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Kölner Autobauer startet "All-inclusive-Programm" für bzw. gegen Tauben
Ford und das Problem mit den Tauben
Ford-Auszubildende werden in den kommenden Wochen vier Taubenschläge bauen, die den Tieren als Nistplätze und Aufenthaltsort dienen sollen. Sie werden in stillgelegten Belüftungs-Penthäusern auf Hallendächern oder an anderen strategischen Stellen in direkter Nähe zu den bisherigen Brutplätzen der Populationen errichtet. Pro Schwarm wird ein Taubenschlag benötigt. Diese "Häuser" haben 50 bis 200 nummerierte Nistplätze sowie gleich viele Sitzplätze. Die Böden der Taubenschläge sowie die Brutzellen werden zur leichteren Entfernung des Kots mit Press-Spanplatten ausgelegt. Diese sogenannten "Betoplan-Platten" haben eine beschichtete, besonders glatte Oberfläche und werden mit "Schlagweiß"-Pulver bestreut, das die Exkremente der Vögel bindet.
Bis die Taubenschläge errichtet sind, sollen die Tiere im Freien kontrolliert mit Futter versorgt werden, das heißt jeden Tag um die gleiche Uhrzeit. Es handelt sich dabei um etwa 30 bis 50 Gramm einer handelsüblichen Körnermischung aus Mais und Trockenerbsen pro Taube. Ziel der Aktion ist, die Tauben an ihre künftigen Nistplätze zu binden: Stehen die Taubenschläge, wird die Fütterung in die "Häuser" verlegt. Die Kosten für das Futter - jährlich rund sechs Euro pro Taube - sind nach Angaben von Hans-Peter Sulser, Fertigungsleiter des Kölner Ford-Standorts, deutlich geringer als diejenigen, die bisher für die Beseitigung der "tierischen" Schäden aufgewendet werden mussten.
Gleichzeitig werden die bisherigen Brutplätze - vor allem stillgelegte Hallenaufbauten, aber beispielsweise auch die 52 Stützpfeiler einer oberirdisch verlaufenden Pipeline - nach und nach beseitigt, und zwar durch Netze, Gitter und Spikes.
Ford-Mitarbeiter, meist Hobby-Taubenzüchter, werden die Taubenschläge zweimal pro Woche reinigen und kontrollieren. Und dann beginnt auch die zweite Maßnahme der Aktion: Frisch gelegte Eier werden gegen Gips-Attrappen ausgetauscht. Weil Stadttauben bis zu sieben Mal pro Jahr brüten, wird dies eine aufwändige Aktion werden, doch durch den ausbleibende Nachwuchs verspricht man sich mittelfristig eine dauerhafte Kontrolle der Taubenpopulationen auf dem Werksgelände - jedenfalls dann, wenn die Mitarbeiter konsequent auf eine zusätzliche Fütterung der Tauben verzichten.
Diese sanfte, nachhaltige Bestandskontrolle wird vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz empfohlen. Das "Integrative Gesamtkonzept" beruhe auf Erfahrungen und Erkenntnissen, die Kommunen und Tierschutzgruppen in der Praxis hätten sammeln können sowie auf Ergebnissen wissenschaftlicher Studien. Das Konzept wird zum Beispiel in Aachen umgesetzt.











