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Pflichtangebot an Aktionäre / Neue Holding als SE geplant
Porsche baut VW-Anteil auf über 30 Prozent aus
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| Porsche hält | Porsche/VW/ak[M] |
| jetzt fast 31 Prozent an Volkswagen | |
Nach den aktienrechtlichen Vorschriften muss der Sportwagenbauer nun allen VW-Anteilseignern ein formelles Übernahmeangebot unterbreiten. Hierbei soll jedoch nur der gesetzlich vorgeschriebene Mindestpreis angeboten werden, der bei den Stammaktien unter dem aktuellen Kurswert liegt und somit keinen Aktionär zum Verkauf veranlassen würde.
Als Hintergrund für die Aufstockung, die Vorstandschef Wiedeking noch in diesem Monat zum wiederholten Male ausgeschlossen hatte, nennt Porsche den erwarteten Fall des sogenannten VW-Gesetzes vor dem Europäischen Gerichtshof, die nach einer entsprechenden Stellungnahme des zuständigen Generalanwalts immer noch wahrscheinlicher wird. Diese "Lex VW" begrenzte bisher das Stimmrecht unabhängig von der Anteilschaft auf maximal 20 Prozent.
Porsche will im übrigen eine Holding-Struktur errichten, um das operative Geschäft von der Beteiligungsverwaltung zu trennen. Vorgesehen ist dabei die Ausgliederung des operativen Geschäfts in eine 100prozentige Tochtergesellschaft, die unter dem bisherigen Namen "Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG" den Geschäftsbetrieb weiterführt und ihren Sitz in Stuttgart beibehält. Die dann als Holding agierende Haupt-Gesellschaft soll in eine europäische Aktiengesellschaft "Societas Europaea (SE)" umgewandelt werden und ihren Sitz im Großraum Stuttgart haben. Hierüber will Porsche in einer außerordentlichen Hauptversammlung voraussichtlich im Juni abstimmen lassen.
Porsche bezeichnete die Beteiligungsaufstockung am VW-Konzern als "logischen Schritt", um die weltweiten Herausforderungen im Automobilmarkt noch besser bewältigen zu können. VW und der zweitgrößte Aktionär, das Land Niedersachsen, begrüßten das Vorgehen. Spekulationen darüber, Porsche wolle die Mehrheit bei VW, dementierte der Sportwagenbauer, schloss aber weitere Erhöhungen nicht aus. Ein erneutes Übernahmeangebot an die Aktionäre wäre dann nicht mehr erforderlich.
Porsche war im September 2005 bei VW eingestiegen und hatte zunächst maximal 20 Prozent des stimmberechtigten Kapitals angepeilt. Schon damals hatten die Zuffenhausener betont, "auf keinen Fall" die Schwelle erreichen zu wollen, bei der ein öffentliches Übernahmeangebot nötig sei.












