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Betriebsratschef fordert Berücksichtigung von CO2-Ausstoß bei der Produktion
Osterloh: EU ist in Sachen CO2-Ausstoß weltfremd

Volkswagen
Osterloh
Die EU sei viel zu sehr auf den CO2-Ausstoß beim reinen Betrieb der Autos fixiert. "Entscheidend müsste doch die Frage sein, wie man ein Auto CO2-frei oder fast CO2-frei herstellen kann. Aber darauf verwenden die EU-Kommission und Frau Hedegaard (EU-Kommissarin für Klimaschutz, Anm. der Redaktion) relativ wenig Gedanken", monierte Osterloh. "Für mich persönlich wird es immer darum gehen, zu fragen, wie viel CO2 insgesamt entsteht, vom Bau einer Fabrik, in der Produktion und beim Betrieb eines Autos. Entscheidend ist doch, was am Ende in der Gesamtbilanz unterm Strich steht und nicht nur, was aus dem Auspuff rauskommt."
Dabei lässt Osterloh keinen Zweifel daran, dass VW trotz der Kritik seinen Flottenausstoß wie angekündigt bis Ende 2020 auf die geforderten 95 g/km CO2 senken wird. Aber diesen Grenzwert solle die EU dann erst einmal nicht weiter verschärfen, fordert Osterloh. "Ich persönlich finde, das Ziel von 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis 2020 ... sollte man erst mal ein paar Jahre beibehalten." Das zu erreichen, werde "schon sportlich genug", so Osterloh. Man sollte abwarten, welche weiteren Optimierungsmöglichkeiten es gebe, bevor gleich wieder ein neues Ziel gesetzt würde. "Andernfalls baut man Autos, die kein Mensch mehr bezahlen kann. Und gefährdet so letztlich Arbeitsplätze, auch am Standort Deutschland. Und das wäre das Letzte, was wir uns momentan leisten könnten."
Erst kürzlich hatte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer Brüssel vorgeworfen, sich bei den CO2-Vorgaben nicht mit den Herstellern auseinanderzusetzen: "Ich hatte verschiedene Treffen mit EU-Vertretern. Auch in anderen Ländern hat man sich mit der Autoindustrie zusammengesetzt, auch da sind teils harte Vorgaben herausgekommen. Aber in anderen Ländern wurde mit den Autoherstellern ausgelotet, wie weit man gehen kann, ohne die Unternehmen zu massiv zu belasten. Diese Frage haben wir von der EU kein einziges Mal gehört", so Reithofer in einem Interview der Branchenzeitung Automobilwoche. Es werde sehr viel Geld kosten, die ganzen CO2-Regularien weltweit einhalten zu können. BMW habe die CO2-Emissionen seit 1995 um über 30 Prozent reduziert und liege jetzt bei 133 Gramm. Reithofer: "Aber die letzten 33 Gramm werden die teuersten."











