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Direkteinspritzer übertreffen Partikelzahl-Grenzwert von Dieseln
DUH und VCD fordern Partikelfilter für Benziner
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| Umweltverbände fordern | Volkswagen |
| Partikelfilter für Direkteinspritzer-Benziner | |
"Gerade die ultrafeinen Partikel aus Verbrennungsmotoren haben massive gesundheitliche Folgewirkungen wie Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems, weil sie noch tiefer in die Lunge eindringen und in den Blutkreislauf gelangen", sagte DUH-Chef Jürgen Resch heute auf einer Pressekonferenz in Berlin. "Es kann nicht sein, dass zukünftig mehr Feinstaub-Partikel aus Benzinmotoren emittiert werden als aus gefilterten Dieselmotoren. Wir fordern deshalb einen Grenzwert für die Partikelanzahl auch für Benzinmotoren, was eine Partikelfilterpflicht für Ottomotoren bedeutet."
Bei Test mit zwei modernen Direkteinspritzer-Fahrzeugen der Kompaktklasse wurde der geforderte Grenzwert den Angaben zufolge mehrfach nicht erfüllt. DUH und VCD hatten den ADAC mit Messungen bei einem VW Golf 1,2 TSI und einem BMW 116i beauftragt. Im kalten Zustand verfehlten die gemessenen Partikelzahlen im Normverbrauchs-Messzyklus den Dieselgrenzwert um den Faktor 3,5 (VW) beziehungsweise fast 7 (BMW). Im heißen Zustand übertraf der Golf die Grenze knapp, der 1erfast um den Faktor 14. Bei beiden Modellen stiegen die Partikelzahlen bei einer simulierten ADAC-Autobahnfahrt (max. 130 km/h) massiv an. Der BMW gab sich außerdem die Blöße, hier sogar den geltenden Partikelmasse-Grenzwert zu übertreffen.
Es gehe nicht darum, die Direkteinspritzung grundsätzlich in Frage zu stellen, erklärten VCD und DUH vor dem Hintergrund der mit dieser Technik oft verbundenen höheren Kraftstoffeffizienz. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, sagte, es dürfe aber nicht sein, dass man Einsparungen beim CO2-Ausstoß mit einem dramatischen Anstieg der Partikelemissionen und einem erhöhten Gesundheitsrisiko erkaufe. Deshalb unterstütze sein Club die gegenwärtige Strategie von Bundesregierung und EU-Kommission, für Diesel und Benziner identische Grenzwerte bei der zulässigen Partikelzahl festzuschreiben. "Wir hoffen, dass die Autoindustrie diesmal mitzieht und nicht - wie bei ihrer jahrelangen Verweigerung des Diesel-Partikelfilters - in einer Blockadehaltung verharrt", so Lottsiepen.












