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Porsche Cayenne, hier
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© Porsche AG
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die Turbo-Version
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Porsche hat heute in Leipzig erstmals ihren neuen sportlichen Geländewagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Rund 1.300
geladene Gäste waren Zeugen, als auf dem kurz zuvor offiziell eingeweihten Werksgelände der Tochtergesellschaft Porsche
Leipzig GmbH drei Cayenne-Fahrzeuge die neue Einfahr- und Prüfstrecke neben dem 32 Meter hohen, kegelförmigen Zentralgebäude
des Kundenzentrums hinabfuhren.
Ein Fanfaren-Hupkonzert für 16 Porsche-Sportwagen - eigens komponiert vom Kantor der Leipziger Nikolaikirche, Jürgen Wolf -
hatte das Ereignis angekündigt. Dann erschien der erste Cayenne auf dem Hügel, mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Dr.
Wendelin Wiedeking, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. In den beiden anderen Fahrzeugen folgten der Ministerpräsident des
Freistaates Sachsen, Professor Dr. Georg Milbradt, chauffiert von Porsche-Vertriebsvorstand Hans Riedel, und Leipzigs
Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee mit Produktionsvorstand Michael Macht am Steuer.
Die "Live"-Präsentation des Cayenne, dessen Markteinführung für den Spätherbst dieses Jahres geplant ist, erfolgte im Rahmen
der Einweihungsfeier für die Porsche Leipzig GmbH, in deren Werk die nach 911 und Boxster dritte Baureihe von Porsche
montiert wird. Nach einer Bauzeit von insgesamt zweieinhalb Jahren wurden das neue Montage-Werk, das Kundenzentrum, die
Einfahr- und Prüfstrecke sowie die benachbarte Geländestrecke heute offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Neben zahlreicher
Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft feierten auch einhundert Leipziger Bürgerinnen und Bürger mit, die ihre
Eintrittskarten im Rahmen einer Verlosungsaktion gewonnen hatten.
In seiner Begrüßungsrede dankte Wiedeking allen, die mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, das insgesamt 127
Millionen Euro teure Bauprojekt im Norden der sächsischen Messemetropole termingerecht zum erfolgreichen Abschluss zu
bringen. Den Behörden der Stadt und des Freistaates Sachsen stellte er ein gutes Zeugnis aus: "Es war beeindruckend, in
welcher Rekordzeit die Genehmigungsverfahren für unser Leipziger Werk abgeschlossen wurden".
Besonders erwähnte der Vorstandsvorsitzende die Rolle der Gesellschafter-Familien Porsche und Piëch, die mit ihren
weitsichtigen Entscheidungen die Voraussetzungen dafür geschaffen hätten, dass Porsche nun ein neues Kapitel seiner
Erfolgsgeschichte aufschlagen könne. Wiedeking: "Der kleinste unabhängige Automobilhersteller der Welt schickt sich hier in
Leipzig an, in völlig neue Dimensionen vorzustoßen."
Bundeskanzler Schröder lobte den Sportwagenhersteller für sein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland. Mit der
Entscheidung für Leipzig habe Porsche ein unübersehbares Signal gesetzt. Das neue Werk zeige, dass es sich lohne, qualitativ
und technisch hochwertige Produkte in Deutschland zu produzieren, betonte Schröder. Porsche habe den Wettbewerbsvorteil, der
sich aus der Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" auf den internationalen Märkten ergebe, frühzeitig erkannt und
konsequent genutzt - auch zum Wohle der Menschen in der Region Leipzig, die durch die Porsche-Ansiedlung einen neuen
zukunftssicheren Arbeitsplatz gefunden hätten, erklärte der Bundeskanzler. Damit stelle sich das Unternehmen zugleich seiner
gesellschaftlichen Verantwortung.
Einen weiteren Programm-Höhepunkt gab es im Anschluss an die Einweihungsfeier, als Bundeskanzler Schröder im Werk symbolisch
die letzte Schraube am ersten Cayenne festzog. Dann setzte offiziell die Serienproduktion des Cayenne in Leipzig ein.
In dem neuen Porsche-Werk werden jährlich mindestens 25.000 Exemplare des sportlichen Geländewagens vom Band rollen. "Mehr
als 100.000 Interessenten aus aller Welt haben bereits ihre Kaufabsicht für den Cayenne bekundet - und täglich kommen
weitere hinzu", berichtete Wiedeking. Darüber hinaus verwies der Porsche-Chef auf die Anfang Juli dieses Jahres gefällte
Entscheidung des Vorstands, ab der zweiten Jahreshälfte 2003 auch den künftigen Hochleistungssportwagen Carrera GT in
Leipzig zu produzieren. Dadurch entstehen bei der Porsche Leipzig GmbH zusätzlich zu den bereits vorhandenen 300 Stellen
weitere 70 neue Arbeitsplätze.
"Das ist unser Beitrag zum Aufbau Ost - den Porsche übrigens ohne den Griff in die Taschen der Steuerzahler geleistet hat", erklärte Wiedeking, der auf mögliche Subventionen für die Ansiedlung ausdrücklich verzichtet hatte, und versprach: "Leipzig
wird auch in Zukunft vom konsequenten Wachstumskurs und Erfolg unseres Unternehmens profitieren." Zugleich appellierte er an
die Politik, den zweistelligen Millionenbetrag, den die öffentliche Hand durch den Subventionsverzicht von Porsche
eingespart habe, vor Ort in Infrastruktur-Maßnahmen, in den Bildungsbereich und in soziale Einrichtungen zu investieren.