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Bagger als Waffe missbraucht / Verfolgungsweg zugeschüttet
Panorama: Radlader-Fahrer rastet total aus
Die Betroffenen - ob der Fiesta der Familie gehörte, ist nicht überliefert - riefen die Polizei um Hilfe. Die Beamten aus Schleswig nahmen den Sachverhalt auf und stellten den Randalierer zur Rede. "Bei der Konfrontation mit dem Vorwurf der Sachbeschädigung und Nötigung kippte bei ihm die Stimmung", erklärte ein Polizeisprecher. Der Mann setzte sich in seinen massiven Radlader, fuhr erneut auf den Ford Fiesta zu und schob diesen einige Meter vor sich her. Dabei wurde eine 30-jährige am Fahrzeug stehende Frau eingeklemmt und mitgeschliffen.
Die Polizei schildert die Situation als lebensbedrohlich. Vor diesem Hintergrund gaben die Beamten einen Warnschuss ab, welchen der 44-jährige auch wahrnahm, aber ignorierte. Bei einem Wendemanöver des Radladerfahrers konnte sich die Frau glücklicherweise nur leicht verletzt befreien. Die Angehörigen, darunter ein Kind, erlitten einen Schock.
Doch der Mann war noch nicht fertig. Nun fuhr er mit seinem Radlader mitsamt dem Kleinwagen auf die Polizeibeamten zu, die sich in letzter Sekunde durch Sprünge retten konnten. Vor dem Streifenwagen stoppte der Radladerfahrer schließlich seinen Angriff und fuhr davon, nicht jedoch, ohne zuvor die letzte noch offene Zufahrt zur Kieskuhle zuzuschütten. Die Polizei musste daher vor der weiteren Verfolgung erst selbst zur Schaufel greifen, um den Weg notdürftig passierbar zu machen.
Gemeinsam mit zwischenzeitlich eingetroffener Verstärkung konnten die Beamten den Aggressor schließlich festnehmen. Er verweigerte jede Kooperation und seine Personalien und gab nachhaltig an, im Recht zu sein. Die Polizei beschlagnahmte auf der Wache seinen Führerschein, schaltete den sozialpsychiatrischen Dienst ein und führte einen Alkoholtest durch, der negativ ausfiel.
Weil ein Haftgrund nicht vorlag, musste der Mann nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen werden. Er kann sich jetzt auf jede Menge Ärger einstellen: Das Ermittlungsverfahren werde umfangreich sein, sagte ein Polizeisprecher, es werde unter anderem wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung, Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt. Dazu kommen mutmaßlich zivil- und arbeitsrechtliche Verfahren.












