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Kombi wächst deutlich und wird zum Sechstürer
Mini Clubman II: Alles, nur nicht mini
Gegenüber dem Vorgänger hat BMW das Konzept auch abseits der reinen Wachstums auf Alltagstauglichkeit getrimmt. Anstelle der nur beifahrerseitig vorhandenen, hinten angeschlagenen "Clubdoor", die stets mehr ein Hingucker als sinnvoll nutzbar war, gibt es nun vier klassische Türen. Am Heck dagegen bleibt es bei den sogenannten Splitdoors als Alleinstellungsmerkmal, die jetzt optional auch elektrisch öffnen und schließen. Der im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich schmalere Mittelsteg zwischen den Glasflächen der beiden Flügel optimiert die Sicht nach hinten. Neu ist auch, dass die Rückleuchten nun in den Türen eingelassen sind statt in den D-Säulen, was eine größere Bauform ermöglicht, aber auch Zusatzleuchten bedingt - das Prinzip kennt man von Audis Q-Range oder dem Opel Insignia Sports Tourer.
Der neue Clubman ist anders als bisher als Fünfsitzer zugelassen. So "vollwertig" wie BMW behauptet dürfte der mittlere Fond-Platz aber nicht sein. Insgesamt fabuliert der Autobauer von einer "Neuinterpretation des traditionsreichen Shooting-Brake-Konzepts", überhöht das Auto gar zur "Ausnahmeerscheinung", und weiß doch: Kompaktklasse-Kombi mit seitlich öffnenden Hecktüren würde es besser treffen. Von Lieferwagen-Türen zu sprechen, wäre ja auch nicht fair.
Motorseitig stehen zum Start die zu erwartenden Versionen bereit. Basis bildet der Clubman Cooper mit dem 136-PS-Dreizylinder, vorläufige Spitze der Cooper S mit 184 PS aus vier Zylindern. Der Cooper Diesel, ebenfalls noch ein Vierzylinder, leistet 150 PS und damit mehr als der bisherige Cooper SD. Alle drei Varianten sind schneller geworden, aber nicht durchgehend sparsamer, jedenfalls auf dem Papier. Die Werte lauten 5,1 (bisher 5,5), 6,2 (5,9) und 4,1 (4,4) Liter. Schön: Die Vierzylinder kombiniert BMW erstmals bei Mini optional mit der 8-Gang-Automatik, der Cooper erhält die 6-Gang-Automatik. Ein Basismodell dürfte ebenso folgen wie eine besonders potente JCW-Variante.
Ebenfalls Premiere in einem Mini feiern die elektrische Handbremse, die nicht jedem gefallen mag, tatsächlich aber die überlegene Lösung ist, sowie optional eine elektrische Sitzverstellung und hinterleuchtete Türdekorleisten. Neu im Clubman sind außerdem u.a. Rückfahrkamera, Head-up-Display, Start-Stopp-System auch für Automatik-Varianten, Parksensoren vorne, Parkassistent (nur für Parallel-Parklücken), Driving-Mode-Schalter und jede Menge Assistenzsysteme von Abstandstempomat über Verkehrszeichenerkennung bis Fernlichtschaltung. Wie branchenüblich, entfallen Xenon-Scheinwerfer zugunsten von Voll-LED-Leuchten. Sie werden in zwei Ausbaustufen angeboten und umfassen jeweils auch LED-Technik für die (optionalen) Nebelscheinwerfer und für die Rückleuchten.
Während das Außendesign seit der letztjährigen Genf-Studie wie seinerzeit schon angenommen kaum noch verändert wurde, fällt der Blick im Interieur auf einige Neuerungen. Neben dem "fehlenden" Handbremshebel ist vor allem die Breitenwirkung der Instrumententafel augenfällig, und die Mittelkonsole reicht erstmals bei Mini bis an die Armaturentafel heran - Annäherung an gängige Standards also auch hier. Insgesamt bleibt der Innenraum optisch unruhig, wozu der lange Schalthebel, die aufgesetzten Lautsprecher an der A-Säule und der große Aufsatz für das Head-up-Display maßgeblich beteiligt sind.
Zum Schluss ein Blick auf die Preise. Die waren schon immer hoch - und steigen jetzt noch einmal. Angesichts des deutlich erhöhten Nutzwerts und der erweiterten Ausstattung aber bekommen Kunden künftig wesentlich mehr Auto für etwas mehr Geld. Konkret: Los geht es bei 23.900 Euro für den Cooper (bisher 22.650), der Cooper S kostet ab 27.500 Euro (26.450), und der Diesel steht mit 26.900 Euro in der Liste, das sind rund 1.400 Euro mehr als für den bisherigen Cooper D, aber auch 550 weniger als für den Cooper SD mit 143 PS.












