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Multivan-Variante kommt im April / Neues Innenraumkonzept mit mehr Variabilität
T5: Erste Bilder und Details zum neuen VW Bus
Der neue Bus misst 4,89 Meter in der Länge und ist 1,91 breit - das kann noch als Pkw-Format durchgehen. Die zusätzlichen Möglichkeiten schöpft der Bus aus einer Höhe von nun 1,94 Metern. Das Design orientiert sich stark am Vorgänger - nur echte Kenner werden sich nach dem T5 auf der Straße umdrehen. Das ist einerseits schade, wurde so doch für Jahre die Möglichkeit eines grundlegend neuen Designs aufgegeben. Andererseits ist natürlich auch der T4 schon ein recht ansehnliches und beliebtes Auto, und so mag man verstehen, dass die Wolfsburger hier kein Risiko eingehen wollten. Bei der neuen Generation fällt eine überarbeitete Bugpartie auf, die nun noch wuchtiger daherkommt, wozu nicht zuletzt das VW-typisch sehr große Markenemblem in der Schnauze, das nun auch in die Motorhaube geschnitten ist, und die deutlich breitere Motorhaube beitragen. Scheinwerfer und Stoßstange orientieren sich am üblichen VW-Outfit, und auch die Türgriffe sind nun endlich in solider Bügelgriff-Bauweise ausgeführt.
Völlig neu sind die Heckleuchten, die nun deutlich höher sitzen und klarer gezeichnet sind. Die dritte Bremsleuchte sitzt jetzt über der Heckscheibe in der Karosserie; die Heckscheibe selbst ist unten seitlich etwas abgerundet und hat nun einen geometrisch vernünftig konstruierten Scheibenwischer wie ein Kombi. Dass der T5 aber keine komplette Neukonstruktion ist, wird an vielen Details sichtbar, etwa am immer noch links neben der Fahrertür sitzenden Tankstutzen - keine sehr praktische Lösung. Die seitlichen Blinker finden sich am Kotflügel und nicht wie bei allen anderen neuen VWs im Außenspiegel-Gehäuse. Bei den vorderen Scheibenwischern vertraut VW nach wie vor auf die konventionelle nebenliegende Anordnung, rüstet die Wischerarme aber nun mit dem Bosch Aerotwin-System aus.
| Fotoserie: Der neue Multivan aus der Nähe » |
Die grundlegenden Schlüssel zur Vielseitigkeit sind neue Gleitschienen im Fahrzeugboden. In ihnen können Einzelsitze, Liegesitzbank und ein Tisch an beliebiger Stelle im Fond fixiert werden. Das eröffnet ein breites Spektrum an Variationen, sei es auf dem Weg zum Freizeitsport, in den Urlaub oder auf der Geschäftsreise. Sicher wird es hier auch vielfältige Halterungssysteme, etwa für großes Sportgerät oder Fahrräder, geben. Schiebetüren auf beiden Fahrzeugseiten erhöhen nochmals den praktischen Charakter des Maxi-Vans. An allen Fondplätzen sind Dreipunktgurte im Sitz integriert. Neben Fahrer- und Beifahrer-Airbag gibt es auch hinten Seitenairbags, über vordere Seitenairbags schweigt sich die bisherige VW-Information aus.
Auch der Innenraum wurde neu gestaltet. Einen Blick hinein haben die VW-Marketingstrategen freilich noch nicht erlaubt - wie üblich werden die Fakten zu einem neuen Fahrzeugmodell nur häppchenweise veröffentlicht. Zur Serienausstattung gehört eine Klimaautomatik, die nun auch eine eigene Temperierung des Beifahrer- und optional auch des Fondbereichs erlaubt. Die Fond-Passagiere können über verstellbare Dachlüfter die Luft direkt auf sich lenken oder am Dachhimmel entlang streifen lassen. Die individuelle Einstellung ist denkbar einfach: Der Nutzer braucht nur die Temperatur vorzuwählen und die Ausströmer seinen Bedürfnissen anzupassen.
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auf T5-Basis | © Volkswagen AG | |
Völlig neu entwickelt wurde auch das Fahrwerk. McPherson-Federbeine vorne und eine Schräglenker-Achse mit Miniblok-Schraubenfedern und separaten Stoßdämpfern hinten sollen dem Multivan zu Pkw-ähnlichen Fahreigenschaften verhelfen. Darüber hinaus unterdrücken groß dimensionierte Stabilisatoren die Seitenneigung des Fahrzeugs in Kurven. Je nach Motorisierung verzögern 16 oder 17 Zoll große Bremsscheiben die Multivan-Modelle. ABS, eine elektronische Differentialsperre und ADR sind serienmäßig; ESP dagegen - selbst im Golf schon seit fast drei Jahren zur Standardausstattung gehörend - ist im T5 unverständlicherweise nur gegen Aufpreis (Serie bei V6) erhältlich.
Der neue Multivan ist ein großes Auto mit viel Platz für bis zu neun Personen. Damit sich die Passagiere an Bord auch auf langen Strecken gut miteinander unterhalten können, was laut VW bisher nur schwer möglich war, haben die Techniker ein neues System namens Digital Voice Enhancement (DVE) entwickelt, das als Option erhältlich ist. Sechs Mikrofone im Dachhimmel und die Radiolautsprecher erlauben ein Gespräch in normaler Lautstärke. Der Fahrer muss sich nicht mehr nach hinten drehen, um verstanden zu werden, er spricht nach vorne - ebenso die restlichen Mitreisenden. Alle Passagiere hören sich verstärkt über die Lautsprecher der Stereoanlage.
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Preise sind noch nicht bekannt - werden sich aber natürlich auf dem bekannt hohen Niveau des Vorgängermodells bewegen. Wer den Multivan mit dem großen Diesel will, wird wohl schon in der Basisausstattung um die 37.000 Euro kalkulieren müssen. Mit einigen Extras und Überführungskosten kann man da schnell auf 50.000 Euro kommen - schon lange kein Auto also mehr für die Hippie- oder Globetrotter-Fraktion, sondern eher für den erfolgreichen Yuppie samt Familie. Dem Erfolg des T5 wird dies freilich keinen Abbruch tun - der VW-Bus ist in seiner Klasse schon seit Ewigkeiten die Nummer 1 bei den Neuzulassungen: Rund jedes zweite Fahrzeug hört auf den Spitznamen Bully.













