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Freitag, 21. Juni 2024
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Mini Cooper D mit 110 PS und 4,4 Litern Verbrauch / Ab 19.400 Euro

Mini: Neue Basis, neuer Diesel

Siehe Bildunterschrift
Bild anklicken für Großansicht Neu: Mini One und
Mini Cooper D (Bild)
BMW
BMW erweitert die Mini-Modellpalette ab April wie angekündigt um die noch fehlenden Modelle, also den "One" mit abgespecktem Benziner als neue Basis und einen Diesel. Der ist mit mehr Lust als die alte Variante entstanden, auffallend sparsam – und teuer. Mini und Diesel? Was lange Zeit undenkbar war, riskierte BMW Anfang 2003 und implementierte ein bei Toyota zugekauftes 1,4-Liter-Triebwerk mit anfänglich 75 und später 88 PS in das Kultmobil, das als Basisversion "One" angeboten wurde, optisch aber mehr dem Cooper, stellenweise gar dem Cooper S, glich.

Kaufen wollte das kaum jemand - hoher Preis, geringe Leistung und fehlender Rußfilter waren die objektiven, Imagefragen die subjektiven Gründe hierfür. Im zweiten Anlauf soll nun alles besser werden.

Die Toyota-Kooperation ist also passé, der neue Motor stammt im Wesentlichen von PSA (Peugeot Citroën), mit denen die Münchner bekanntlich auch die Benziner entwickelt haben. Das Aggregat verfügt wenigstens über Mini-typische 1,6 Liter Hubraum und eine Leistung von 110 PS. Das Drehmoment beträgt 240 und mittels Overboost-Funktion kurzzeitig auch 260 Newtonmeter bei 1.750 Touren, das sind 50 bzw. 70 mehr als bisher - oder anders gesprochen genauso viel wie beim 175 PS starken Cooper S, der sie überraschenderweise aber sogar noch einen Tick früher bereitstellt (1.600-5.000/min).

Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, Common Rail-Einspritzung der zweiten Generation und ein serienmäßiger Partikelfilter gehören zum Standard und machen schon auf dem Papier klar, dass alten und neuen Motor im Wesentlichen nur ihr Verbrennungskonzept verbindet.

Frühestens 9,9 Sekunden nach dem Ampelstart (bisher mit 88 PS: 11,9 Sekunden) passiert die große Tachonadel im "Center Speedo" damit die 100er-Marke und dreht sich anschließend bei Bedarf weiter bis zur 195-Markierung (bisher: 175 km/h). Imposanter als die Fahrleistungen sind die Verbrauchsangaben: Mit 4,4 (4,8) Litern im Mittel ist der Neue Mini Diesel der sparsamste Mini aller Zeiten - und auch im Wettbewerbsvergleich gut aufgestellt: Ein VW Polo TDI mit 100 PS gönnt sich 5,0 Liter, der entsprechend motorisierte Peugeot 207 HDi 4,8. Die Mini-Reichweite profitiert vom Verbrauchsrückgang allerdings nicht, gibt es doch statt ehemals 50 gerade mal noch 40 Liter Tankinhalt - ein echter Rückschritt.

Zweite Neuheit ist das Basismodell "One", dessen 1,4 Liter-Maschine weitgehend der 1,6er-Variante aus dem Cooper entspricht. Der One leistet 95 PS und erreicht ein maximales Drehmoment von 140 Nm. Das sind 5 PS mehr als bisher - oder 25 weniger als im Cooper. Der Beschleunigungswert liegt bei 10,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit bei 185 km/h. Auch hier überzeugt die Verbrauchsangabe mit 5,7 Litern durchschnittlich, das sind 15 Prozent weniger als beim Vorgängermodell. Auch hier überzeugt der Vergleich mit dem Polo: 6,9 (105 PS) bzw. 6,4 Liter (80 PS) sind die dortigen Vorgaben.

Beide neuen Modelle verfügen serienmäßig über ein manuelles Sechsganggetriebe; der Benziner ist auch mit der sechsstufigen Automatik zu haben.

Noch ein Blick aufs Design - und damit auch aufs Marketing: Der Diesel wird nicht mehr als "One D" verkauft, sondern darf das Cooper-Image transportieren. Zusätzliche Erkennungszeichen sind ein besonders kraftvoller Powerdome auf der Motorhaube, der durch die Motorgröße notwendig ist, sowie ein vergrößerter Kühlergrill mit abgerundeten Konturen und einem besonders fein strukturierten Gitter auf. Hinzu kommt eine auffällige Querstrebe in Wagenfarbe für den unteren Lufteinlass in der Schürze. Der Cooper D ist mit einem elektrischen Zuheizer ausgerüstet und rollt auf 15-Zoll-Alurädern.

15 Zoll ist auch die Rädergröße beim One, hier gibt es serienmäßig aber nur Stahlräder. Im übrigen gibt sich die Basis an stets schwarz lackierten Außenspiegelgehäusen zu erkennen; der Heckklappengriff ist wie das Kühlergrill-Innenleben in schwarzem Plastik statt in Chrom ausgeführt. Der Lufteinlass in der Frontschürze ist ungeteilt und das Dach schließlich nur in Wagenfarbe erhältlich.

Nichts zu kritisieren also? Der Papierform nach zu urteilen vom kleinen Tankinhalt und dem nach wie vor nicht serienmäßigen ESP abgesehen nicht, wenn man die Preisgestaltung bei BMW im Allgemeinen und bei Mini im Speziellen außen vor lässt: Der "One" kostet ab 15.850 Euro, der Diesel gar 19.400 Euro - Klimaanlage und andere Nettigkeiten gehen extra. Premiere beider Varianten ist auf dem Genfer Salon Anfang März, bei den Händlern los geht es am 21. April.
text  Hanno S. Ritter
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