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»Zeit«: Deal zwischen Ex-VW-Arbeitsdirektor und Staatsanwaltschaft
Hartz: Prozess ohne Prostituierte
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| Volkswagen | |
| Hartz (Archivbild) | |
Weder Zeugen noch Sachverständige sind dazu geladen. "Wir lassen keine Prostituierten aufmarschieren", zitiert die Zeitung die Braunschweiger Oberstaatsanwältin Hildegard Wolff, "und im Gegenzug führt Hartz sein Geständnis über die Sonderbonuszahlungen genau aus."
Der frühere Chef des VW-Betriebsrates, Klaus Volkert, soll auf Anweisung von Hartz fast zwei Millionen Euro Sonderboni erhalten haben, angeblich ohne sachlichen Grund. Für Bordellbesuche sind nach Erkenntnissen der Ermittler nur wenige tausend Euro aus der Firmenkasse gezahlt worden. "Ein paar tausend Euro tausche ich gegen zwei Millionen", so die Oberstaatsanwältin.
Die Ankläger sind sich sicher, dass Hartz sich in seinem Prozess an die Abmachung halten werde, weil er so große Angst vor dem Thema Bordellbesuche habe. Schon während seiner Vernehmung im vergangenen Oktober brachte er kein Wort über Huren heraus, weil ihm das alles so peinlich war. Sollte Hartz sich im Prozess nicht an die Vereinbarung mit den Staatsanwälten halten, "wird es wohl auf eine richtige Hauptverhandlung hinauslaufen, mit richtig vielen Zeugen", so Oberstaatsanwältin Wolff.
Hartz, seit 1993 bei VW, war maßgeblich an wichtigen tarifpolitischen Abschlüssen der Wolfsburger beteiligt, etwa bei der Einführung der Vier-Tage-Woche, mit der Massenentlassungen vermieden wurden, und beim Projekt "5000x5000". Der 65-Jährige war auch Mitverfasser der umstrittenen Arbeitsmarktreformen der Bundesregierung, die im Sprachgebrauch inzwischen seinen Namen tragen.












