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Choren nimmt Pilotanlage zur Produktion von CO2-neutralem Kraftstoff in Betrieb
Mercedes und Volkswagen: Demnächst Erstbetankung mit SunDiesel
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| SunDiesel-Tankstelle | © DaimlerChrysler AG |
| bei Mercedes in Stuttgart | |
Der Kraftstoff, bisher von Mercedes als "Biotrol" bezeichnet und von VW auf den Namen "SunFuel" getauft, ist absolut schwefel- und aromatenfrei und setzt bei seiner Verbrennung im Fahrzeug nur das CO2 wieder aus, was die Pflanzen zuvor während ihres Wachstums aus der Atmosphäre entnommen und in Biomasse gebunden haben.
Während bisher nur geringe Mengen an "SunDiesel", wie der Kraftstoff künftig heißen wird, zur Verfügung standen, um die Forschung voranzutreiben, hat Choren in der vergangenen Woche den 1. Bauabschnitt einer Pilotanlage zur industriellen Herstellung in Betrieb genommen. Sobald der Herstellungsprozess etabliert und der Kraftstoff in entsprechender Menge und Qualität verfügbar ist, wollen die beiden Autobauer die Erstbetankung der fabrikneuen Diesel-Pkw mit SunDiesel vornehmen.
Der "Designer-Sprit" hat neben seiner CO2-Neutralität noch weitere Vorteile: Durch die genau definierbare Zusammensetzung und somit genau beeinflussbare Eigenschaften wird eine optimale Abstimmung von Kraftstoff und Brennverfahren aufeinander möglich. Das, so hieß es bei der Einweihung, bietet mittelfristig auch das Potenzial, die Vorteile des Otto- und des Dieselprinzips miteinander zu verbinden. Im übrigen verbrennt SunDiesel offenbar deutlich sauberer als herkömmlicher Sprit: Untersuchungsergebnisse der beiden Autobauer zeigen, dass schon heute viele Euro-3-Diesel-Fahrzeuge bei einem Betrieb mit SunDiesel ohne weitere technische Änderungen am Fahrzeug die Abgasnorm Euro 4 erfüllen würden: Das Potential zur Verringerung der Kohlenwasserstoff- (HC), Stickoxid- (NOx) sowie der Partikelemissionen erscheint groß.
Die Autobauer stellen daneben einen weiteren Aspekt heraus: Durch den Anbau von Energiepflanzen eröffneten sich neue Beschäftigungsperspektiven in der Landwirtschaft. Damit seien Einkommenssicherungen für Landwirte, Pflanzenzüchter und Landmaschinenhersteller verbunden. Besonders in Flächenbundesländern, in denen teuer subventionierte Flächen brach liegen, aber auch für die EU-Beitrittsländer mit großen Agrarflächen sei das sogenannte "Energy Farming" eine "mehr als interessante Option", hieß es. Das neue Prinzip biete ferner die Option, dem konstant steigenden Bedürfnis nach Mobilität in Schwellenländern wie China umweltfreundlich und ressourcenschonend zu begegnen.












