archivmeldung Lesezeit ~ 3 Minuten
TÜV fordert mehr Crash-Kompatibilität / Unterfahrschutz-Systeme für mehr Sicherheit / Mit Video-Download
Live-Crash Pkw gegen Lkw auf der TEST 2001 in Nürnberg
![]() | ||
| Vergleichsweise harmlose Folgen: | © TÜV Automotive GmbH | Das Unterfahrschutzsystem sorgt für den Leitplanken-Effekt |
Rund 250 internationale Experten diskutierten während der CRASH-Tech am 8. und 9. Mai 2001 in Nürnberg zahlreiche Möglichkeiten, wie man die Verkehrssicherheit weiter verbessern kann. Experten beantworteten Fragen zur passiven Fahrzeugsicherheit. Neben zahlreichen anderen Veranstaltungen gab es auch eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Sind wir auf dem Weg zum World NCAP?". Die Teilnehmer waren sich einig, dasss zu umfassenden Verbraucherschutz-Testbedingungen das Thema Kompatibilität zählt. Daher sollten Crash-Vorschriften auch den Fußgängerschutz berücksichtigen.
Ein weiteres Beispiel für Inkompatibilität auf unseren Straßen ist das Problem der Kollision zwischen Pkw und Lkw. Am Ende der Tagung führte die zur Unternehmensgruppe TÜV Süddeutschland gehörende TÜV Automotive GmbH einen Live-Crash zu diesem Thema durch. Dabei wurde ein Pkw, ausgestattet mit Front- und Seitenairbags, seitlich gegen einen querstehenden Lkw mit Sattelauflieger gelenkt. Diese Versuchskonstellation ist bei herkömmlichen Sattelaufliegern für die Pkw-Insassen äußerst gefährlich. Aufgrund der geometrischen Inkompatibilität unterfährt der Pkw den Lkw, ohne dasss die Deformationszonen des Pkw genutzt werden können. Außerdem stellt die größere Masse des Lkw bei einer solchen Kollision für den Pkw ein weiteres Problem dar. Bei der Vorführung in Nürnberg war dagegen der Sattelauflieger mit einem neuartigen Unterfahrschutzsystem ausgestattet. Der Krone Safe Liner verhinderte das Unterfahren und wies den Pkw wie eine Schutzplanke am Straßenrand ab. Die Insassen des Pkw hätten so bei dem Aufprall kaum oder nur geringe Verletzungen davongetragen.
Bei der Versuchsdurchführung kam das ECV-Crash-System des TÜV Süddeutschland zum Einsatz. Bei diesem System wird das Versuchsfahrzeug mit eigener Motorkraft betrieben und elektronisch entlang des Sollweges gesteuert, was - im Gegensatz zu herkömmlichen Hallen-Seilzug-Crashanlagen - die realistische Durchführung von Versuchen wie "Pkw gegen Lkw" ermöglicht.
![]() |
||
| Neu: Safe Liner Cool | © B. Krone GmbH | |
Bleibt zu hoffen, dasss sich Unterfahrschutzsysteme - nicht nur seitlich, sondern auch vorne und hinten - möglichst bald auf breiter Front durchsetzen, um Unfallfolgen bei der ungünstigen Konstellation »David gegen Goliath« zu minimieren.













