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BMW, Audi und VW gut, Ford-System nicht empfehlenswert
Test Abstandstempomaten: Hohe Reife erlangt
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| Testsieger ist das | Audi |
| ACC-System von Audi | |
Als viel schwerwiegender erwies sich jedoch, dass der Ford-Fahrer bei einer Geschwindigkeitsdifferenz von 80 km/h zum Vordermann mitbremsen muss, um einen Unfall zu verhindern. Das Ford-System erkennt die Situation über 13 Meter später als die Konkurrenzsysteme.
Am Ende hatte der BMW knapp die Nase vorn und erhielt mit 165 von 240 möglichen Punkten die Bewertung "sehr empfehlenswert". Der BMW hat mit einem Aufpreis von 1.550 Euro das mit Abstand teuerste, aber auch das einzige System, das mit zwei Radarmessstrahlen arbeitet, während sich die anderen Probanden mit einem Messstrahl begnügen. "Das BMW-System arbeitet zuverlässig", so die Tester. Es beherrsche als einziges den Stop-and-go-Verkehr und fahre als einziges selbstständig an. Zudem beschleunige der BMW nach dem Abbremsen und dem Ausscheren auf die linke Spur "beherzt". Schwächen dagegen wurden in der gewöhnungsbedürftigen Bedienung und beim Erkennen von Motorrädern offenbar.
Auf Rang zwei nur knapp geschlagen geben musste sich der Audi, wo die Technik 1.290 Euro Aufpreis kostet. Es hält den Abstand laut Test noch komfortabler als der BMW, verfügt über die beste grafische Anzeige und bietet dem Fahrer die Wahl verschiedener Dynamikstufen. Fehlerkennungen waren selten, der Punkterückstand resultiert aus der fehlenden Anfahrfunktion im Stop-and-go-Verkehr.
Mit 149 von 240 Punkten schaffte das mit 1.170 Euro günstigste System im VW Passat ein "empfehlenswert". Die grafische Darstellung erwies sich als gut ablesbar, das System reagierte konsequent und zuverlässig, allerdings teilweise ruppig. Zudem brauchte der Passat beim Ausscheren relativ lange, um zu beschleunigen. Schlusslicht Mondeo wurde mit nur 108 Punkten abgeschlagen Letzter im Test und mit "nicht empfehlenswert" bewertet. Die Ford-Technik erkannte Hindernisse später und reagierte auch entsprechend zu spät, zu schwach und unharmonisch. Die Bedienung ist zudem kompliziert.
Aufwändiges Testprozedere
Getestet wurde dabei nach einem aufwändigen Verfahren, das von TÜV SÜD entwickelt wurde und das eigenen Angaben zufolge weltweit
einzigartig ist. "Die besondere Herausforderung besteht darin, dass mit dem Verfahren sowohl Abstand-, Tempo- wie
Beschleunigungsdaten generiert werden müssen. Das funktioniert nur mit absoluter Zeitsynchronität zwischen den Messfahrzeugen",
erklärt TÜV-Mann Stefan Resch. Ein entscheidender Faktor des Messverfahrens kommt der exakten Positionsbestimmung des Testfahrzeugs
wie des vorausfahrenden Fahrzeugs zu. Über den Einsatz eines kombinierten GPS- und Kreisel-Systems wird eine Positionsgenauigkeit
von wenigen Zentimetern bei Autobahngeschwindigkeiten bis zu 200 km/h erreicht.
Alle Messwerte erhalten eine atomuhrgenaue Zeit zugewiesen. Über eine WLAN-Verbindung wird die Position des Testwagens in Echtzeit mit der des Führungsfahrzeuges verglichen. Die Daten beider Autos werden verknüpft und sowohl Abstands-, Tempo- wie Beschleunigungsdaten errechnet.












