdummendes Verwirrspiel mit dem Ziel einer Auflagen- bzw. Klickerhöhung, steht doch schon seit Anfang 2008 ganz offiziell fest, dass der kleine Van in dieser Hinsicht neue Wege beschreiten wird.

Opel geht diese neuen Wege nicht nur im Grundsatz, weil eben die hinteren Türen andersherum als gewohnt öffnen, sondern auch im Detail, weil die Lösung im Gegensatz etwa zum Mini Clubman oder Mazda RX-8 nicht auf eine Überlappung der Türen setzt. Vielmehr haben die Ingenieure in Rüsselsheim an der klassischen B-Säule festgehalten, um einerseits eine hohe Karosseriesteifigkeit und Seitencrashstabilität zu gewährleisten und andererseits das separate und unabhängige Öffnen der Türen zu ermöglichen. Etliche neue, von Opel patentierte Systeme sorgen für eine sichere Verriegelung und damit dafür, dass erst gar nicht der Gedanke an die frühere Bezeichnung von hinten angeschlagenen Portalen aufkommt: Selbstmördertüren.

Das markentypisch FlexDoor genannte Konzept dient aber nicht nur der Andersartigkeit des Prinzips wegen, sondern soll auch handfeste Vorteile mit sich bringen, insbesondere einen bequemeren Einstieg für Fondpassagiere. Besonders bemerkbar machen dürfte sich dies speziell für Eltern, die ihren Nachwuchs in einen Kindersitz setzen müssen oder eine Babyschale dort einrasten. Nicht zuletzt der große Türöffnungswinkel von 84 Grad, der auch vorne gilt, unterstützt diese neue Bequemlichkeit.

Opel verspricht außerdem eine "Sicherheitszone", werden die vordere und hintere Tür zusammen geöffnet. Dadurch könnten Kind und Elternteil aussteigen, ohne durch eine Tür getrennt zu sein, wodurch das Risiko sinke, dass ein Kind in den fließenden Verkehr laufe. Ob dies mehr eine Idee des Produktmarketings oder tatsächlich ein fühlbarer Fortschritt ist, muss ein Praxistest zeigen.

Dass Opel das Alleinstellungsmerkmal in der Klasse auch optisch betont, liegt auf der Hand: Ein Schwung der Fensterlinie unterstreicht zusammen mit den farblich abgesetzten Türgriffen das neue Konzept. Im übrigen folgt der Meriva II der aktuellen Designlinie des Hauses, also den Vorgaben von Insignia und Astra. Dazu gehört die sichelförmige Sicke in der Seitenflanke, die weit hochgezogene Frontschürze, die geteilten Rückleuchten und der Einsatz zwischen Nummernschild und Heckscheibe. Insgesamt wirkt die Neuauflage mehr wie ein Corsa-Ableger und sehr viel eleganter als der etwas strenge und viel kantigere, aber auch zeitlose Vorgänger mit seinem deutlich ausgeprägten Van-Design.

Einen Blick in den Innenraum mag Opel noch nicht gewähren. Angekündigt sind ein bis in die Türfüllungen umlaufender Armaturenträger, hochwertigere Materialien und mehr Auswahl in punkto Bezugsstoffen, Farben und Applikationen. Außerdem gibt es eine neue Sitzgeneration mit AGR-Gütesiegel (Aktion gesunder Rücken) und besonders großzügigem Verstellbereich. Dass Flex(ibilität) ernst gemeint wird, zeigen weitere Details. So besteht das völlig neue FlexRail-System für die Mittelkonsole aus auswechselbaren Modulen, die sich auf Aluminium-Schienen verschieben lassen. Jeder Nutzer kann sich so zusätzlichen Stauraum nach eigenen Vorstellungen schaffen. Der pfiffige, integrierte Fahrrad-Heckträger FlexFix ist auch für den Meriva verfügbar.

Das Innenraumkonzept FlexSpace wurde aus dem Vorgänger übernommen, soll aber in punkto Bedienkomfort, etwa beim Umlegen der Rücksitzlehnen, optimiert sein. Der Meriva bietet dabei wie bisher fünf Sitzplätze, der Part des Siebensitzers bleibt dem Zafira vorbehalten.

Motorseitig setzt Opel auf die bekannten Triebwerke aus dem Corsa- respektive Astra-Programm, die im Meriva eine Bandbreite von 75 bis 140 PS abdecken sollen. Eine besonders verbrauchsgünstige ecoFLEX-Version wird darunter sein, jedenfalls zunächst aber kein OPC-Modell. Genaue Daten liegen noch nicht vor, dies gilt ebenso für die gewachsenen Maße von Karosserie, Radstand und Spurweite.

Erstmals in natura zu sehen sein wird der neue Opel Meriva Anfang März auf dem Genfer Salon. Der Verkaufsstart des weiterhin in Spanien gebauten Modells ist auf Frühsommer terminiert, und weil die Preise ungefähr auf dem Vorgänger-Niveau verharren sollen, ist es kein Hexenwerk, dem Auto noch mehr Erfolg als bisher vorauszusagen. Man kann es Opel gönnen, zumal der Meriva dem längst aussortierten Slogan "Frisches Denken für bessere Autos" so nahe kommt wie kein Modell zuvor.
text  Hanno S. Ritter
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