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Werkseröffnung in Kecskemét für B-Klasse & Co.
Mercedes: Erstmals Produktion in Ungarn
Mit dem Produktionsstart in Kecskemét gehe der Angriff von Mercedes-Benz im Premium-Kompaktsegment in die nächste Runde, sagte Zetsche. "Dank des Produktionsverbunds der Werke Rastatt und Kecskemét verfügen wir nun über die Kapazitäten, um die Wünsche vieler - auch neuer - Kunden im Premium-Kompaktsegment zu erfüllen." Zetsche kündigte in diesem Zusammenhang erstmals offiziell an, dass mit dem "viertürigen Coupé" der Kompaktwagen-Generation eine weitere Modellvariante an den neuen Standort kommen wird. Im Zuge der Werksentwicklung soll die Mitarbeiterzahl bis Ende des Jahres von derzeit rund 2.500 auf mehr als 3.000 aufgestockt werden. Die maximale Produktionskapazität beträgt 200.000 Fahrzeuge im Jahr, 2012 soll davon zunächst die Hälfte erreicht werden.
Zunächst läuft ab sofort im neuen Werk die B-Klasse vom Band, deren Produktion im September 2011 bereits im deutschen Werk Rastatt angelaufen war. Damit kann Mercedes auch die teilweise langen Lieferzeiten für das Modell optimieren. Seit Markteinführung im November 2011 hat Mercedes bereits über 100.000 B-Klassen verkauft. Das erste Fahrzeug aus dem Werk wird im Rahmen einer Auktion versteigert; der Erlös geht an eine ungarische Kinder-Hilfsorganisation.
Für die Produktionsanlagen der neuen Kompaktwagen hat Daimler eigenen Angaben zufolge insgesamt 1,4 Mrd. Euro investiert, davon 800 Mio. für den Neubau des Werks Kecskemét und 600 Mio. Euro für die Erweiterung des Werks Rastatt. Die gemeinsame Produktion der B-Klasse an beiden Standorten ermögliche die flexible und jeweils optimale Steuerung der Auslastung beider Werke, hieß es. Die Anlieferung von Motoren, Getrieben und weiteren Komponenten aus Deutschland erfolgt per Bahn; ab dem kommenden Jahr soll auch ein Großteil der fertigen Autos auf diese Weise in Gegenrichtung zurück nach Deutschland transportiert werden. Hintergrund der Übung sind die extrem niedrigen Lohnkosten in Ungarn, die auch Audi in dem Land zunehmend nutzt.
Die ungarische Wirtschaft hat erheblich von der Standortwahl profitiert: So sind laut Daimler mehr als 90 Prozent des Auftragsvolumens für den Bau des Werks an ungarische Firmen vergeben worden. Vielfältige Möglichkeiten für ungarische Partner bietet auch der Betrieb des Werks, etwa für Dienstleister oder Handwerker. Beim Produktionsmaterial für die Fahrzeuge haben 17 in Ungarn ansässige Lieferanten den Zuschlag für ein "signifikantes Auftragsvolumen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich" erhalten.
B-Klasse-Kunden haben keinen Einfluss auf den Produktionsstandort. Sie können diesen lediglich anschließend über die Fahrgestellnummer herausfinden.












