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Kompaktwagen mit bis zu 175 Kilometer Reichweite ab 37.000 Euro
Elektroauto Nissan Leaf kommt im April 2012
Der Vertrieb soll zunächst über nur 18 ausgewählte Handelspartner erfolgen. "Ziel" sei es, bis Ende 2013 die Zahl der Leaf-Stützpunkte auf mindestens 100 zu erhöhen, hieß es. Mit dem Preis von 37.000 Euro bewegt sich der Leaf etwa 2.000 Euro über dem kleineren Mitsubishi i-MiEV bzw. Citroën C-Zero und ist etwa 6.000 Euro günstiger als der Opel Ampera mit Range Extender.
Zum Vergleich: Ein Nissan Qashqai 1,5 dCi Acenta mit 110 PS kostet ab 23.600 Euro. Der dritte Punkt in dem Leaf-Backronym "Leading, Environmentally Friendly, Affordable, Family Car" ist daher kaum als erfüllt anzusehen. Mit einer Fünf-Jahres-Garantie auf alle elektronischen Komponenten (drei Jahre auf das restliche Auto) will Nissan immerhin Bedenken von potentiellen Käufern gegenüber der neuen Technik zerstreuen.
Der Leaf ist laut Nissan-Marketing mit "allen Komfort- und Sicherheits-Features bestückt, die man auch von konventionell angetriebenen Fahrzeugen gewohnt ist". Dazu gehören Navigationssystem mit 7-Zoll-Touchscreen und Rückfahrkamera, LED-Hauptscheinwerfer und -Rückleuchten, Klimaautomatik, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und Intelligent Key, elektrisch anklappbare und beheizbare Außenspiegel sowie elektrische Fensterheber vorn und hinten. Auch sechs Airbags, ESP und selbst ABS erwähnt Nissan.
Optional stehen lediglich ein "Winter-Paket" (Sitzheizung vorn und hinten sowie Lenkradheizung) und eine in den Dachkantenspoiler integrierte Solarzelle zur Verfügung, die die Bordbatterie bei ihrer Arbeit unterstützt. Weitere Extras, die man möglicherweise von konventionell angetriebenen Fahrzeugen gewohnt ist, kann Nissan indes nicht bieten.
Das im Leaf installierte Kommunikationssystem Nissan Connect erlaubt es, via Smartphone oder PC Informationen zum Ladezustand der Batterien und zur verbleibenden Reichweite abrufen. Zudem ist es möglich, per Fernbedienung und Timer das Aufladen der Batterien zu programmieren oder schon vor Fahrtantritt die Heizung oder Klimaanlage zu aktivieren.
Der Leaf, nach Nissan-Doktrin "das erste in großen Stückzahlen gebaute und voll familientaugliche Elektrofahrzeug", wird von einem umgerechnet 109 PS starken Elektromotor angetrieben, der 280 Newtonmeter Drehmoment entwickelt. Die Tempo-100-MArke erreicht der Leaf laut Datenblatt nach 11,9 Sekunden, maximal sind 145 km/h möglich. Die von der Automotive Energy Supply Corporation (AESC) - einem Joint-Venture zwischen Nissan und NEC - entwickelten Lithium-Ionen-Batterien sind unterflur angeordnet. Die Reichweite beziffert Nissan auf bis zu 175 Kilometer, abhängig von Fahrstil, Außentemeperatur, Nutzung von Heizung/Klima und Akkualter. Tatsächlich dürfte ein Aktionsradius von 50 Kilometern realistisch sein.
Der als Fünfsitzer ausgelegte Leaf ist 4,45 Meter lang, 1,77 Meter breit und 1,55 Meter hoch, was Nissan als "Maße eines vollwertigen Mittel- bis Langstreckenautos" bezeichnet, wenn auch die Mittelklasse heutzutage meist mindestens 4,60 Meter misst. Der Leaf-Kofferraum fasst magere 330 bis 680 Liter.
Das japanische Werk Oppama, aus dem zunächst auch noch die für Deutschland bestimmten Leaf-Modelle kommen, versorgt mit einer Kapazität von 50.000 Einheiten jährlich zunächst noch alleine den Weltmarkt. Ab dem zweiten Halbjahr 2012 wird das Werk Smyrna im US-Bundesstaat Tennessee mit 150.000 Einheiten jährlich die Nachfrage in Amerika decken. Schließlich steigt das englische Sunderland Anfang 2013 mit einem Volumen von 50.000 Fahrzeugen ebenfalls in die Leaf-Produktion ein.
Parallel dazu fahren Nissan und Allianzpartner Renault die weltweite Akku-Produktion hoch. In Europa macht Sunderland Anfang 2012 mit 60.000 Einheiten jährlich den Anfang. Cacia (Portugal) folgt mit 50.000 Einheiten im Dezember 2012. Als dritter Batterie-Standort in Europa tritt bereits Mitte 2012 das französische Flins mit zusätzlich 100.000 Einheiten auf den Plan. In Japan und den USA sollen Zama (90.000 Einheiten ab Ende dieses Jahres) und Smyrna (200.000 Einheiten ab Ende 2012) die erwartete Nachfrage decken.












