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Außerdem Auszeichnung für nicht splitterndes Spezialglas für Busse & Bahnen
Innovationspreis der deutschen Wirtschaft für die BMW-Aktivlenkung
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| Auszeichnung vor dem Opel-Logo: | BMW |
| BMW-Entwicklungsvorstand Prof. Göschel nimmt den Innovationspreis entgegen | |
Das System der Aktivlenkung verspricht eine Lösung des bisherigen Zielkonflikts zwischen einer sportlich agilen oder mehr komfortablen Auslegung der Lenkung und erfüllt damit einen alten Traum aller Fahrwerksingenieure. Sie wurde von BMW gemeinsam mit der ZF Lenksysteme GmbH, Schwäbisch Gmünd, entwickelt. Kernidee des Systems ist, erstmals das bisher feste Verhältnis von Lenkradeinschlag zu Radeinschlag aufzuheben und daher für jede Fahrgeschwindigkeit die passende Lenkübersetzung zu bieten. Ein in die Lenksäule integriertes Planetengetriebe mit Stellmotor vergrößert den Radeinschlag bei langsamer Fahrt bzw. vergrößert ihn bei hohem Tempo.
Der Effekt: Auf kurvigen Strecken ist das Auto durch die direktere Lenkung wesentlich agiler, beim Rangieren dagegen genügen knapp zwei statt herkömmlicherweise drei vollständige Lenkradumdrehungen, um die Räder von ganz rechts bis ganz links und umgekehrt einzuschlagen. Bei schneller Fahrt auf der Autobahn wirken sich wegen der Reduktion des Lenkwinkels ungewollte kleine Bewegungen am Steuer, zum Beispiel bei Fahrbahnunebenheiten, weniger auf den Geradeauslauf aus. Das Auto ist durch die nun etwas indirektere Lenkung spurstabiler. Durch Kommunikation mit den elektronischen Fahrdynamikregelungen wird außerdem bei Gefahrsituationen durch automatisches Gegenlenken das Auto wieder zu stabilisieren versucht.
Die Aktivlenkung ist auf Wunsch für die Modelle der neuen BMW 5er- und 6er-Reihe erhältlich. Trotz eines Aufpreises von mindestens 1.000 Euro hat sie nach BMW-Angaben einen Ausstattungsanteil von 40 Prozent erreicht.
Der Innovationspreis der deutschen Wirtschaft wurde 1980 von dem Wirtschaftsclub Rhein-Main e.V. geschaffen; er wird jährlich in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift "WirtschaftsWoche" ausgeschrieben und in den drei Kategorien Großunternehmen, mittelständische Unternehmen und Start-up-Unternehmen vergeben. Um die Preise konkurrierten dieses Jahr insgesamt mehr als 320 eingereichte Innovationen.
Auch in der Kategorie Mittelstand konnte eine Entwicklung siegen, die mit dem Automobil zu tun hat: Die Schollglas GmbH, Isenhagen, wurde für die Entwicklung eines Spezialglases für Notausstiegscheiben in Bussen und Schienenfahrzeugen ausgezeichnet. Wird das Glas eingeschlagen, splittert es nicht, sondern bricht entlang einer vorgegebenen Naht und rollt sich anschließend auf, so dass sich die Passagiere ohne Verletzungsrisiko aus dem Fahrzeug befreien können.












