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Donnerstag, 30. Juni 2022,
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Kompakte Baureihe kommt im Herbst mit vier Motoren

Vorstellung: Erste Infos und Bilder zum 1er-BMW

Siehe Bildunterschrift
Bild anklicken für Großansicht Premiere in der Golf-Klasse:
Der 1er-BMW kommt im Herbst
BMW
Die Spannung stieg zuletzt deutlich an. Schon seit Monaten und länger geistert der neue 1er-BMW durch die einschlägigen Magazine, meist mit mehr oder weniger gelungenen und oft nicht als solchen gekennzeichneten Fotomontagen oder Erlkönig-Bildern. Und wer dachte, die Münchner würden das Auto auf dem Genfer Salon präsentieren, der irrte auch. Kürzlich ging nun sogar die 1er-Website online (Autokiste berichtete), doch zu sehen war der kleine BMW dort ebenfalls nicht. - Nun aber ist es soweit: BMW hat die ersten offiziellen Informationen und Bilder freigegeben, auf die BMW-Freunde, aber auch die Konkurrenz lange gewartet haben.

Der 1er markiert den Einstieg von BMW in die Kompaktklasse - jenes Segment, das so hart umkämpft ist wie kein zweites. Platzhirsch ist hier noch immer der Golf, aber stärker bedrängt denn je u.a. durch den neuen Astra, den Peugeot 307 oder ab Herbst die neue Mercedes A-Klasse. Dann, im Herbst, kommt auch der BMW zu den Händlern, und BMW tut natürlich gut daran, das Konzept etwas anders umzusetzen als die Mitbewerber.

Der Hauptunterschied des 1er liegt im Heckantrieb - in dieser Klasse völlig unüblich und selbst von Mercedes nicht umgesetzt. Beide Konzepte haben ihre Vor- und Nachteile, aber BMW besinnt sich hier zu Recht auf jenes Package, das man am besten beherrscht: Motor vorne, Antrieb hinten, so wie es immer war. Vorteile ergeben sich insbesondere in punkto Traktion und in der Freiheit von Antriebseinflüssen in der Lenkung - auch bei hoher Motorisierung, Nässe, engen Kurven oder starker Zuladung. Außerdem können so wirtschaftlich sinnvoll Teile des 3er übernommen werden. Zusammen mit der dadurch leichter erreichbaren ausgewogenen Gewichtsverteilung soll der 1er denn auch dem Markenimage seiner Erbauer alle Ehre machen: Freude am Fahren - oder kurz "Prinzip Freude", wie der Slogan zum Auto.

Auch im Design geht BMW eigene Wege. Der 1er widersetzt sich ausdrücklich dem Trend zu immer höheren Autos, und auch überdurchschnittliche Innenraum-Flexibilität ist bewusst seine Sache nicht. So praktisch das ein oder andere Van-Konzept für manche auch sein mag - nicht jeder will Sitze um- oder ausbauen können, und viele brauchen es auch nicht, da weder Hund noch Kinder noch Surfboard vorhanden sind. BMW hat sich also mehr darauf konzentriert, ein dynamisch anmutendes Auto zu schaffen, das das sportliche Image auch am unteren Rand der Modellpalette vertritt und zudem die neue Münchner Formensprache weiterentwickelt. Dennoch ist ein für die meisten Zwecke völlig praxistaugliches Auto entstanden, was etwa an den vier Türen sichtbar wird.

Ein Blick auf das Design: Von vorne sieht der kleine BMW weitgehend normal und markentypisch aus, lediglich die Scheinwerfer wurden leicht neu modelliert. Unter einer gemeinsamen Klarglasscheibe sitzen zwei Reflektoren, der Blinker ist sympathischerweise da geblieben, wo er auch hingehört, nämlich außen. In der Frontschürze gibt es einen großen, aber nicht zu dominanten Lufteinlass, flankiert von zwei runden Nebelscheinwerfern. Die BMW-Niere ist mit der Schürze und nicht etwa mit der Motorhaube fest verbunden. Die Schokoladenseite, wenn man so will, des 1er ist aber die Seitenlinie: Sie wird einerseits von einer geschwungenen Linie von der hinteren Türe bis zum vorderen Kotflügel dominiert, wie man es in stärkerer Form schon vom Z4 kennt. Dazu gesellt sich andererseits eine scharfe Kante oberhalb der Türgriffe, ab der das Auto deutlich schmaler wird. Die Sicke verläuft ebenfalls von den vorderen Radausschnitten bis nach hinten zu den Rückleuchten, auf der rechten Seite mitten durch den runden Tankdeckel. Natürlich darf der BMW-typische "Hofmeisterknick" im hinteren Seitenfenster auch beim 1er nicht fehlen, dazu gibt es aufwändig modellierte Außenspiegel, wie bei BMW inzwischen üblich aber mit einem nicht so praxistauglichen Schlitz zwischen Spiegelgehäuse und Seitenscheiben. Die seitliche Perspektive ist ungewohnt, ein bisschen unruhig und sicher auch gewöhnungsbedürftig, aber letztlich nicht schlecht.

Von hinten präsentiert sich der 1er weitgehend klassisch und unauffällig. Das Nummernschild sitzt in der Heckschürze, die Heckklappe ist mit zwei Kanten deutlich strukturiert und trägt oben einen kleinen Schrägheck-typischen Dachspoiler. Die dritte Bremsleuchte, das hätten wir nicht erwartet, verbaut BMW aber nicht außen im Spoiler (was viele für "sportlich" halten), sondern dezent in der Scheibe. Die Rückleuchten selbst wirken nicht schlecht, wenn auch überhaupt nicht BMW-typisch. Außerdem fallen ins Auge eine Stummelantenne hinten auf dem Dach, vernünftige Bügeltürgriffe, Seitenblinker ohne Designspielereien im Kotflügel und eine unglückliche Geometrie des windig aussehenden Heckscheibenwischers.
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text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
BMW
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