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Umweltorganisation konfrontiert Autokonzern mit den Folgen von Dieselruß-Abgasen
Greenpeace schiebt Krankenbetten vor die DaimlerChrysler-Hauptverwaltung
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| Krankenbetten vor der | © Storz/Greenpeace | |
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DaimlerChrysler-Zentrale: Greenpeace protestiert gegen Dieselruß | ||
"Tausende Menschen sterben jedes Jahr an Dieselkrebs, obwohl es einfache technische Lösungen dagegen gibt", sagt Greenpeace-Sprecher Christian Bussau in Stuttgart. "DaimlerChrysler muss alle Diesel-Neuwagen mit Filtern ausstatten und ältere Fahrzeuge nachrüsten. Nur so können Erkrankungen durch Dieselruß vermieden werden." Die Bundesregierung solle die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen zudem durch Steuervergünstigungen unterstützen.
Nach Greenpeace-Berechnungen stoßen deutsche Diesel-Pkw jedes Jahr fast 9.000 Tonnen Ruß aus. Besonders gefährlich seien die ultrafeinen Rußpartikel, da sie bis in die feinsten Verästelungen der Lunge vordringen könnten. Dort setzten sie sich fest und lösten entzündliche Prozesse aus, hieß es. Herz,- Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie Lungenkrebs könnten die Folgen sein. Greenpeace zitiert dazu Berechnungen des Umwelt- und Prognoseinstitutes Heidelberg (UPI), wonach in Deutschland etwa 8.500 Menschen jedes Jahr an Lungenkrebs sterben, den die Partikel auslösen.
Greenpeace präsentierte Ende September an einem gebrauchten Mercedes C 220 Diesel die Wirkung einer nachträglich eingebauten Anlage, die nur noch ein Fünftausendstel der Partikel aus dem Auspuff lässt (Autokiste berichtete). Der französische PSA-Gruppe baut zudem seit zwei Jahren serienmäßig Filter in einige Modelle von Citroën und Peugeot ein. Die deutsche Automobilindustrie weigert sich jedoch, ihre neuen Pkw mit Dieselrußfilter auszustatten.
"Während DaimlerChrysler an den Filtern spart, werden die Kosten für die Behandlung von Diesel-Krankheiten auf die Öffentlichkeit abgewälzt", sagt Christian Bussau. Die Umweltschutzorganisation hatte in diesem Zusammenhang bereits im September gerichtliche Schritte eingeleitet und Strafanzeige gegen das Kraftfahrtbundesamt und die Vorstandsvorsitzenden der Autohersteller gestellt.












