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Festnahme wegen Verdunkelungsgefahr
Audi-Chef Stadler sitzt in Untersuchungshaft

Audi
Audi-Chef Rupert Stadler
wurde im Zuge des Dieselskandals festgenommen
Grund sei Verdunkelungsgefahr, mithin die Sorge, dass der Beschuldigte Beweismittel vernichten oder ändern oder andere Beschuldigte oder Zeugen beeinflussen könnte. Weitere Angaben macht die Staatsanwaltschaft im laufenden Verfahren nicht. Ein VW-Sprecher bestätigte die Vorgänge.
Stadler (55), seit 1990 bei Audi und seit 2007 Vorstandschef, ist der bisher ranghöchste Manager, der im Zuge des Dieselskandals festgenommen wurde. Auch ein ehemaliger Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand sitzt seit September 2017 in Untersuchungshaft. Ein früherer Mitarbeiter Stadlers war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft im November 2017 wieder auf freien Fuß gesetzt worden.
Erst in der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass Stadler und ein weiteres, namentlich nicht genanntes Vorstandsmitglied jetzt zum Kreis der inzwischen 20 Beschuldigten gehöre. Tatvorwurf: Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung. In der Folge waren beide Privatwohnungen durchsucht worden.
Stadler, der infolge der Dieselkrise und auch der nicht mehr so florierenden Geschäfte bei Audi schon länger als angeschlagen gilt, aber stets seine Unschuld beteuerte und von Personalmaßnahmen ausgenommen wurde, dürfte damit auch im Falle einer Nichtverurteilung die längste Zeit an der Spitze des Autobauers gestanden sein. Dem Unternehmen, das zuletzt den "Vorsprung durch Technik" und die frühere formale Eleganz vermissen ließ, wird das nur gut tun.











