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Deutlich gewachsene Limousine im A5-Stil kommt Ende November ab 26.000 Euro
Vorstellung: Das ist der neue Audi A4
Gegenüber dem bisherigen, gewiss nicht schlecht gezeichneten A4 profitiert die Neuauflage vor allem durch die grundlegend neue Fahrwerksarchitektur alias "längsmodularer Baukasten": Im Antriebsstrang tauschte das Differenzial seinen Platz mit der Kupplung beziehungsweise dem Drehmomentwandler, wodurch die Vorderachse um 154 Millimeter nach vorne verlagert und damit der bisher als Fronttriebler-typisch geltende Überhang auf ein schöneres Maß verkürzt werden konnte.
In Zahlen: Der Radstand wächst um 17 Zentimeter auf 2,81 Meter und damit deutlich stärker als die Karosserie insgesamt, die nun die 4,70-Meter-Marke erreicht (+ 12 Zentimeter). In der Breite legt der A4 um fünfeinhalb Zentimeter auf fast 1,83 Meter zu. Im übrigen hat Audi bei der Karosserie aufwendigen Leichtbau getrieben und damit das Gewicht der Karosserie um zehn Prozent gedrückt - insgesamt liegt damit der kleine Benziner trotz Größenzuwachs auf dem bisherigen Niveau (1.410 kg).
Antriebsseitig stehen zunächst fünf Aggregate zur Wahl. Bei den Benzinern markiert der neue, aufgeladene 1,8-Liter-Vierzylinder mit 160 PS die Basis, gefolgt vom 3,2-V6 mit 265 PS. Bei den Diesel werden die 3,0- und 2,7-Liter-Sechszylinder (240 PS und 190 PS) ergänzt um einen neuen Vierzylinder, der 143 PS leistet. Neu ist hier wörtlich zu nehmen, denn aus dem bisweilen wegen seiner rauen Umgangsformen als "Traktor-Diesel" bezeichneten Pumpe-Düse-Aggregat ist ein modernes Common-Rail-Triebwerk geworden. Dieser von vielen Kunden bevorzugte Antrieb ist künftig nicht nur etwas schneller als bisher, sondern vor allem nochmals sparsamer: 5,5 gegenüber 6,0 Liter lautet der gemittelte Normverbrauch. Alle Diesel erfüllen bereits die EU5-Abgasnorm.
Der parallel zum Außenwachstum mehr Platz bietende Innenraum orientiert sich in der Machart erwartungsgemäß ebenfalls an A5 und A6, was insbesondere den hochgesetzten Monitor bedeutet. Die Zeiger der Instrumente stehen nun im Ruhezustand senkrecht, die Handbremse ist durch ein elektromechanisches Pendant ersetzt, was auf dem Mitteltunnel Platz schafft für den MMI-Bediencontroller. Dennoch geht es dort voll zu: Alleine 15 Tasten plus Controller für die Bedienung, dazu die Schalter für Parkbremse und Radio-Lautstärke und versionsabhängig der Startknopf dürfen nicht nur im Vergleich zum Vorgänger fast schon als überladen gelten.
Im Bereich der Ausstattungen gibt Audi die bisherige, angenehm einfache und unaufdringliche Politik einer einzigen Basisversion auf und führt stattdessen wie im A3 drei Linien ein (Attraction, Ambition, Ambiente); später folgen auch wieder "S-line"-Pakete. Die genauen Umfänge liegen noch nicht vor; erwähnenswert sind die Umstellung auf einen bartlosen Schlüssel, eine wirkungsvollere und sparsamere Klimaanlage, die auf Wunsch auch als Drei-Zonen-Ausführung zu haben ist, bis zu 19 Zoll große Räder und die Einführung von Assistenzsystemen wie in den größeren Baureihen - von der Rückfahrkamera über Spurhalte-Assistenten und Tote-Winkel-Überwachung bis hin zum Abstandstempomaten mit Auffahr-Warnung ist alles zu haben.
"Audi drive select" schließlich beeinflusst die Charakteristik von Motor, Automatikgetriebe, Lenkung und Dämpfung nach dem aktuellen Wunsch des Fahrers; die sogenannte Dynamiklenkung verändert ihre Übersetzung je nach gefahrener Geschwindigkeit und stabilisiert das Auto im Grenzbereich durch blitzschnelle kleine Lenkeingriffe.
Premiere feiert der neue A4 auf der IAA im September; die Markteinführung ist für Ende November geplant. Als Basispreis nennt Audi etwa 26.000 Euro - und schafft damit Verwirrung: Wenn wirklich die 160-PS-Version (und nicht eine später nachgeschobene, schwächere Variante) gemeint ist, wären das fast 3.000 Euro weniger als bisher. - Der bei den Kunden beliebtere Avant wird zunächst in bekannter Form weitergebaut; die Neuauflage ist im Frühjahr 2008 zu erwarten.












