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Vierte Generation des Erfolgsmodells ab November bei den Händlern / Deutlicher Größenzuwachs / Verbesserte Ausstattung
Der neue Polo kommt
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| Design-Anleihen beim Lupo: | © Volkswagen AG | Der neue Polo kommt im November zu den Händlern |
Besonders auffällig an dem neuen Modell sind die Karosserieausmaße: Deutlich größere Dimensionen (u.a. Länge plus 154 mm, Radstand plus 53 mm) machen den Polo komfortabler, sicherer, entziehen ihn aber auch langsam aus dem angestammten Kleinwagen-Segment: Der neue ist in den Größen vergleichbar mit dem Golf I der siebziger Jahre. Das weiß auch Volkswagen, weswegen man sich bemüht, den Neuen in Anlehnung an den Begriff der "Golf-Klasse" als ersten Vertreter der "Polo-Klasse" zu bezeichnen - ein bisschen viel des Guten vielleicht.
Neues auch auf der Motorisierungsseite: Zur Markteinführung wird der Polo zunächst nur mit einem Drei- und einem Vierzylinder-Benziner (47 kW/65 PS und 55 kW/75 PS) sowie einem Dreizylinder-TDI (55 kW/75 PS) angeboten. Der Dreizylinder-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum stellt eine komplette Neuentwicklung dar. Er ist sparsam, emissionsarm (EU-4-Norm) und soll dank einer Ausgleichswelle trotz des fehlenden Zylinders ausgesprochen laufruhig sein. Bis Januar 2002 werden darüber hinaus sukzessive fünf weitere Motoren erhältlich sein. Zu ihnen zählen ein sicherlich interessanter, weil ebenso sparsamer wie kräftiger neuer Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer (FSI), der 63 kW/85 PS leisten wird, und als Basismotorisierung ein weiterer Dreizylinder mit 40 kW/55 PS.
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| Der viertürige Polo bekommt | © Volkswagen AG | ein drittes Seitenfenster in der C-Säule |
Zudem verbessern zahlreiche optionale Ausstattungsfeatures Komfort und Sicherheit. In Verbindung mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) bietet Volkswagen im Polo erstmals einen hydraulischen Bremsassistenten (HBA) an, der in Notsituationen den Bremsdruck erhöht und damit den Anhalteweg verkürzt. Den Komfort steigert die neue "Climatic", eine halbautomatische Klimaanlage mit automatischer Regelung der Innenraumtemperatur; manuell gesteuert wird lediglich die Luftverteilung. Das ist insgesamt fast genauso gut wie eine vollautomatische Klimaanlage, aber günstiger - schade, dasss VW sowas erst jetzt anbietet. Ein neuartiger Kältekompressor sorge dafür, dasss sich die Climatic - und die ebenfalls lieferbare vollautomatische Climatronic - deutlich weniger als herkömmliche Anlagen auf den Kraftstoffverbrauch auswirken, hieß es.
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| Durch drittes Seitenfenster | © Volkswagen AG | gestreckte Silouette: VW Polo IV |
Soweit also alles wie grundsätzlich erwartet, was kein Nachteil sein muss. Neue Wege ging man in Wolfsburg jedoch beim Design: Konsequenter voneinander getrennt wurde das Design des 2- und 4-Türers: Während die zweitürige Version eher coupéhafte, sportliche Assoziationen wecken soll, steht der viertürige Polo auch optisch mehr für das Familienauto. Optisch unterstreicht dies ein drittes Seitenfenster in der C-Säule, das auch insgesamt beispielhaft für die gestreckteren Dimensionen des Polo stehe. Von vorne gleicht das Design mit seinen Doppel-Rundscheinwerfern stark dem des Lupo, die Rückleuchten nehmen dagegen eher Anleihen beim jüngst renovierten Passat. Gleiches gilt für die auch beim Viertürer leicht coupéhaft wirkende Dachsilouette.
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| Polo-Interieur | © VW AG | Anklicken für Großansicht |
Preise und genaue Ausstattungen sind derzeit noch nicht bekannt. Ein Foto des Zweitürers gibt es ebenfalls noch nicht.
Kommentar: Soweit alles, wie erwartet. Nur das Design vermag mich nicht zu überzeugen - die optische Trennung von Zwei- und Viertürer mag bei Fiat durchaus Sinn machen und erfolgreich sein, bei VW befürchte ich eher das Gegenteil. Warum sich VW nun auch noch vom einem der wenigen Stilmerkmale des eigenen Designs - der breiten C-Säule - verabschiedet und dem Polo ein drittes Seitenfenster gönnt, ist unverständlich. Hier wird ohne Not mit Designtraditionen gebrochen, die seit den Tagen des Golf I bewährt und erfolgreich am Markt waren. Auch sonst lässt mich das Design nicht gerade jubeln, ist es doch in erster Linie eine Mischung aus anderen, bekannten Modellen des Konzerns, wenn auch nicht ganz so schlimm umgesetzt wie beim Polo III seit dessen misslungenen Facelifts (innen Lupo, vorne Polo, hinten Golf). Dass Volkswagen den Polo auf den ersten offiziellen Bildern nun auch noch in roter Lackierung zeigt, kann angesichts der Beliebtheit dieser Farbe und deren Image nur als marketingtechnischer GAU bezeichnet werden. Schade, man hätte insgesamt mehr erwartet; die Begeisterung, wie bei der Premiere des Polo III, bleibt aus. - Bleibt zu hoffen, dasss man sich beim Golf V mehr Mühe geben wird. (hsr)















