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Corolla-Nachfolger kommt als Drei- und Fünftürer im Frühjahr 2007

Toyota Auris: Das ist die Serienversion

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2007: Toyota Auris
Toyota
Mit über 30 Millionen Exemplaren seit 1966 ist der Toyota Corolla streng genommen das erfolgreichste Auto weltweit. Trotzdem muss der Name nun weichen. Der Nachfolger heißt Auris und zeigt sich jetzt erstmals in der endgültigen Version.
Auris ist wie berichtet der lateinische Name für Gold, und goldene Zeiten verspricht sich natürlich auch Toyota vom jüngsten Spross - schließlich ist das Kompaktsegment in ganz Europa nach wie vor das wichtigste.

Das Modell unterstreiche den Anspruch der Marke, unter dem Gütesiegel "made by Toyota" mit neuen und innovativen Fahrzeugkonzepten "optimistische und intelligente Lösungen für die mobile Zukunft anzubieten", fabuliert der Autobauer in den jetzt verschickten Unterlagen, und hofft, dass der Auris das Image der Marke spürbar nach vorne bringt.

Ob ein Auto optimistisch wirken kann, mag dahingestellt bleiben, und über Gebühr intelligent ist der Auris - natürlich - auch nicht. Toyota meint damit etwa ungewöhnliche Details wie den ebenen Boden im Fond oder den weit oben sitzenden Schalt-/Wählhebel und die steil positionierten Handbremse in der unten offenen Mittelkonsole, die das Raumgefühl verbessern soll - und nebenbei jenen, die die Boulevardpresse mutmaßlich als "Schuhfetischsten" bezeichnen würde, ganz neue Perspektiven zu Fahrer/Beifahrer respektive Fahrerin/Beifahrerin ermöglicht.

Vor allem aber in punkto Design will der Auris auffallen, weswegen es doppelt unverständlich ist, dass der Autobauer bisher nur dunkle, detaillose Bilder freigegeben hat. Gezeichnet wurde die Karosserie im hauseigenen Designzentrum in Südfrankreich. Ihre Formgebung folgt der neueren Toyota-Designsprache unter dem Titel "Vibrant Clarity" - Parallelen etwa zum Yaris sind durchaus nicht zu verkennen und auch nicht zufällig. Im Ergebnis wirkt der Auris merklich moderner, frischer und selbstbewusster als der meist etwas blasse Corolla.

Dabei bleibt der Auris den üblichen Kompaktmaßen treu. Mit 4,22 Meter Länge misst das Auto gerade einmal vier Zentimeter mehr als bisher (VW Golf: 4,20) - nicht viel, wenn man bedenkt, dass moderne Kleinwagen heutzutage gerade mal gut 20 Zentimeter weniger aufbieten. Proportional stärker ist das Höhen- und Breitenwachstum: Der Auris streckt sich vier Zentimeter weiter nach oben (jetzt 1,515 Meter, Golf: 1,48) und sogar fünf in die Breite (beide 1,76 Meter). Obschon der Radstand mit 2,60 Meter unverändert bleibt (Golf: 2,58), steht das Auto auf einer komplett neuen Bodengruppe.

Karosserieseitig stehen zunächst ausschließlich drei- und fünftürige Varianten zur Verfügung. Je zwei Benziner und Dieselmotoren zwischen 97 und 177 PS stehen zur Wahl (siehe Tabelle). Beide Selbstzünder sind serienmäßig mit einem Sechsgang-Getriebe ausgerüstet. Für den Auris 1,6 VVT-i hat Toyota ein neues automatisiertes Schaltgetriebe entwickelt, das sich alternativ zum Automatikmodus auch über Schaltwippen am Lenkrad bedienen lässt.

Erstmals in natura zu sehen ist der Serien-Auris auf der Bologna Motorshow ab 5. Dezember. Der Verkauf in Europa startet im Frühjahr kommenden Jahres. Erst dann wird es auch weitere Daten und Preise geben. Einen vernünftigen Eindruck macht das Auto schon jetzt, und doch ist der Auris nicht so von einem anderen Stern, als dass man verstehen könnte, warum Toyota den Namen Corolla dafür opfert.
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text  Hanno S. Ritter
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