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Neues Flaggschiff mit besserer Motorbremse und modifiziertem Design
Volvo FH16: Stärkster Serien-Lkw mit 660 PS
Möglich wurde das Leistungsplus durch diverse konstruktive Detailänderungen an der D16E genannten Motorenbaureihe. So verfügt das Aggregat über einen neuen, einteiligen Zylinderkopf, eine oben liegende Nockenwelle, vier Ventile pro Zylinder und elektronisch gesteuerte Pumpe-Düse-Einheiten. Ein neuer Turbolader nebst Ladeluftkühler tun das Übrige. Obschon Volvo zur Abgasreinigung auf die AdBlue- und SCR-Technik setzt, erfüllt die Maschine nur die EU4-Abgasnorm. Andere Hersteller können hier bereits nach EU5 zertifizierte Lösungen bieten.
Das Topmodell der schwedischen Lkw verfügt außerdem über eine verbesserte Motorbremse namens VEB+ (Volvo Engine Brake). Die Bremsleistung ist 15 Prozent höher als bei der vorherigen VEB-Generation. In die Ventilsteuerung ist eine Kompressionsbremse integriert, und VEB+ ist mit einem zusätzlichen Rollenkipphebel ausgestattet, der beim Bremsen betätigt wird. Dadurch erhöht sich der motorbremsende Druck in den Zylindern. Die maximale Bremsleistung beträgt nicht weniger als 425 kW, wodurch der Einsatz des Retarders oft gar nicht mehr notwendig sein soll.
Die Kraftübertragung obliegt bei der 660 PS-Version einem "I-Shift" genannten, elektronisch gesteuerten automatisierten 12-Gang-Split-/Rangegetriebe mit automatischem Gangwechsel, das leichter und kompakter ist als bisher. Für den FH16 mit 580 PS ist das normale 14-Gang-Split-Range-Schaltgetriebe Standard.
Der FH16 ist ganz auf die Herausforderungen der Zukunft - längere Fahrzeuge mit höheren Gesamtzuggewichten - abgestimmt. Die gesamte Konstruktion ist bereits auf Gewichte von 60 Tonnen ausgelegt, eine Schwerlast-Version ist ebenfalls lieferbar. Volvo geht offenbar davon aus, dass sich die Normen für Lkw-Größen und -Gewichte in Zukunft ändern werden. Was für die Wirtschaftlichkeit, den Verkehrsfluss jedenfalls auf Fernstrecken und auch den Umweltschutz gut ist - zwei 60-Tonner können die Transportarbeit von drei 40-Tonnern leisten - hat allerdings in punkto Sicherheit und Straßenbelastung auch Nachteile. Jedenfalls letztere könnte durch die Verteilung des Gewichts auf mehr Achsen allerdings eliminiert oder sogar überkompensiert werden.
In punkto Design haben die Schweden ihr Flaggschiff ebenfalls modifiziert. So gibt es etwa eine neue Front, an der die unteren Kühlergrillelemente nun eine zusammenhängende Einheit bilden. Dies sorgt neben dem Erkennungseffekt auch für eine bessere Kühlluft-Zufuhr. Im Fahrerhaus, das in drei Größen lieferbar ist, demonstrieren eine bessere Matratze, ein neues Kombi-Instrument mit höherer Auflösung des Displays sowie neue Materialien und Farben den Sonderstatus des FH16.












