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Sonntag, 28. November 2021,
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Roadster trägt künftig ein festes Klappdach / Vorerst nur als Sechszylinder

BMW Z4: Das ist die Neuauflage

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BMW Z4
BMW
BMW zeigt die (neben dem X1) wichtigste Neuheit des kommenden Jahres am Ende des alten. Das Weihnachtsgeschenk für die Fans der Marke ist der neue Z4. Der Roadster trägt künftig ein klappbares Hardtop anstelle der Stoffkapuze und ist optisch deutlich gereift. Zum Start gibt es nur recht durstige Sechszylinder-Motoren, was die Sache teuer macht. Softtop oder Hardtop - die Vor- und Nachteile der beiden möglichen Dachkonstruktionen für Cabrios und Roadster sind hinreichend erörtert. Dass der neue Z4 hier wie zuvor schon das 3er Cabrio einen Paradigmenwechsel vornehmen würde, war schon länger ein offenes Geheimnis, das sicher nicht jeder so vorhergesehen hätte.

Es handelt sich um eine zweiteilige Aluminium-Konstruktion, die sich auf Knopfdruck innerhalb von 20 Sekunden elektrohydraulisch öffnet oder schließt. Das Kofferraum-Volumen beträgt bei der neuen Generation zwischen 180 bei offenem und 310 Litern bei geschlossenem Dach, was BMW vom "Spitzenwert" im Segment schwärmen lässt. Dies trifft auf die zweite Zahl zu, insgesamt aber ist der Z4 kein Lademeister - kam doch der Vorgänger auf 240 bis 260 Liter und schafft ein vier Jahre alter Mercedes SLK 208 bis 300.

Den Größenzuwachs des neuen Z4 bezeichnet BMW demgegenüber als "geringfügig", was in punkto Breite (1,79 statt 1,78 Meter) stimmt, in punkto Höhe (1,29 statt 1,30) falsch ist und bei der Länge zumindest stark untertrieben: Das Auto wächst um deutliche 14 Zentimeter auf 4,24 Meter - bei unverändertem Radstand von knapp 2,50 Metern. Für die beiden Passagiere gibt es vor allem ein Plus bei der Innenraumbreite. Erwähnenswert sind außerdem die deutlich größeren Fensterflächen, die je nach persönlichem Geschmack für mehr oder weniger Behaglichkeit sorgen, sicher aber für mehr Sicherheit.

Deutlich gereift ist das Design des Z4, der in der Neuauflage zwar nicht mit dem Zusammenspiel von konvexen und konkaven Flächen bricht, dieses aber wesentlich harmonischer und mehrheitsfähiger aufbereitet. Kennzeichen sind an der Front unter anderem ein stark gewachsene Doppelniere und ebenso unspektakulär wie gelungen gezeichnete Scheinwerfer, die stets mit Bi-Xenon-Technik und Tagfahrlicht bestückt sind, nur optional aber auch mit Kurvenlicht. Rückschritt: Nebelscheinwerfer gibt es jedenfalls am Topmodell gar nicht mehr. Auffällig ist zudem die nicht nur im Vergleich mit dem bisherigen Modell außerordentlich breite Motorhaube: Geöffnet stehen die Räder nahezu frei.

Am Heck sorgen vor allem die elegant verlaufenden Rückleuchten mit LED-Technik für Hingucker. Das Bremslicht sitzt nicht mehr in der Abrisskante, sondern ist wie einst beim Z3 fein in den Kofferraumdeckel integriert. Einzig die sichtbare Antenne stört das Auge. Die Seitenlinie zeigt schwarze A-Säulen und nach wie vor unpraktische und unsichere Klapptürgriffe, die leicht schräg angeordnet sind. Auf den vorderen Seitenteilen sitzt weiterhin das BMW-Emblem und der ebenfalls in LED-Technik ausgeführte Seitenblinker - und ein unnötig großer und unverständlicher Schriftzug mit dem Zusatz "sDrive", der auf die jeweilige Motorisierung hindeutet.

Insoweit stehen zum Start ausschließlich Sechszylinder-Benziner zur Verfügung. Sie leisten 204 PS auf 2,5 Litern Hubraum oder 258 PS aus 3,0 Litern; das Top-Triebwerk ist der aus dem 1er bekannte Bi-Turbo-Motor mit nicht weniger als 306 PS. Obwohl alle Modelle über diverse verbrauchssenkende Maßnahmen wie Bremsenergie-Rückgewinnung (nicht aber über Start-Stopp-Automatik) verfügen, ist der Normverbrauch mit Werten zwischen 8,2 und 9,5 Liter überraschend hoch. Die weiteren Daten zeigt die Tabelle:

Serienmäßig verfügt der neue Z4 über die "Fahrdynamik Control": Via Tastendruck lassen sich die Charakteristika von Gasannahme, Schaltverhalten bei Automatik-Varianten, Servolenkung und ESP-Abstimmung in drei Stufen (Normal, Sport, Sport+) anpassen. Ebenfalls neu und serienmäßig ist die elektromechanisch bediente Handbremse. Wichtigstes Novum bei den Extras ist das nun zur Wahl stehende iDrive-Bediensystem in Verbindung mit dem "großen" Navigationssystem und klappbarem Monitor.

Erstmals in natura zu sehen ist der neue Z4 auf der Detroit Motor Show Anfang Januar 2009. Für den bisher in den USA gebauten Roadster ist es kein Heimauftritt mehr: Die Neuauflage wird zusammen mit 1er- und 3er-Reihe (Coupé und Cabrio) in Regensburg montiert, während sich das US-Werk auf die X3-Neuauflage vorbereitet, die dann dort statt bei Magna Steyr in Österreich vom Band laufen wird.

Und wird der neue Z4 satte 10.000 Euro teurer, wie zuletzt zu lesen war? Nein, lautet die Antwort. 35.900 Euro lautet die Mindestinvestition, das ist exakt genauso viel wie bisher für das 218-PS-Modell - und damit eher zurückhaltend kalkuliert. Im Vergleich mit dem bisherigen Vierzylinder müssen jetzt 6.000 Euro mehr gerechnet werden. Auch das neue Modell dürfte spätestens 2010 wieder mit einem solchen zu haben sein, während das Aus für eine andere Variante dieses Mal endgültig ist: Das Z4 Coupé gibt es jetzt schließlich inklusive - wenn man so will.
Leserbrief Autokiste folgen date  15.12.2008  —  # 7661
text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
BMW
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