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Sonntag, 24. Oktober 2021,
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Vorgängermodell mit hohem Preisabstand / Nur als 75-PS-Benziner

Renault Clio Collection: Der Preis ist (r)echt heiß

Renault
Zweites Leben als
"Collection": Renault Clio III
Als Renault 2005 die dritte Clio-Generation vorstellte, blieb der Vorgänger als Clio Campus im Programm. Nach dem Start des Clio IV wiederholt sich das Prozedere jetzt: Unter der Bezeichnung Clio Collection wird das Vorgängermodell verkauft. Der Preis ist das Lockmittel – doch echte Sparfüchse werden nur müde gähnen. Der Kleinwagen wird ausschließlich mit dem 1,2-Liter-Benziner angeboten, der aus 1,2 Litern Hubraum 75 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 107 Newtonmetern entwickelt. Die Fahrleistungen sind laut Renault "gut" und "überzeugend", faktisch eher nicht, aber durchaus im üblichen Rahmen: In 13,4 Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100, maximal sind 167 km/h möglich. Die Kraftgelangt über ein "modernes" Fünfganggetriebe an die Vorderräder. Der Verbrauch liegt bei 5,6 Litern im Norm-Mittel.

Renault liefert den Clio Collection in nur einer Ausstattungslinie. Sie umfasst bereits Klimaanlage, CD-Radio mit Bedienungssatellit am Lenkrad, Bordcomputer, Höhenverstellung für Fahrersitz und Lenkrad, asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitzbanklehne sowie Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Um die Sicherheit des einst mit fünf Sternen im EuroNCAP-Crashtest ausgezeichneten Modells kümmern sich Scheibenbremsen rundum, fünf Kopfstützen, Isofix-Befestigungspunkte auf der Rückbank, ESP sowie Front- und Seitenairbags. Im Dreitürer kommen Anti-Submarining-Airbags in den vorderen Sitzflächen hinzu, optional sind jeweils Kopfairbags bestellbar.

Ebenfalls als Extra liefert Renault ein Bluetooth-fähiges Radio mit Freisprechanlage und vier Lautsprechern (350 Euro), Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer (200 Euro), Navigationssystem (490), 15-Zoll-Aluräder (500), Metallic-Lackierung (470) sowie Nebelscheinwerfer und elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel als "Komfortpaket" (300).

Der Clio Collection wird ab 9.990 Euro als Dreitürer und ab 10.990 Euro als Fünftürer verkauft. Das sind schon per se gute Preise, doch interessant ist vor allem der Vergleich mit dem aktuellen Clio. Der ist zweifellos moderner, schöner und bietet mehr Optionen in Sachen Ausstattung und Motorisierung, ist aber auch merklich teurer: Mit dem gleichen Motor und nahezu identischem Verbrauchswert kostet der Clio IV ab 12.800 Euro, mithin rund 1.800 Euro mehr. Inbegriffen sind dabei zusätzlich im Wesentlichen die elektrischen Spiegel, Tempomat und Tagfahrlicht - nicht aber Radio und Klimaanlage. Rechnet man diese mit ein, steigt die Differenz auf rund 3.300 Euro, womit der alte Clio klar das bessere Angebot ist, jedenfalls für jene, die mit diesem Motor zufrieden sind.

Doch die Geschichte ist damit noch nicht zu Ende, denn echte Sparfüchse werden auch den Clio Collection links liegen lassen: Für 8.940 Euro nämlich liefert Renault einen Dacia Sandero mit Klimaanlage und Radio, wiederum dem gleichen Motor und ähnlicher Ausstattung. Selbst mit Navigation, Nebelscheinwerfern, Parksensoren hinten, Fernsterhebern hinten, Tempomat, Lederlenkrad und Metalliclackierung (oder mit Klima, Navi und 90-PS-Motor) kostet der Sandero weniger als der Clio Collection. Wermutstropfen hier ist einzig die Nichtverfügbarkeit von Kopfairbags.
Leserbrief Autokiste folgen date  17.04.2013  —  # 10576
text  Hanno S. Ritter
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