Das unabhängige Portal rund um Automobil & Verkehr
Mittwoch, 1. Dezember 2021,
Schrift: kleiner | größer
Lesezeit: ~ 4 Minuten
Cabriolet-Neuauflage kommt im März 2011

BMW 6er Cabrio: Sechs unter freiem Himmel

<?php echo $headline; ?>
Bild anklicken für Großansicht Kommt im März:
BMW 6er Cabrio
BMW
Frühlingsgefühle im tristen November: BMW startet die Einführung der 6er-Reihe nicht mit dem Coupé, sondern mit dem Cabriolet. Pünktlich zur Eröffnung der L.A. Auto Show zeigen die Münchner den Wagen, der in natura erst im Januar in Detroit zu sehen sein wird. Das Design folgt der aktuellen, von 7er und 5er vorgegebenen Linie, was in Kürze auf den Nenner gebracht werden kann, dass es weniger polarisiert als die ausgelaufene 6er-Generatuon es tat. Auffälligste Merkmale sind die in LED-Technik ausgeführten Nebelscheinwerfer in der Frontschürze, die nun geteilten Rückleuchten und der in ein Chromelement integrierte Seitenblinker. Die Flanke wird von einer ausgeprägten Sicke auf Türgriff-Höhe und einer vom vorderen Radhaus schräg abwärts in die Tür laufenden Lichtkante bestimmt.

Der neue 2+2-Sitzer ist gegenüber dem Vorgänger um 7,4 Zentimeter gewachsen, sowohl in der Länge, die jetzt gut 4,89 Meter erreicht, als auch in punkto Radstand. Auch die Breite hat zugenommen (plus 3,9 Zentimeter auf 1,89 Meter), die Höhe haben die Designer dagegen um knapp einen Zentimeter reduziert.

Dennoch verspricht BMW nicht nur mehr Innenbreite und Fußraum im Fond, sondern auch ein Plus an Kopffreiheit. Der Kofferraum fasst bei geöffnetem Verdeck 300 Liter, entsprechend zwei Golfbags plus einem Business-Koffer, wie der Hersteller zielgruppengerecht formuliert. Ist das Dach geschlossen, kann der variable Verdeckkasten nach oben geklappt werden, um das Stauvolumen auf 350 Liter zu erhöhen. Optional ist ein Skisack erhältlich.

Das sogenannte Finnenverdeck als pfiffige BMW-Eigenart entspricht grundsätzlich dem des Vorgängers. Die textile Kaputze betont diese Finnen am Übergang vom Dach in das Fahrzeugheck noch mehr als bisher. Dazwischen sitzt wiederum eine aufrecht angeordnete, separat nach unten öffnende Glas-Heckscheibe, die unabhängig vom Dach bewegt werden kann. Das in drei Farbvarianten erhältliche Softtop öffnet sich in 19 Sekunden, der Schließvorgang dauert 24 Sekunden, beides kann auch bei bis zu 40 km/h während der Fahrt erfolgen.

Im Interieur fällt das Auge auf serienmäßige Leichtbausitze mit integriertem Gurtsystem und Lederbezug, alternativ sind auch Sport- (mit integrierten Kopfstützen) und Komfortsitze mit erweiterten Verstellmöglichkeiten bestellbar. Im übrigen entspricht das fahrerorientierte Ambiente ungefähr jenem der Limousinen-Brüder. Auffällig ist der freistehende Bordmonitor, der je nach Ausstattung sieben oder 10,2 Zoll groß ist. Durch seine geringe Tiefe erzeugt das Display den Charakter eines Flatscreens - sicher ein Trend, dem man noch öfter begegnen wird.

Zwei Motoren stehen zum Marktstart zur Wahl. Im Topmodell 650i arbeitet ein V8-Triebwerk mit 407 PS, die Basis bildet der Sechszylinder mit 320 PS. Als Normverbrauch nennt BMW nicht so spannende 10,7 bzw. gute 7,9 Liter im Mittel. Die Kraft gelangt serienmäßig über eine Achtgang-Automatik an die Hinterachse, Handschalter hat BMW gestrichen. Ein Diesel und eine noch potentere M-Version dürften folgen.

Zur Gewichtsoptimierung sind Türen und Motorhaube des 6er Cabrio ebenso wie Teile der Vorderachse aus Aluminium gefertigt, die vorderen Seitenwände, die Verdeck- und die Gepäckraumklappe bestehen aus Glasfaser-Verbundstoff. Unter dem Strich steht dennoch ein Plus: Mit 2015 Kilogramm Leergewicht (EU-Norm) ist der neue 650i immerhin 80 Kilo schwerer als sein Vorgänger, beim 640i beträgt die Differenz sogar 100 Kilogramm.

Jede Menge Assistenzsysteme wachen serienmäßig und optional über die Sicherheit oder erhöhen, wenn man so will, den Fahrspaß. Sie hier zu erläutern, würde den Rahmen des Artikels sprengen. Deshalb nur stichwortartig: Dazu gehören Adaptive Drive und die "Fahrdynamik Control", die wirklich so heißt, ebenso wie Rückfahrkamera, Surrond View, Anfahrassistent, Nachtsichtsystem, Parkassistent, Spurwechsel- und Spurverlassenswarnung, Integrallenkung mit lenkbarer Hinterachse und ein verbessertes Head-up-Display, das nun mehr Farben und dreidimensionale Grafiken einblenden kann. Auch die Mobilitäts-, Navigations-, und Multimediadienste sind markentypisch umfangreich.

Das BMW 6er Cabrio wird wie 5er und 7er im Werk Dingolfing gebaut. Markteinführung in Deutschland ist pünktlich zum Beginn der nächsten Open-air-Saison am 26. März 2011. Die Preise beginnen bei 83.300 Euro, der V8 kostet noch einmal 11.000 Euro mehr. Das ist viel Geld, zu viel für die meisten. Andererseits: Gegenüber den Vorgänger-Modellen errechnen sich Aufschläge von rund 4.000 Euro, was als fair gelten darf, waren diese doch sowohl kleiner als auch schwächer und überdies schlechter ausgestattet.
Leserbrief Autokiste folgen date  18.11.2010  —  # 9131
text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
BMW
Sie befinden sich im Archiv. Meldungen und enthaltene Links können veraltet sein. Bitte beachten Sie das obenstehende Veröffentlichungsdatum dieser Nachricht. Aktuelle Auto-News finden Sie hier.