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Donnerstag, 5. März 2026

Viele Neuerungen für die zweite Lebenshälfte

Cupra: Großes Facelift für den Born

Gut vier Jahre nach dem Start hat Cupra den Born überarbeitet. Das Facelift betrifft Design, Interieur, Ausstattung und etliche Details. Der Fortschritt gegenüber dem Schwestermodell ID.3 wird damit nochmals größer. Vorerst jedenfalls.

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Es tut sich was in Sachen Elektroautos beim VW-Konzern. Neben dem neuen Kleinwagen-Quartett Raval, ID.Polo, ID.Cross und Epiq erhalten mehrere der weiteren Modelle eine Aufwertung. Den Anfang macht auch hier Cupra mit einem Facelift des Born, vom Autobauer natürlich zum "neuen Born" überhöht, der "Weltpremiere" feiert.

Äußerlich gibt sich der Born in der zweiten Lebenshälfte erwartungsgemäß an der neuen Designsprache der Marke zu erkennen, bestehend an der Front aus der "Sharknose", neuen Scheinwerfern mit drei dreieckigen Tagfahrlicht-Einheiten und einer bulligeren Frontschürze mit mehr Breitenwirkung. Soweit ersichtlich, entfällt der Cupra-Schriftzug.

Am Heck hält die aus anderen Baureihen bekannte Lichtleiste mit dem dreieckig integrierten, beleuchteten Logo Einzug. Auch hier gibt es eine modifizierte Schürze mit nun vertikalen Rückstrahlern. Cupra spricht außerdem von einer geänderten Heckklappe, womit aber wohl nur die neue Logo-Integration gemeint ist.

Facelift-typisch gibt es außerdem neue Felgendesigns (max. 20 Zoll) und eine neue Außenfarbe – natürlich in anthrazit, wie es viele Cupra-Kunden bevorzugt bestellen. Das neue "Timanfaya Grey" wird zusätzlich zu "Vapor Grey" und "Dark Forest" (sowie weiß, schwarz und blau) eingeführt.
Größeres Kombiinstrument und mehr Tasten im Interieur
Blickfang im Innenraum, man glaubt es kaum, ist ein eeeendlich von mickrigen 5,3 auf gute 10,25 Zoll gewachsenes Kombiinstrument, wie es auch im ID.Polo (aber nicht im Škoda Epiq) kommen wird. Es ist auch klassisch ins Armaturenbrett integriert und nicht an der Lenksäule befestigt. Auch der Wählhebel rechts am Lenkrad schicker und praktischer, unserer Meinung nach aber nicht vergleichbar gut wie frühere Wählhebel auf der Mittelkonsole. Die Änderung bedingt einen Umzug der Scheibenwischer-Funktionen in einen nun überfrachteten Blinker-Hebel, womit auch der ärgerliche Entfall der Tippwischfunktion einhergeht.

Der zentrale Bildschirm misst unverändert ausreichende 12,9 Zoll und verfügt, ebenso überfällig, über eine Beleuchtung der Temperatur-Slider. Auch das Betriebssystem auf Android-Basis ist neu. Modifiziert zeigt sich schließlich auch das Lenkrad, das zu physischen Tasten zurückkehrt.

Nebenbei erwähnt Cupra auch eine "Vier-Fenster-Steuerung" – die seit Jahren selbstverständliche Ausführung ist nun auch im Born selbstverständlich. Sie geht einher mit einer Verschönerung der Türverkleidungen und inneren Türöffner, auch im Fond. Dort gibt es – abermals endlich – nun auch Luftduschen.

"Die neu gestaltete Lichtsteuerung verbessert die Benutzerfreundlichkeit zusätzlich und ermöglicht eine einfachere und intuitivere Bedienung der Außenbeleuchtung", erklärt Cupra. Gemeint ist, dass die Lichtsteuerung genauso wie bisher mit drei Tasten funktioniert (also nicht halb so intuitiv wie mit dem Dreh-Ziehschalter in früheren Konzernmodellen), die unterhalb derer immer fehl am Platze erscheinenden Tasten für Heckscheibenheizung und Defrost-Funktion aber zugunsten einer Bildschirmbedienung verschwunden sind.
Antrieb weitgehend unverändert
In Sachen Antrieb verspricht Cupra eine größere Auswahl an Optionen, listet dann aber grundsätzlich den Status quo auf. Die Basis "Born" leistet nun 190 statt zuvor 204 PS, der Akku fasst unverändert 58 kWh, und die Reichweite geben die Spanier vorläufig mit rund 450 (bisher: 428) Kilometern an. Im Born "Endurance" findet sich der bekannte 231-PS-Motor mit dem 79-kWh-Akku, der auch im nach wie vor 326 PS starken (und noch immer auf 200 km/h begrenzten) Spitzenmodell Born VZ zum Einsatz kommt, dem Cupra eine gesteigerte Leistung attestiert. Die Reichweite soll hier jeweils rund 600 Kilometer betragen (bisher 570/594). Der 77er-Akku war bereits zuvor aussortiert worden.
Zusätzliche und verbesserte Assistenten
Bei den Assistenzsystemen integriert der "Travel Assist" nun cloudbasierte Daten, um die Längssteuerung zu verbessern. Das System erkennt Geschwindigkeitsbegrenzungen, Haltestellen an Ampeln und Fußgängerüberwege. Außerdem kann es die Geschwindigkeit bei der Annäherung an Kurven drosseln – nichts, was jeder mag. Der neue Kreuzungs-Assistent soll Kollisionen an Kreuzungen verhindern. Der weiterentwickelte "Front Assist" bietet nun eine mehrstufige Kollisionsminderung und erkennt bis zu zwei vorausfahrende Fahrzeuge. Das Pre-Crash-System für vorne hat Cupra verbessert, das für hinten ist ganz neu.
Viele weitere Neuerungen
Dass man sich mit dem Born-Facelift mehr Mühe gegeben hat als VW mit zurückliegenden ID.3-Modellpflegen, zeigen weitere Details: Es gibt neu (optional) eine V2L-Funktion, ein besseres Sennheiser-Soundsystem und eine Anhängerkupplung (nur für Fahrradträger), außerdem Matrix-Scheinwerfer und ein DCC, das sich jetzt in bis zu 15 Stufen individualisieren lässt.

Neue Standards sind beleuchtete Türgriffe außen (vorne und hinten), One-Pedal-Driving, Launch Control (nicht im Basismodell) und ein mobiler Fahrzeugschlüssel via Smartphone. Die beiden früher immer nicht freigeschalteten Funktionen "Open on Approach" und "Walk Away Lock" erhöhen den Komfort ebenso wie der nun gekühlte Wireless-Charger in der Mittelkonsole und die wattstärkeren USB-Buchsen vorne und hinten (90 und 45 Watt). Neu sind auch eine Innenraum-Klangsignatur und eine verbesserte Top-View-Kamera. Bei den 19-Zoll-Rädern wächst die Reifenbreite um 20 auf 235 Millimeter. Wärmepumnpe und Glasdach bleiben aber optional.
Gutes Facelift, VW dürfte folgen
Mit diesem durchaus umfassenden Facelift dürfte der Born auch und gerade in seiner zweiten Lebenshälfte verdient aufblühen, wenn wir auch befürchten, dass das alles nicht ganz spurlos an der Preisliste vorbeigehen dürfte. Wenn die Produktion des Born-Facelifts im zweiten Quartal in Zwickau anläuft, dürfte sich allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach auch das Schwestermodell ID.3 noch einmal aufraffen, einer selbsternannten "Love Brand" würdiger zu werden. Und dann ist da noch der Elroq...
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