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Bis zu zwölf Prozent Verbrauchsreduktion / Nur für drei C-Klasse-Modelle
Mercedes BlueEfficiency: Erste Spritspar-Modelle kommen
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| Spritspar-Modelle: | Daimler |
| C-Klasse "BlueEfficiency" | |
Das Maßnahmenpaket, das Mercedes zur Erreichung dieser Werte eingesetzt hat, ist vielfältig und detailreich. Es basiert im Wesentlichen auf Optimierungen an drei Säulen: Gewicht, Rollwiderstand, Luftwiderstand.
Stichwort Gewicht: 19 bis 32 Kilogramm konnten die Ingenieure dem noch neuen Modell abtrotzen. Dazu trägt u.a. eine neu entwickelte Frontscheibe aus Verbundglas bei, die rund 1,2 Kilogramm leichter ist als bisher. Eine zwischen den Glasscheiben befindliche Folie dämmt die Windgeräusche und ermöglicht so eine geringere Scheibendicke. Außerdem wurde per Computersimulation die Stirnwand-Isolierung neu berechnet und die Materialstärke des schallabsorbierenden Harzschaums punktgenau je nach Geräuscheintrag festgelegt. Leichter geworden sind auch die geschmiedeten Räder, die gleichzeitig die Aerodynamik verbessern.
Auf ihnen montiert sind neue Michelin-Reifen, die sowohl leichter als auch rollwiderstandsärmer sind, in punkto Handling und Bremsleistung aber keine Nachteile bringen sollen. In punkto Aerodynamik setzen die Stuttgarter außerdem auf eine Tieferlegung um 15 Millimeter, eine glattflächige Abdeckung des Unterbodens, eine Teilabdeckung der Kühlermaske und die Abdichtung der Trennfugen zwischen Motorhaube und Scheinwerfer sowie zwischen Stoßfänger und Scheinwerfern. Zusammen mit neugeformten Außenspiegeln, die mit ihren Pfeildesign-Blinkern aus den anderen aktuellen Mercedes-Neuheiten nicht zuletzt optisch einen großen Fortschritt gegenüber dem bisherigen Billiglook darstellen, ergibt sich eine Verbesserung des Cw-Werts von 0,27 auf 0,25.
Zusätzlich spendiert Mercedes den BlueEfficiency-Modellen eine bedarfsgerechte Steuerung der Servolenkung. Diese bleibt weiterhin motorgetrieben, wird aber über ein zusätzliches Ventil bei längerer Geradeausfahrt schlicht abgekoppelt. Allein das bringt 0,14 Liter Minderverbrauch. Weitere Beiträge steuern das reibungsreduzierte Differential, längere Hinterachsübersetzungen und ein längerer sechster Gang bei. Beim C180 Kompressor haben die Mercedes-Ingenieure außerdem den Hubraum von 1,8 auf 1,6 Liter reduziert. Leistung und Drehmoment - und auch die Modellbezeichnung - bleiben davon unberührt.
Weil das größte Sparpotential indess im rechten Fuß des Fahrers liegt, wird dieser durch eine neu ins Tachodisplay integrierte Balkendiagramm-Anzeige - im Mercedes-Jargon Bargraphen-Display genannt - des Momentanverbrauchs und eine Schaltanzeige zu sparsamer Fahrweise animiert - Techniken, die es bereits vor 30 Jahren in einigen Pkw gab.
Drittes BlueEfficiency-Modell in der C-Klasse wird ab Ende des Jahres der C 350 CGI, der den aus anderen Baureihen bekannten Direkteinspritzer-V6 erhält, und zwar in der Variante mit 292 PS und 365 Nm, das sind 20 PS und 15 Nm mehr als bisher. Als Verbrauch angepeilt sind 8,4 Liter gegenüber 9,4 beim jetzigen 350er. Eingerechnet sind hier ebenfalls die leichtere Scheibe, die neuen Felgen und Reifen, die bedarfsgerechte Servoregelung und die neuen Außenspiegel. Die Kühlermaske wird bei diesem Modell BMW-like je nach Bedarf elektrisch geöffnet oder geschlossen.
Preise und Angaben darüber, ob auch das T-Modell mit blauer Technik angeboten wird, hält der Autobauer noch zurück.
Als Resümee bleibt die objektive Erkenntnis, dass die entsprechenden BMW-Modelle jedenfalls nach der Norm noch einmal rund acht Prozent sparsamer fahren. Auch sonst unterscheidet sich das Mercedes-Konzept grundlegend vom BMW-Weg der "EfficientDynamics", die in unterschiedlicher Ausprägung, aber versionsunabhängig, über alle Baureihen und auch in Automatik-Modellen eingesetzt werden. Es entsteht schon deswegen des subjektive Eindruck, "BlueEfficiency" sei mit heißer Nadel und ohne echte Leidenschaft gestrickt.
Hätten die Stuttgarter alle C-Klassen um die Hälfte des jetzigen Werts sparsamer gemacht - wie es früher oder später sowieso nicht vermeidbar sein wird - hätten Kunden und Umwelt mehr profitiert. Dass sich Mercedes da mal kein blaues Auge holt.












