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Technisch und optisch große Nähe zum Golf GTI / 150 PS für 19.000 Euro
VW Polo GTI: Der kleine Wilde kommt im Frühjahr 2006
Konkret wird die Nähe zunächst am Design, insbesondere jenem der Frontpartie. Hier wie dort gibt es einen großen, V-förmigen Grill mit roter Umrandung und einem schwarzen Wabengitter im oberen Bereich. Zusätzlich sind beim Polo sowohl die Haupt- als auch die serienmäßigen Nebelscheinwerfer schwarz eingefasst. Schwarz zeigen sich außerdem die Seitenschweller, am Heck kommt sowohl ein Dachkantenspoiler mit integrierter dritter Bremsleuchte als auch ein prägnanter, aber nicht zu aufdringlicher, verchromter Doppelauspuff zum Vorschein. Natürlich sind auch Front- und Heckschürze modifiziert.
Das Fahrwerk des Polo GTI ist im Vergleich zur Serie um 15 Millimeter tiefergelegt, während die Rädergröße der im typischen Look des aktuellen Golf GTI gehaltenen Leichtmetallfelgen auf 16 Zoll wächst; darunter werden stets rot lackierte Bremssättel - auch an der Hinterachse - sichtbar. Die Reifen tragen das bezahlbare 205/45er-Format.
Das wichtigste bei einem GTI freilich sitzt unter der Haube. Im Fall des Polo handelt es sich um einen Fünfventil-Vierzylinder, der - ebenfalls wie im Golf GTI - dank Turboaufladung 150 PS entwickelt. Das maximale Drehmoment beträgt 220 Newtonmeter bei 1.950 Touren. Damit schiebt der kleine Wolfsburger bei Bedarf in 8,2 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 216 km/h. Im Mittel fließen dabei 7,8 Liter durch die Einspritzdüsen.
Zum Vergleich: Der 200 PS starke Golf GTI mit 280 Nm bei 1.800 Touren braucht für den Standardsprint 7,2 Sekunden, schafft Tempo 235 und verbraucht 8,1 Liter im Drittelmix.
Noch ein Blick ins Interieur: Auffälligstes Merkmal hier sind natürlich spezielle Sportsitze im GTI-typischen karierten Muster "Interlagos". Sportlenkrad, Handbremshebelgriff, Schgaltstulpe und Schaltknauf sind in Leder eingefasst, letzterer trägt ein in Metall geprägtes Schaltschema. Die Mittelkonsole und die Verkleidungen der seitlichen Belüftungsöffnungen sind mit einer "metallartigen" Oberfläche veredelt, wie VW sich ausdrückt. Dazu kommen rote Ränder an den Sicherheitsgurten, ebenfalls rote Kreuznähte im Innenbereich des Lenkrads, das nicht wie im Golf GTI unten abgeflacht ist, sowie eine Aluminium-Pedalerie.
Zur Ausstattung liegen noch keine Details vor, außer, dass ESP serienmäßig sein wird, wie sich das auch gehört. Die Markteinführung ist für kommendes Frühjahr terminiert. Die Preise beginnen bei 18.950 Euro, das sind immerhin gut 5.200 Euro weniger als für den Golf GTI.
Der letzte Polo GTI kam 1998 auf den Markt. Er war 125 PS stark und 205 km/h schnell. Das aktuelle Modell wird der leistungsstärkste Polo seit Einführung der Baureihe vor nunmehr 30 Jahren sein, und man darf annehmen, dass sich VW um den Verkauf keine allzu große Sorgen wird machen müssen, auch wenn nur vier Lackierungen (weiß, schwarz, silber, rot) zur Wahl stehen. Das hatte 1976 auch dem Erfolg des Golf I GTI keinen Abbruch getan.












