archivmeldung Lesezeit ~ 3 Minuten
Jeder zweite Sitz ist gut / Hohe Fehlerrate bei Einbau und Sicherung
ADAC-Kindersitz-Test: Erstmals die Bestnote
![]() | |
| Erstmals gab es im ADAC- | ADAC |
| Kindersitz-Test die Bestnote | |
Mit Ausnahme eines Modells von Jané schnitten auch alle anderen Testkandidaten in dieser Klasse mit "gut" ab, wobei der Preis hier keine Aussagekraft hat: "Gute" Modelle gibt es für 99 Euro - und für 238 Euro. Gleiches gilt für andere Klassen. In der Klasse I (etwa 1 bis 4 Jahre) erreichte ungefähr die Hälfte der untersuchten Sitze das Prädikat "gut", in der Klasse II/III fast alle.
Die Ergebnis in den Klassen 0/I und insbesondere I/II/III zeigt erneut, dass Kindersitze, die für einen großen Altersbereich inklusive der ersten Lebensjahre eingesetzt werden können, tendenziell schlechter abschneiden als Sitze, die nur für eine Gewichtsklasse zugelassen sind. Detailergebnisse zeigt das Infogramm:
Laut ADAC gehen rund ein Drittel der etwa 10.000 pro Jahr im Fahrzeug verletzten oder getöteten Kinder auf unterlassene oder falsche Sicherung der betroffenen Kinder zurück. Über 30 Prozent der Kinder ab sechs Jahren würden nur noch mit dem Erwachsenengurt angeschnallt. Fünf Prozent dieser Altersgruppe fahren den Angaben zufolge völlig ungesichert. Bei Kindern im Alter bis fünf Jahren liegt die Sicherungsquote mit Kindersitz zwar deutlich höher (ca. 95 Prozent). In dieser Gruppe werden aber besonders häufig Fehler beim Einbau des Kindersitzes oder bei der Sicherung des Kindes festgestellt. Die Quote fehlerhafter Nutzung von Kinderschutzsystemen in Pkw liegt laut ADAC bei annähernd 65 Prozent.
Der ADAC-Test erfolgt mit einem Prüfschlitten, auf den eine viertürige Pkw-Rohkarosserie montiert ist. Dieses Jahr wurde der bisher verwendete VW Golf IV durch einen Opel Astra ersetzt. Der Frontalaufprall wird mit 64 km/h und der Seitencrash mit 50 km/h simuliert. Die Belastungswerte werden an verschieden großen Kinder-Dummys gemessen. Subjektiv beurteilt werden ferner Gurtverlauf, Größenanpassung, Standfestigkeit des Sitzes und Kopfabstützung. Bei Einbauversuchen mit Kindern und Dummys wurden ferner die Möglichkeit der Fehlbedienung, das An- und Abschnallen des Kindes, der Ein-, Aus- und Umbau des Sitzes sowie die Betriebsanleitung überprüft.
In das Testurteil gehen nur diese Kriterien (Sicherheit und Bedienung) ein; der schlechtere Wert schlägt durch. Komfort- und Gebrauchseigenschaften werden aber ebenfalls bewertet. Hierzu gehören etwa Punkte wie Beinauflage, Polsterung, Sichtverhältnisse für das Kind, Reinigungsmöglichkeiten und Verarbeitung.












