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Test-Mercedes zeigte sich von schlechtem Kraftstoff unbeeindruckt
Historie: Sandkörner im Heizöl gegen Steuerhinterziehung
Ein Erfinder wollte dem Staat insoweit helfen, berichtete seinerzeit die "Motor Reise Revue" des Automobilclubs von Deutschland (AvD). Seine Idee: Dem Heizöl sollten rote Sandkörner zugemischt werden. Während Heizungen problemlos damit umgehen würden, sollten Pkw-Motoren nach wenigen Kilometern das Zeitliche segnen. Jeder Autofahrer hätte es sich somit zweimal überlegt, Heizöl zu tanken.
Das technisch-physikalische Bundesamt in Berlin ließ es laut AvD auf einen Test ankommen. Als "Opferlamm" wurde ein nagelneuer Daimler-Benz mit dem präparierten Heizöl gefüttert und für 10.000 Kilometer auf die Avus geschickt. "Zu aller Enttäuschung dachte der gute Stern nicht daran, zum vorgesehenen Zeitpunkt (spätestens nach 3.000 Kilometern) sein Leben auszuhauchen, sondern rollte munter weiter", schilderte das Magazin. Schlimmer noch: Der Wagen leistete am Ende satte drei PS mehr - was wieder einmal beweist, dass ältere Mercedes, zumal die Diesel, nahezu unkaputtbare Autos waren.
Spätere Versuche des Erfinders, den Sand stattdessen für eine Leistungssteigerung als Additiv zu nutzen, schlugen ebenfalls fehl. Moderne Dieselmotoren sollte man auch aus technischer Hinsicht nicht mit Heizöl betreiben, weil u.a. der Schwefelgehalt zu hoch und die Cetanzahl nicht garantiert ist. Motoren und Abgasreinigungssysteme würden Schaden nehmen.











