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Donnerstag, 9. April 2026
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Marken & Modelle Lesezeit ~ 3 Minuten

E-Kleinwagen startet aktuell ab 37.300 Euro

Cupra Raval: Schön – und teuer

Seit langer langer Zeit wartet man auf die bezahlbaren elektrischen Kleinwagen aus dem VW-Konzern. Nach zahllosen Vorab-Appetithäppchen zeigt sich das erste Modell jetzt endlich in voller Pracht. Der erste Eindruck gefällt – doch von bezahlbar ist der Cupra Raval für viele weit entfernt.

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Seat respektive Cupra hat die neue Kleinwagen-Familie des VW-Konzerns verantwortlich entwickelt, und so dürfen die Spanier ihre eigene Interpretation auch als erste ins Rampenlicht rollen. Weil es das Auto schon vorab mit nur leichter Tarnung zu sehen gab und auch die Schwestermodelle schon fast alle ihr Design preisgegeben haben, gibt es keine größere Überraschungen.

Die 26seitige Pressemappe von Cupra enthält demzufolge auch überwiegend PR-Phrasen, die zwischen lustig und cringe beheimatet sind. Ein Beispiel wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:
Der CUPRA Raval weckt Emotionen mit seinem mutigen Design, seiner radikalen Haltung, seinen ausdrucksstarken Details und seinem kompromisslos disruptiven Charakter. Durch die Verbindung präziser CUPRA Dynamik mit High-End-Ausstattung und zukunftsweisendem Design verwandelt er die Stadt in einen Spielplatz für alle, die sich nach unvergesslichen Erlebnissen sehnen.
Der Raval ist mit 4,05 Metern Länge, 1,78 Breite und 1,52 Höhe angenehm kompakt ausgefallen, der Radstand beträgt gute 2,60 Meter. Damit entspricht der Raval abgesehen von etwa sieben Zentimetern mehr Höhe wegen des Akkupacks recht genau einem Seat Ibiza. Der Kofferraum nimmt es mit nicht weniger als 441 Litern auf, das ist etwa ein Viertel mehr als beim Ibiza und sogar merklich mehr als beim Cupra Leon.

Das Design ist markentypisch sehr sportlich und akzentuiert ausgefallen, subjektiv aber durchaus gut gelungen. Dies gilt auch – weitgehend – für das Interieur, das recht symmetrisch und zeitlos daherkommt, einen großen, aber nicht peinlich übertrieben großen Bildschirm (12,9 Zoll) integriert und mit einem 10,25 Zoll großen Kombiinstrument allen bisherigen Elektro-Modellen des Konzerns zeigt, was schon vor Jahren hätte drin sein müssen.

Natürlich mögen sich Traditionalisten nicht nur die nun wieder vorhandenen echten Tasten am Lenkrad, sondern auch eine Rückkehr zu Drehschaltern für Licht und Klima und Luftduschen mit echten Drehrädchen gewünscht haben, aber dieser Zug scheint allüberall abgefahren zu sein.

Doch bevor wir uns in Details verlieren, wollen wir auf die Preise schauen. Hier hat Cupra heute erträgliche 25.950 Euro kommuniziert. Und gleichzeitig eine Preisliste veröffentlicht, die bei mutigen 37.250 Euro beginnt. Dabei handelt es sich um die günstigste von mehreren "Launch Editions", die mit ihren Zugaben eindrucksvoll zeigt, was im künftigen Basismodell alles nicht vorhanden sein wird: Beispielhaft seien Basics wie Navigation, Sitzheizung, Rückfahrkamera, Parksensoren, Wireless Charger oder doppelter Kofferraumboden genannt.

Allerdings enthält der genannte Preis schon die Kombination aus stärkerem Motor und größerem Akku. An das Launch-Topmodell mit 226 PS hat Cupra derweil ein Preisschild von 46.525 Euro geklebt. Mit Überführung und schönen Winterrädern werden das fast 50k. Für die Älteren: 100.000 Mark für einen Kleinwagen.

Auch das dürfte für viele in der Raval-Zielgruppe dann ein "unvergessliches Erlebnis" darstellen. Man darf gespannt sein, was eben jene Zielgruppe daraus machen wird: Die karge Basis mit geringer Reichweite wählen, in den sauren Apfel beißen und die hohen Preise irgendwie mit Mini-Fahrleistung und hoher Laufzeit in halbwegs erträgliche Leasingraten drücken – oder dann doch lieber zu Alternativen (Verbrenner oder Gebrauchtwagen) greifen.
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