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Passat-Fertigung geht zu Škoda / Mehrmarkenfabriken als Zukunft
VW: Diess wird noch mächtiger

Volkswagen
VW-Chef Herbert Diess verantwortet
künftig auch das China-Geschäft des Konzerns
Die Neuordnung solle der wachsenden Bedeutung des chinesischen Marktes und dem hohen Tempo der technologischen Entwicklung in China Rechnung tragen, hieß es. Besonders auf den Gebieten Elektromobilität, Konnektivität, Automatisiertes Fahren sowie Shared Mobility setze China zunehmend weltweit Maßstäbe. Diese Entwicklung erfordere künftig den direkten und intensiven Fokus des Vorstandsvorsitzenden.
Die Verantwortung für das operative Geschäft in China wird künftig als CEO Dr. Stephan Wöllenstein (55), bisher CEO von Volkswagen China Passenger Cars und Executive Vice President der Volkswagen China Investment Company, tragen. Wöllenstein ist Diplom-Kaufmann und verfügt über umfassende China-Erfahrung. So war er vor seiner heutigen Funktion Managing Director der Marke Volkswagen und Executive Vice President von FAW-Volkswagen Sales Co., Ltd. in Changchun. Zuvor hatte er verschiedene verantwortliche Funktionen im Vertrieb der Marke Volkswagen sowie bei der SAIC Volkswagen in Shanghai inne.
Die Veränderungen erfolgen Mitte Januar 2019. Dann wird Prof. Dr. Jochem Heizmann, derzeit Vorstandsmitglied mit der Verantwortung für das China-Geschäft sowie President und CEO der Volkswagen Group China, in den Ruhestand treten.
Herbert Diess ist Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns, gleichzeitig Vorstandschef der Marke Volkswagen und Leiter der Gruppe "Volumen", zu der auch Seat und Škoda gehören. Außerdem verantwortet er auf Konzernebene den Bereich Forschung und Entwicklung. Diess ist außerdem Vorsitzender der Aufsichtsräte von Audi, Seat und Škoda - und Mitglied im Aufsichtsrat von Infineon.
Der Aufsichtsrat hat heute auch die neue Strategie bei der Belegung der Werke abgenickt. Demnach wird Emden künftig wie berichtet ausschließlich Elektroautos herstellen. Die Rede ist nun von elektrischen Kleinwagen und Limousinen mehrerer Marken. Das, was die Wolfsburger als "Volkswagen Passatfamilie" [sic] bezeichnen, wird künftig zusammen mit dem verwandten Škoda Superb und dem Kodiaq im tschechien Werk Kvasiny gebaut. Škoda Karoq und der Seat Ateca, die aktuell dort vom Band laufen, werden in ein neues Mehrmarkenwerk verlagert. Dieses muss allerdings erst noch gebaut werden; man suche einen Standort in Osteuropa, hieß es.
Als wesentlichste Kriterien der Werkbelegung nennt der Autobauer die optimale Auslastung vorhandener Kapazitäten, die plattformorientierte Belegung der Standorte und die Volumenbündelung. "Flexible Mehrmarkenfabriken werden daher weiter zunehmen, um die Vorteile des flexiblen Produktionsnetzwerks zu nutzen", erklärte VW. Zur Steigerung der Produktivität und Reduzierung der Fabrikkosten und Investitionen soll konsequent auf eine Wiederverwendung vorhandener Anlagen und Fabrikstrukturen sowie auf eine markenübergreifende Standardisierung gesetzt werden.
Bis 2025 soll die Produktivität in der Produktion um 30 Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig soll die Umweltbelastung der Fabriken in etwa halbiert werden. "Wir haben uns klare und ehrgeizige Ziele gesetzt", sagte Produktionsvorstand Oliver Blume.











