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V8-Benziner mit E-Motor, Li-Ion-Akku und 8-Gang-Automat / 9,4 Liter Verbrauch
BMW-Hybrid II: 7er als Mild-Hybrid auf der IAA
Weil der 7er als sogenannter Mild-Hybrid nicht rein elektrisch fahren kann, ist der technische Aufwand geringer als im X6. So erfolgt die Kraftübertragung über ein normales Automatikgetriebe, hier in der neuesten Form mit acht Fahrstufen, die in den nicht elektrifizierten Modellversionen bisher noch dem Zwölfzylinder im 760i vorbehalten ist. Weiteres Novum: Erstmals hat BMW ein Automatikgetriebe mit der Start-Stopp-Funktion gekoppelt.
Als Stromspeicher dient wie beim Kooperationspartner Mercedes ein kompakter Lithium-Ionen-Akku, der über das 120-Volt-Bordnetz auch bei ausgeschaltetem Motor den Betrieb der Klimatisierungs- und Belüftungsanlage sicherstellt. Gleichzeitig ermöglicht dies eine Standklimatisierung, die bei Bedarf den Innenraum der Limousine bereits vor dem Losfahren abkühlt - zweifellos eine praktische Funktion, die man künftig immer häufiger erwarten darf, und die dann idealerweise mit Solarkollektoren auf dem Fahrzeugdach gekoppelt sein wird.
Und die Zahlen? Der 7er mit der Kraft der zwei Herzen spurtet in 4,9 Sekunden auf Tempo 100, drei Zehntel schneller als der reguläre 750i. Der Verbrauch sinkt von 11,4 Litern um gut 17 Prozent auf 9,4 Liter - womit sich ein Bild ergibt, das gerade für Hybridautos typisch erscheint: Der Fortschritt ist nicht von der Hand zu weisen, und doch nicht völlig überzeugend. Zum Vergleich: Der schwächere Mercedes S 400 Hybrid mit V6-Benziner kommt auf rund 8,0 Liter Verbrauch, und ein - ebenfalls schwächerer - BMW 730d begnügt sich gar mit 7,2 Litern. Würde man den Diesel mit Hybridantrieb, 8-Gang-Automat und Start-Stopp-System kombinieren, könnte eine Sechs vor dem Komma stehen.
Wenn man innerhalb der Leistungsklasse vergleicht, ist der Lexus LS 600h der bislang einzige Konkurrent. Das Voll-Hybrid-Auto kommt auf eine Systemleistung von 445 PS und einen Normverbrauch von 9,3 Litern.
Spezielle Anzeigen im Instrumentenkombi und im Navi-Monitor informieren die Insassen über Wirkungsgrad und Betriebszustand der Hybrid-Komponenten. Äußerlich gibt sich der besondere Siebener an speziellen, aerodynamisch optimierten 19-Zoll-Rädern zu erkennen, außerdem wird die Hybridtechnik über diverse nicht eben zurückhaltende Modellschriftzüge auf dem Gepäckraumdeckel, der C-Säule und auf den Einstiegsleisten publik gemacht. Auf Wunsch steht wie beim X6 Hybrid die exklusive Außenlackierung im Farbton "Bluewater metallic" zur Wahl.
Die "souveränste und luxuriöseste Form, Hybrid-Technologie in einem Automobil zu erleben" (BMW-Pressetext) wird es zum Marktstart, dessen Termin ebenso wie der Preis noch nicht bekannt gebeben wurde, auch in der Langversion geben. Das geborene Politiker-Auto also, in punkto Umwelt eher nur ein Zwischenschritt. Immerhin, man sollte es nicht unterschätzen.












