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Kleines SUV aus Brasilien wird besser, aber nicht gut
Ford Ecosport: Erste Auffrischung im ersten Jahr (aktualisiert)

Ford
Leider nur halbherzig aufgewertet
fährt der Ford EcoSport ins zweite Modelljahr
Das weiß man auch bei Ford, wo man vorsorglich sowieso nur eine recht überschaubare Zahl an Fahrzeugen bei den brasilianischen Kollegen, die den EcoSport verantworten, geordert hatte. Andererseits ist das Segment kleiner SUVs derzeit bei den Kunden hoch im Kurs, so dass die Kölner im Laufe des Jahres mit einer überarbeiteten Variante auf neuen Kundenzuspruch hoffen. Einen ersten Ausblick gibt der EcoSport S Concept dieser Tage auf dem Genfer Autosalon.
Die "S Concept"-Variante hebt sich durch ihre exklusive Lackierung in "Deep Impact Blue" ab. Ein schwarzes Dach, ebensolche Außenspiegel und auffällige 17-Zoll-Leichtmetallräder sorgen ebenfalls für einen - etwas - attraktiveren Auftritt, ebenso das zehn Millimeter abgesenkte Fahrwerk und ein neues Diffusorelement im Heck. Der ungemütlichen Atmosphäre im Innenraum begegnet Ford mit einer besseren Dämmung von Türen, Instrumententräger und Pedalbereich.
Weitere Änderungen betreffen die Heckklappe bzw. -türe, die bisher mit einem merkwürdigen Griff zur Seite geöffnet wird, dabei schwergängig ist, nicht sicher aufhält und zudem überflüssigerweise ein außen befestigtes Reserverad mit sich herumschleppt, das den Wagen 20 Zentimeter länger macht ohne jeden funktionellen Vorteil und bei einem reinen Fronttriebler auch übertrieben wirkt. Für die künftigen Ecosport-Modelle wird Ford den Kunden die Wahl lassen, ob sie das Reserverad so wünschen, außerdem soll die Türe künftig auch bei begrenztem Parkraum eine größere Öffnung freigeben.
Weitere Verbesserungen betreffen die Fahrdynamik des EcoSport. Das Fahrwerk werde durch neue Feder- und Dämpferraten optimiert und Servolenkung und ESP würden stärker auf europäische Standards abgestimmt, kündigen die Kölner an. Der Handbremshebel soll sich besser erreichen lassen, ist dem ersten Bild nach aber weiterhin unsymmetrisch platziert. Optional sind ein Winterpaket mit beheizbaren Sitzen, Außenspiegeln und Frontscheibe sowie abgedunkelte Scheiben im Fond erhältlich. Serienmäßig gibt es ein überarbeitetes Kombiinstrument mit Chromeinfassung und Dimmer-Funktion sowie Chrom-Akzente an den elektrischen Fensterhebern.
Dass der Ecosport auch in der neuen Ausführung kein Erfolgsmodell à la Opel Mokka, Renault Captur oder Peugeot 2008 mehr wird, ist absehbar, zumal Ford auch diese Überarbeitung nur halbherzig angeht: Weder eine bessere Haptik noch eine Reduzierung der Schalterwüste im Innenraum noch eine aktuelle Scheinwerfer-Technik ist angekündigt, Assistenten sucht man vergebens. Auch viele beliebte Extras wie Xenon-Licht, Ambientebeleuchtung, LED-Technik, Parksensoren vorne, Anhängekupplung, Navigation oder Schiebedach glänzen durch Abwesenheit. Da wundert es denn auch nicht, dass neue Antriebsoptionen ebenso nicht vorgesehen sind.
Wann genau die neuen Modelle bestellbar sind, ist noch nicht bekannt - aber vor dem genannten Hintergrund wohl auch nicht so wichtig: Wer schlau ist, kauft sich stattdessen zum ähnlichen Preis einen Focus, der in jeder Hinsicht um Klassen besser ist.
Nachtrag, 06.03.2015: Ford teilt nunmehr mit, dass die Änderungen im Juni in die Serienproduktion einfließen. Noch im Laufe
des Jahres könne auch ein Navigationsgerät und eine Rückfahrkamera bestellt werden. Die optischen Änderungen am Concept-Modell
werden in der Serie für einen EcoSport S übernommen. Im Topmodell "Titanium" werden Teilleder-Sitze serienmäßig. Außerdem
erstarkt der Diesel um fünf auf 95 PS. Für das Getriebe kündigt Ford einen optimierten Wirkungsgrad an.











