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»ConceptFASCINATION« stimmt auf neue E-Klasse-Front ein
Mercedes: Shooting-Brake-Showcar für Paris
Nun also Mercedes. Entstanden ist ein stattliches wirkendes Auto mit ungewohnten Proportionen. Kennzeichen sind das lange seitliche Fensterband, das mit rahmenlosen und komplett versenkbaren Scheiben ohne optische Unterbrechung durch eine B-Säule von vorn bis hinten einen geschlossenen Bogen zieht. Ebenfalls von vorne bis hinten spannt sich eine mittige Pfeilung, ein Stilmittel, das man in Ansätzen schon vom Kühlergrill der aktuellen E-Klasse kennt, aber auch - vor allem mit Opel assoziiert werden dürfte.
Kraftvoll modelliert sind die Radhäuser. Vor allem die hinteren Kotflügel setzen auf einen auffälligen "Hüftschwung" und zitieren damit ein klassisches Design-Element von Mercedes aus früheren Zeiten. Die Türöffner - Knopfdruck genügt - reichen optisch über die Türen nach hinten in die Flanken.
Die Front ist ebenso markant wie selbstbewusst geraten. Es bleibt bei einem "Vier-Augen-Gesicht", das jetzt aber nicht mehr mit ovalen, sondern mit eckigeren Scheinwerfern umgesetzt wird. Dieser ähnlich von Lexus bekannte Look, das ist schon lange klar, wird in nur leicht abgewandelter Form auch die Serienversion der neuen E-Klasse prägen. Ob diese auch ausschließlich den "großen" Kühlergrill mit zentralem Stern tragen wird, bleibt abzuwarten - eine solche Entscheidung würde wohl die Mehrheit der Kunden goutieren, andererseits aber auch ein jahrzehntelang bewährtes Markendesign endgültig aufgeben.
In den Scheinwerfern der Studie steckt LED-Technik, die aber noch nicht serienreif ist. Überhaupt hat sich Mercedes hier - im Gegensatz zu den Serienautos - überdurchschnittlich aufwändig um die Lichttechnik gekümmert: Eine feine Chromzierleiste umfasst im unteren Bereich das gesamte Fahrzeug; vorn sind darin Nebelleuchten in LED-Technik eingelassen. Auch die Rückleuchten setzen auf Leuchtdioden, wie dies demnächst auch in der S-Klasse eingeführt wird.
Auch im Innenraum durften sich die Designer ohne Rücksicht auf ein Lastenheft ausleben. Davon zeugen unter anderem der opulente Umgang mit schwerem, dunklen Sattelleder auf Mittelkonsole, der ebenfalls mittig gepfeilten Instrumententafel und den Armauflagen in den Türen, das einen Kontrast mit dem übrigen, hellen Leder bildet. Dazu kommt viel Aluminium, Zierleisten aus amerikanischem Nussbaum und ein hochfloriger Teppich. Bestuhlt ist das Auto natürlich mit vier Einzelsitzen; ein großes Glasdach sorgt für eine helle Atmosphäre.
Der Kofferraum verfügt über zwei aufklappbare Fächer im hölzernen Boden, in denen Ferngläser und eine Digitalkamera auf ihren Einsatz warten. Die Mitte des Laderaums nimmt ein Hubtisch aus Rauchglas ein, der auf Knopfdruck nach oben aus dem Ladeboden fährt und darunter ein Fach freigibt, in dem ein Humidor untergebracht ist. Außerdem lässt sich der Tisch nach hinten ziehen, damit er bequemer von außen zu erreichen ist. Dann steht auch ein Kühlfach zur Verfügung.
Den Antrieb übernimmt der neue Vierzylinder-Diesel in der vorläufigen Top-Version mit 204 PS, hier mit BlueTEC-Technik für besonders wenig Emissionen. 7,2 Liter Verbrauch sind aber viel, jedenfalls im Vergleich zur genauso motorisierten, gerade erst vorgestellten C-Klasse, die mit zwei Litern weniger auskommt.
Serienchancen? Gleich null. Wenn das Concept seine mögliche Faszination auf dem Pariser Salon versprüht und die allgemeine Einstimmung auf die Front der neuen E-Klasse erledigt hat, verschwindet es in den Katakomben des Autobauers. Mercedes-Fans wissen: Nur Studien, die die Marke als "Vision" bezeichnet, sind echte Vorboten.












