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Mittwoch, 13. Mai 2026
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Marken & Modelle Lesezeit ~ 3 Minuten

280-PS-Topmodell feiert Premiere im Oktober

Opel Corsa GSE: Viel Kraft, wenig Ausdauer

Lange angeteasert, jetzt endlich in voller Pracht zu sehen: Opel zieht das Tuch vom Corsa GSE. Der bietet ordentlich Leistung, kommt aber nicht sehr weit. Bis zur Markteinführung dauert es noch eine ganze Weile.

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Die Wiederbelebung des klassischen Kürzels GSE bzw. GS/E bei Opel hat ein bisschen gedauert und einen Umweg über Plug-in-Modelle genommen, darf aber seit dem letzten Jahr und der Einführung des Mokka GSE nun als geschafft betrachtet werden. Zum Beweis bringen die Rüsselsheimer den Corsa GSE als zweites besonders performantes Elektromodell an den Start.

Der Antrieb entspricht dabei jenem des Mokka GSE. In Zahlen: 281 PS Maximalleistung und 345 Newtonmeter Drehmoment zerren an der Vorderachse und machen den Corsa im Null-Hundert-Sprint mit 5,5 Sekunden zum (aktuell) schnellsten Opel. Stromer-typisch ist die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h enttäuschend.

Dabei können GSE-Fahrer, die die Opel-PR-Leute als "Piloten" bezeichnen, aus drei unterschiedlichen Fahrmodi wählen: Im Sport-Modus ist der Stromer auf pure Performance abgestimmt; der Normal-Modus drosselt die Leistung auf 231 PS, und "Eco" spart, wo es nur geht. Details dazu stehen aus, ebenso wie zur möglichen Reichweite. Dass diese – bei zügiger Fahrweise, mit Klimaanlage und der selbst auferlegten Pflicht, im Ladekorridor zwischen zehn und 80 Prozent zu bleiben – gerade einmal für eine etwa 200-Kilometer-Rundfahrt um das Rhein-Main-Gebiet reichen wird, hatten wir schon beim Mokka GSE zu bedenken gegeben.

Technisch setzt der Corsa GSE auf ein Torsen-Lamellen-Sperrdifferenzial an der Vorderachse, ein tiefergelegtes Sport-Chassis mit spezifisch ausgelegten Achsen, Stabilisatoren und Hydro-Stoßdämpfern, eine verstärkte Bremsanlage und ein "GSE-optimiertes Lenk- und Pedal-Tuning".

Äußerlich gibt sich der besondere Corsa an modifizierten Schürzen vorne und hinten, die trotz der Fake-Lufteinlässe auf den ersten Bildern gelungen, sprich: nicht zu übertrieben, wirken. Unter den breit gezogenen Radhäusern montiert Opel zur Kosten- und/oder Reichweiten-Optimierung vergleichsweise kleine (18") Räder und schmale Reifen (215/40). Das Dach ist stets schwarz ausgeführt, die vorderen Bremssättel gelb.

Im Innenraum entdeckt das Auge Alcantara-Integral-Sitze, die mit Stoffeinsätzen in schwarz-grau-gelbem Karo-Muster Erinnerungen an frühere Opel-Sportler wie den Corsa A GSi wecken sollen. Die Gurte sind im Opel-Neongelb gehalten, ebenso diverse Nähte etwa am Alcantara-Lenkrad und den Türverkleidungen. Dazu kommt eine Alu-Pedalerie. Kombiinstrument und der zehn Zoll große Zentral-Bildschirm zeigen Inhalte in spezifischem GSE-Design an, zusätzlich sind auch Daten zu G-Kräften und Beschleunigungswerten abrufbar.

"Der neue Corsa GSE ist kein Auto, das Fans einfach nur von A nach B bringt", heißt es bei Opel. Er sei ein vollelektrischer und zugleich praktischer "Hot Hatch, der die Seele berührt und ein echtes OMG! GSE-Gefühl weckt". Was "Piloten" dafür bezahlen müssen, bleibt zunächst noch Verschlusssache. Premiere feiert der GSE nämlich erst auf dem Pariser Automobilsalon im Oktober, die Markteinführung könnte sich demnach bis ins erste Quartal 2027 ziehen – wenn vermutlich der (etwas schwächere) VW ID.Polo GTI ebenfalls schon bereit steht.

Aber das Warten kennen Interessenten solcher Autos ja bereits vom Schwestermodell Peugeot E-208 GTi – das bereits vor elf Monaten vorgestellte wilde Löwenbaby ist noch immer nicht bestellbar.
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