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"Automobilwoche": Mehr Werkstatttests / Weiterbildungsmaßnahmen gekürzt
Mercedes: Garantiefälle offenbar stark zurückgegangen
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| Die Garantieauf- | DaimlerChrysler |
| wendungen bei Mercedes sind rückläufig | |
Auf einer Veranstaltung mit 5.000 Handels- und Servicepartnern in der Frankfurter Messehalle sagte Cordes den Angaben zufolge, die Produktqualität bei Mercedes sei inzwischen so gut, dass die Anzahl der Garantiefälle bereits um 25 Prozent gesenkt werden konnte. Cordes: "Das ist der niedrigste Wert seit Jahren."
Um bis 2007 in den amerikanischen J.D. Power-Studien einen Spitzenplatz einnehmen zu können, sei es jedoch erforderlich, den Service deutlich zu verbessern. Christoph Köpke, Chef der DaimlerChrysler Vertriebsorganisation (DCVD), kündigte auf der gleichen Veranstaltung an, die Zahl der verdeckten Werkstatt-Tests zu erhöhen und gleichzeitig die Konsequenzen mangelhafter Serviceleistungen zu verschärfen:
Würden in präparierten Autos "mehr als drei" eingebaute Fehler nicht behoben, erhalte der Betrieb eine Abmahnung. Nach drei Abmahnungen sei der Servicevertrag "ernsthaft in Gefahr". Ein Sprecher wollte die Aussagen dieser Händlerveranstaltung gegenüber "Automobilwoche" nicht kommentieren.
Verschärft hat Cordes dem Bericht zufolge zudem die Einschnitte, um das Ziel des Restrukturierungsprogramm CORE (Costs down - revenues up) zu erreichen, bis 2007 das Unternehmensergebnis um bis zu vier Milliarden Euro zu verbessern. Inzwischen würden sogar kleinere Budgets heruntergefahren. So habe Cordes das Budget für Qualifizierungen um 50 Prozent gekürzt. Damit erziele die Mercedes Car Group (Mercedes-benz, Smart, Maybach) noch im laufenden Jahr Einsparungen von knapp 100 Millionen Euro, sagte Arbeitsdirektor Günther Fleig dem Blatt.
"Auf Dauer wollen wir natürlich nicht zu Lasten der Weiterbildung sparen", so Fleig. Um Rückstellungen in zweistelliger Millionenhöhe zu vermeiden, sollen zudem Gleitzeitkontenstände bis Ende 2005 auf die Hälfte des Jahresendstands 2004 reduziert werden. Einschränkungen gibt es auch in den Büros: Bei Mercedes und Smart müssen die Mitarbeiter auf Farbausdrucke verzichten.
Cordes hatte im März 2005 in einem Interview mit der "ZEIT" erklärt, alle jetzt (seinerzeit) ausgelieferten Autos hätten, so wörtlich, die "höchste Qualität, die wir je hatten". Kurz darauf startete Mercedes wegen diverse Probleme insbesondere an der E-Klasse die größte Rückrufaktion der Geschichte - betroffen waren hier selbst Autos aus dem gleichen Produktionsmonat wie das Interview.
Die Aufwendungen für Garantiefälle sind ein guter Indikator für die Produktqualität - was ordnungsgemäß funktioniert, muss nicht repariert werden. Die Zahlen sagen naturgemäß aber nichts aus über Zuverlässigkeit nach Ablauf der Garantiespanne und schon gar nicht über die Langlebigkeit von Karosserie, Elekt(ron)ik und Motoren, wie sie einmal Standard war bei Mercedes.












