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Montag, 10. Mai 2021,
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450 PS mit sportlicher Abstimmung und zurückhaltendem Design

Audi S8: V10-Limousine kommt im Sommer 2006

Siehe Bildunterschrift
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Audi S8 V10
Audi
Seit jeher propagiert Audi sein Flaggschiff A8 als die sportlichste Oberklasse-Limousine, was man teilen oder ablehnen oder sowieso für irrelevant halten kann. Jetzt kommt die neue S-Version – noch sportlicher, aber nicht kräftiger als das eigentliche Topmodell.
450 PS bei 7.000 Umdrehungen und 5,2 Litern Hubraum verteilt auf zehn Zylinder lauten die Kenndaten des Motors, der in seinen Grundzügen aus dem Lamborghini Gallardo bekannt ist, von den Ingolstädtern aber in diversen Details vergrößert und modifiziert wurde.

Zum Vergleich: Der W12 leistet ebenfalls 450 PS, und das ist wohl auch der Grund, warum der V10 nicht mehr schaffen darf, wie etwa bei Lamborghini oder der Konkurrenz aus München und Stuttgart.

Locker ausreichend sind 450 PS natürlich allemal, ebenso wie die 540 Newtonmeter Drehmoment bei 3.500 Touren, die das direkt einspritzende Triebwerk mit seinen insgesamt 40 Ventilen, einem Verdichtungsverhältnis von 12,5:1, Kettenantrieb sowie einer Ausgleichswelle entwickelt. In Verbindung mit der bekannten, hier aber mit kürzerer Endübersetzung versehenen und auf schnellere Gangwechsel optimierten Sechsgang-Automatik schiebt die Limousine damit in 5,1 Sekunden auf Tempo 100, der Vortrieb endet bei 250 km/h im elektronischen Begrenzer.

1.940 Kilogramm bringt der S8 auf die Waage - subjektiv viel, doch für ein Auto diesen Kalibers im Vergleich wenig - die Alu-Karosserie macht's möglich. Daraus errechnet sich ein Leistungsgewicht von 4,31 Kilogramm pro PS. Den Durchschnittsverbrauch beziffert Audi auf 13,9 Liter, und auch hier könnte ein Objektiv-/Subjektiv-Vergleich passen.

Die Kraft gelangt natürlich über den Allradantrieb "Quattro" auf die Straße, wobei ein zentrales Mittendifferenzial die Kräfte situationsgerecht auf die Vorder- und die Hinterachse verteilt. Im Normalfall fließen 40 Prozent nach vorn und 60 Prozent nach hinten, in besonderen Situationen werden bis zu 85 Prozent der Kräfte auf die hintere oder maximal 65 Prozent auf die vordere Achse geleitet.

Im übrigen ist das Auto in vielen Details sportlicher abgestimmt, etwa beim abschaltbaren ESP, bei der Luftfederung, die auf dem Sportfahrwerk basiert, der Lenkung und den Fahrwerksteilen. Hinter den 20 Zoll-Rädern arbeitet eine vergrößerte Bremsanlage, deren Sättel schwarz lackiert sind und an der Vorderachse eine S8-Plakette tragen. Optional gibt es auch die jüngst für den Zwölfzylinder erstmals eingeführte, leichtere, Fading-unempfindlichere und höchst langlebige, aber auch teure Keramikbremse.

"Auch der S8 steht souverän-athletisch, aber nicht aggressiv auf der Straße", schreibt Audi in den S8-Unterlagen, und hier haben die PR-Texter tatsächlich nicht zu viel versprochen: Natürlich gibt es die üblichen Modifikationen zur Serie, doch die grundsätzliche Eleganz der Limousine bleibt erhalten. Im einzelnen dürfen Kenner einen platingrauen Kühlergrill mit verchromten vertikalen Streben und S8-Logo, darunter drei kleine zusätzliche Lufteinlässe sowie Wabengitter an den Luftöffnungen unterhalb der Scheinwerfer zur Kenntnis nehmen.

Die Seitenansicht wird in erster Linie durch die bereits erwähnten 20-Zöller (Reifengröße 265/35) bestimmt, ferner gibt es Türgriffe mit Alu-Leiste und Außenspiegelgehäuse in "Aluminium-Optik". Am Heck runden der S8-Schriftzug, ein in den Kofferraumdeckel integrierter Spoiler, eine dezente Lichtkante in der Schürze und eine Auspuffanlage mit vier elliptischen Endrohren die optischen Modifikationen ab. Als einziges Modell in der A8-Palette wird der S8 auch in der Exklusivfarbe "Daytonagrau Perleffekt" angeboten. Schließlich gibt es "V10"-Schriftzüge auf den vorderen Kotflügeln.

Ein Blick ins Interieur zeigt erstmals zweifarbiges Ledergestühl mit zusätzlich farbig abgesetzten Nähten, wobei die Farbtöne für die Sitz-Mittelbahnen sich von denen der Wangen und der Kopfstützen unterscheiden. Die auffälligen Nähte gibt es auch am dreispeichigen Multifunktionslenkrad, das ein S-Logo trägt und über Schaltwippen in "Alu-Optik" verfügt, während am Wählhebel echtes Aluminium und Leder zum Einsatz kommen. Der Dachhimmel wird zusätzlich in der "S"-typischen Innenfarbe Silber angeboten. Ebenfalls "S"-typisch ist die Kursivschrift der Ziffern auf den hellgrauen Zahlen der Instrumente, deren Nadeln weiß sind. Die Dekorleisten bestehen wahlweise aus gebürstetem Alu oder Carbon.

Zuletzt ein Blick auf die Ausstattung: Acht Airbags, fünf Gurtstraffer, aktive Kopfstützen vorne, LED-Tagfahrlicht, Kurven- und Abbiegelicht, eine geräuschdämmende Doppelverglasung, Sitzheizung auch hinten, DVD-Navigation mit Surroundsystem und CD-Wechsler, das schlüssellose Zugangssystem inklusive Startknopf und eine Memoryfunktion für die Vordersitze sind nur einige der serienmäßigen Nettigkeiten, wobei nicht alles S8-spezifisch ist.

Wer das Vergnügen besitzen will, sollte sich bis Mitte 2006 gedulden und dann mindestens 97.600 Euro entbehren können, gerade mal gut 11.000 weniger als für den W12. Für alle anderen gibt es den 3,2 FSI oder den 3,0 TDI - nicht ganz so schnell und exklusiv, aber besser in die Zeit passend, trotzdem schön, die "sportlichste Oberklasse-Limousine" sowieso und die Kleinigkeit von rund 35.000 Euro günstiger, vielleicht für ein A4 Cabriolet.
Leserbrief Autokiste folgen date  20.10.2005  —  # 4713
text  Hanno S. Ritter
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