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Kompakt-Cabrio mit Softtop / Design-Merkmale nehmen A3-Facelift vorweg
Audi A3 Cabrio: Soft und top
Bei BMW fiel die Entscheidung letztlich pro Stahldach aus, aber ob diese auch in der nächsten Generation Bestand haben wird, ist keineswegs ausgemacht. Bei Audi ist die Sache offenbar klarer: Unsere Cabriolets tragen generell ein Stoffverdeck, heißt es in Ingolstadt.
Die Vorteile eines Softtops, wie die Marketing-Menschen sich gerne ausdrücken, sind in der Tat nicht von der Hand zu weisen: Die Konstruktion ist ungleich leichter und damit verbrauchssparender, technisch einfacher und damit günstiger und schneller in der Bewegung, lässt den Designern mehr Freiheit und schränkt, wenn es gut gemacht ist, das Kofferraumvolumen nicht allzu sehr ein.
All das trifft auch auf das neue A3 Cabrio zu: Die Windschutzscheibe steht nicht flacher als beim bekannten Dreitürer, das Heck ist nicht riesig-ausladend wie etwa bei einem Peugeot 307 CC, und auch die praktischen Gesichtspunkte stimmen: Weil das gefaltete Verdeck nur wenig Platz braucht, musste die hintere Sitzbank nicht nach vorn wandern, der Beinraum dort bleibt erhalten. Dass der offene A3 als Viersitzer ausgelegt ist, dürfte kaum einen Kunden stören. Der Kofferraum fasst 260 Liter, egal, ob das Verdeck offen oder geschlossen ist, und lässt sich bei Umklappen der sysmmetrisch geteilten Rücksitzbanklehne auf bis zu 674 Liter und 150 Zentimeter Länge vergrößern.
Zurück zum Verdeck: Audi bietet das Dach in zwei Ausführungen an - als halbautomatisches Softtop und als vollautomatisches, besonders schall- und temperaturgeschütztes "Akustikverdeck". Das Öffnen der Kapuze dauert gerade einmal neun Sekunden - fast drei Mal so schnell wie die Prozedur etwa im VW Eos und auch deutlich fixer als im neuen 1er-BMW (22 Sekunden). Die vollautomatische Variante erlaubt das Öffnen sogar bei Geschwindigkeiten bis zu 30 km/h (BMW: 40 km/h). Beim Schließen wird das Verdeck mit der Glas-Heckscheibe Z-förmig zusammengefaltet. Der so genannte Header - eine Platte im vorderen Bereich - liegt oben und schließt weitgehend bündig mit der Karosserie ab; die Konstruktion braucht weder Persenning noch Abdeckklappe.
Für den Vortrieb sorgen jedenfalls anfänglich vier Motoren. Die Basis bildet der bekannte 1,9-Liter-TDI mit 105 PS, darüber rangiert die Zweiliter-Variante mit 140 PS in der neuen, kultivierteren Common-Rail-Ausführung. Mit Normverbräuchen von 5,1 bzw. 5,3 Litern dürften diese Varianten die meisten Kunden ansprechen. Dennoch sind auch die Benziner interessant, namentlich der ebenfalls neue TFSI mit 160 PS aus 1,8 Litern Hubraum, der 7,3 Liter im Schnitt konsumiert, und im Topmodell der 2,0 TSFI mit 200 PS und einem mittleren Verbrauch von 7,6 Litern.
Die Kraftübertragung obliegt beim Basismodell einem manuellen Fünfganggetriebe, ansonsten gibt es sechs Gänge oder optional die DSG-Box alias "S-tronic". Angetrieben werden stets ausschließlich die Vorderräder, "quattro" dient nur als Zulieferer für spezielle Sportpakete.
Zuletzt ein Blick aufs Design, das auf Überraschungen verzichtet und im übrigen erneut den Fokus auf Lichttechniken setzt: Die neugeformten Scheinwerfern inklusive Tagfahrlicht (bei Xenon in LED-Technik), die geteilten Rückleuchten mit ihrem markanten Lichtleiter-Innenleben und die eleganten Spiegelblinker à la A4/A5 zeigen schon gut, wie auch die übrigen A3-Varianten demnächst vorfahren dürften. Das Interieur entspricht weitestgehend dem bekannten Bild.
Verkaufsstart für das A3 Cabrio ist Anfang Februar 2008 und damit noch rechtzeitig für die kommenden Open-Air-Saison. Preise und Details zur Ausstattung liegen noch nicht vor. Klar ist, dass zwei Ausstattungslinien angeboten werden, wobei die höhere "Ambiente"-Variante im Unterschied zum "Attraction" u.a. über 17-Zoll-Aluräder, Sportfahrwerk, Sportsitze, Nebelscheinwerfer, Bordcomputer, Windschott sowie über spezielle Dekoreinlagen, Bezüge und Einstiegsleisten verfügt.
Wenn die Preise halbwegs im Rahmen bleiben, dürfte der Erfolg nicht ausbleiben - weil Audi "in" ist, und weil es außer dem 1er-BMW kaum Wettbewerber in dieser Klasse gibt. So gesehen ist der offene A3 nicht zuletzt auch ein Ersatz für das unverständlicherweise eingestellte Golf Cabriolet.












