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Tagsüber Strom für Supermarkt-Kunden, nachts für die WeShare-Flotte
Berlin: VW und Lidl kooperieren bei E-Ladestationen
Letzteren Weg beschreitet jetzt Volkswagen in Berlin zusammen mit der Schwarz-Gruppe, die in Deutschland die Kaufland-Märkte und Lidl-Discounter betreibt und zu den Branchenriesen zählt. Kern der Idee ist, die Lader doppelt zu nutzen - tagsüber für die Marktkunden, nachts für die E-Flotte von VWs vor dem Start stehenden CarSharing-Diensts "WeShare".
Geplant ist den Angaben zufolge die Errichtung von 140 Ladepunkten an 60 Lidl- und zehn Kaufland-Filialen in Berlin. Jeweils ein Ladepunkt pro Supermarkt wird als Schnelllader (50 kW) und der andere als Normallader umgesetzt.
Was einerseits nach win-win-Projekt klingt, zeigt andererseits geradezu exemplarisch die Schwierigkeiten beim Thema E-Infrastruktur: Selbst wenn die Pläne umgesetzt sind, verfügt noch nicht einmal jede zweite Berliner Lidl-Filiale über eine Elektrotankstelle. Wenn sich Elektroautos künftig nur annähernd so verbreiten wie das allgemein erwartet und von VW im Besonderen erhofft wird, ist das weder insgesamt noch bezogen auf eine Filiale ausreichend.
Auch dürften 50 kW Leistung nur eine Übergangslösung sein, wenn die künftigen E-VWs à la ID.3 mit bis zu 125 kW laden können. Beim e-Golf genügen laut VW-Digitalvorstand Christian Senger "gerade einmal 45 Minuten an der Schnellladesäule". Für was es reicht, lässt Senger, der Supermärkte als Tankstellen der Zukunft bezeichnet, offen. In jedem Fall: Der Autor dieser Zeilen hat noch nie 45 Minuten beim Discounter verbracht.
Insgesamt will VW alleine in Berlin demnächst 1.500 e-Golf bei WeShare einsetzen und Anfang 2020 zusätzlich 500 Exemplare des eigentlich eingestellten e-Up. 140 nächtliche Ladepunkte für 2.000 E-Autos klingt nicht gerade nach einem zu Ende gedachten Konzept. Die oft diskutierte, aber nie umgesetzte Idee, Straßenlaternen zu Chargern zu machen, ist vielleicht doch nicht so verkehrt.











