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Sonntag, 28. Februar 2021,
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Neuauflage kommt im Frühjahr 2009 mit neuen Motoren und DSG

Neuer VW Polo: Ein Ausblick

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VW Polo V 2009
Reichel
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Neuer VW Polo - die Serienversion

2008 war bei Volkswagen Scirocco- und Golf-Jahr, 2009 bestimmen das Passat-Facelift und insbesondere die Neuauflage des Polo das Bild. Der "Mini-Golf" wird chicer, erwachsener und sparsamer – und erhält einen Van-Ableger. Ein Ausblick. Die fünfte Generation des Kleinwagens basiert auf jener Plattform, die Skoda Fabia und Seat Ibiza bereits testen dürfen. Der Längenzuwachs wird etwa acht Zentimeter betragen und damit die klassenübliche Vier-Meter-Grenze erreichen. Mehr wäre schon wegen des Golf nicht möglich gewesen, der in der aktuellen Neuauflage bei 4,20 Metern verharrt.

In punkto Design bleiben die Wolfsburger der Linie des Hauses treu: Der Polo V setzt nicht auf bewusste Jugendlichkeit und schräge Linien wie etwa die wichtigsten deutschen Konkurrenten Ford Fiesta und Opel Corsa, sondern geht mit einem unauffälligeren, gleichwohl stilsicheren Outfit in die nächsten Jahre. Dadurch wirkt das Auto ebenso selbstbewusst wie zeitlos.

Im Detail folgt der Polo dabei natürlich auch dem großen Bruder. So werden die Tränensäcke an den Scheinwerfern ebenso verschwinden wie die V-Form des Kühlergrills. Stattdessen gibt es hier den kleinen, stark horizontal betonten Kühlergrill des Golf, der im Zusammenspiel mit feinen Lichtkanten in der Stoßstange das Auto breit wirken lässt. Im Gegensatz zum Golf sollen sich aber Drei- und Fünftürer etwas deutlicher voneinander unterscheiden.

Neu sind ferner die für das Markenlogo angeschnittene Motorhaube, die Außenspiegel, der Entfall der seitlichen Schutzleisten, eine stärker betonte Schulterlinie und mutmaßlich auch zweigeteilte Rückleuchten - eine teure Lösung, die das Auto von den Mitbewerbern unterscheidet. Das hintere Kennzeichen sitzt wieder in der Heckschürze, der Kofferraum-Griff entfällt zugunsten einer Im-Logo-Lösung wie bei den anderen Baureihen.

Im Interieur ist ein für die Klasse gediegenes Ambiente zu erwarten, das durch angenehme Haptik und gute Verarbeitung den Standard der Klasse neu definieren dürfte. Auch in punkto Ausstattung legt der Polo deutlich nach und erfüllt damit jedenfalls ein bisschen die Mär vom Kleinwagen, der nur kleiner, aber nicht schlechter ist als das Mittelklasse-Auto. So dürfte der halbautomatische Parkassistent ebenso auf die Sonderausstattungsliste kommen wie die neuen Audio- und Navigationssysteme inklusive des RNS 510 mit Festplatte. Auch Rückfahrkamera und Kurvenlicht sind angedacht, nicht aber ein Panorama-Glasdach. ESP wird serienmäßig sein.

In punkto Antrieb markiert der Polo 2009 ebenfalls eine Zäsur. So wird einerseits die konventionelle Wandler-Automatik gestrichen; als Ersatz dient das siebenstufige DSG. Andererseits halten erstmals ein TSI-Motor und die neuen 1,6-Liter-Diesel Einzug. Letztere bedeuten im Falle des Polo eine Hubraumvergrößerung und eine Umstellung von drei auf vier Zylinder. Deswegen und dank Common-Rail-Technik versprechen sie ein deutlich höheres Maß an Antriebskomfort nicht nur in akustischer Hinsicht. Als Leistungsstufen kommen etwa 75, 90 und 105 PS in Frage, wobei die kleinste Variante auch im "BlueMotion" eingesetzt wird, der dann wie der Golf auch über Start-Stopp-System und Bremsenergie-Rückgewinnung verfügen wird. Angepeilter Verbrauch: 3,5 Liter.

Bei den Benzinern bleibt es dagegen bei dem 1,2-Liter-Dreizylinder, der nur im Detail überarbeitet ist und etwas sparsamer agiert. Denkbar wäre, hier nur noch eine Leistungsstufe mit 65 bis 70 PS zu offerieren. Darüber rangiert der ebenfalls bekannte und künftig etwas effizientere 1,4-Liter-Vierzylinder mit 80 PS, gefolgt vom gleich großen TSI mit etwa 105 PS, der später auch eine GTI-Version mit mindestens 175 PS befeuern dürfte.

Apropos später: Nicht nur GTI und BlueMotion wird es wieder geben, sondern auch die beliebte Cross-Variante mit leichter Offroad-Optik und unverändert Frontantrieb. Ein Cabrio oder Roadster steht derzeit nicht zur Debatte, ein kleines SUV wird noch diskutiert, so gut wie sicher ist aber ein weiteres Polo-Derivat: Der Polo Van (siehe Fotostrecke) soll ab frühestens 2010 erscheinen. Damit dürften die Wolfsburger ihr bewährtes und immer wieder funktionierendes Rezept - den Konkurrenten bei neuen Autos den Vortritt zu lassen und dann den Markt mit Verspätung aufzurollen - einmal mehr wiederholen: Die Gegner sind Toyota Yaris Verso, Renault Modus, Nissan Note, Chevrolet Beat, Citroën C3 Picasso und - nicht zuletzt - der Marktführer Opel Meriva.

Eigentlich sollte der Polo bereits in diesem Herbst erscheinen, schließlich ist das Auto bereits sieben Jahre alt. Wegen des Golfs wurde die Premiere aber verschoben. Erstmals in natura zu sehen sein soll der Polo V nun auf dem Genfer Salon im März 2009, die Markteinführung erwarten wir für spätestens Juni. Die Preise werden nicht wesentlich steigen, sondern ausstattungsbereinigt sogar fallen. Berücksichtigt man die bereits angekündigte Preiserhöhung für den Polo im November, die quasi bereits der Neuauflage gewidmet ist, so scheinen 12.200 Euro als realistische Obergrenze für das Basismodell.
Leserbrief Autokiste folgen date  17.10.2008  —  # 7529
text  Hanno S. Ritter
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