archivmeldung Lesezeit ~ 3 Minuten
Deutsche Umwelthilfe, Umweltbundesamt, VCD und ADAC fordern Sofortmaßnahmen zur Klimagas-Minderung im Straßenverkehr
Seltsame Koalition für mehr Umweltschutz im Straßenverkehr
"Wir fordern die Automobilindustrie auf, Leichtlaufreifen und Leichtlauföle bei allen Neuwagen und im Rahmen des Kundendienstes einzusetzen", sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. "Allein damit kann der CO2-Ausstoß um jeweils bis zu 5% reduziert werden." Der Einbau aktueller Verbrauchsanzeigen in allen Autos soll den Fahrer über den Verbrauch informieren. Technische Veränderungen reichen allerdings nicht aus. Jeder Autofahrer kann durch ökologisches Fahrertraining seinen Spritverbrauch deutlich reduzieren. Die beteiligten Organisationen fordern die Autofahrer auf, die bestehenden Angebote stärker nachzufragen. Zudem soll die Automobilindustrie ihren Kunden flächendeckend ökologische Fahrertrainings anbieten.
Der ehemalige kalifornische Umweltminister James M. Strock verwies auf die langjährige intensive Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch über Umweltbelastungen des Straßenverkehrs zwischen Deutschland und Kalifornien. Er kündigte an, diese Initiative in die USA auszudehnen: "Während Regierungen weiterhin über langfristige globale Themen verhandeln, sind Nicht-Regierungsorganisationen und führende Unternehmen in Deutschland und den USA in der einmaligen Situation, den CO2-Ausstoß jetzt zu reduzieren. Bei der neuen amerikanischen Regierung, die erneut Aufmerksamkeit auf eine nationale Energiestrategie lenkt, ist der Zeitpunkt dieser transatlantischen Initiative hervorragend".
UBA und DUH wollen die Betreiber großer Pkw-Flotten motivieren, bei Neuwagen spritsparendere Fahrzeuge in ihre Flotten zu integrieren. Dazu bieten sie am 8. und 9. März 2001 ein Seminar für Flottenmanager an. In diesem werden von der Wartung über die Schulung der Fahrer bis zur Verwendung schwefelfreier Kraftstoffe alle Aspekte des Klimaschutzes vermittelt.
Dieter Klaus Franke vom ADAC unterstrich, dasss "Energiesparen schon bei der Neuwagenbestellung beginnt. Hier sollte man mehr als in der Vergangenheit deutlicher auf den Verbrauch achten, nicht nur auf die übrigen Fahrzeugqualitäten."
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des Verkehrsclub Deutschland (VCD), kritisierte den hohen Kraftstoffverbrauch aktueller Neuwagen und forderte die Einführung eines Grenzwertes für den Ausstoß des Treibhausgases CO2. Der Ausstoß des Klimagases sei unmittelbar an den Verbrauch gekoppelt. Im Durchschnitt würden Neuwagen 7,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, im Stadtverkehr sogar über 10 Liter (1999). "Wenn wir dem Treibhauseffekt wirksam begegnen wollen, brauchen wir ab 2005 einen CO2-Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer", sagte Lottsiepen. Das entspreche einem Verbrauch von 5,2 Liter Benzin bzw. 4,6 Liter Diesel. Neuwagen mit einem höheren Ausstoß müssten spürbar mehr Kfz-Steuer zahlen.
Der VCD forderte von der Industrie "mehr Information statt inhaltsleerer Werbung und mehr sinnvolles Zubehör statt überflüssigem Schnickschnack". Die Verbraucherinformation seitens der Hersteller sei mangelhaft. Der VCD fülle diese Lücke durch die jährliche Veröffentlichung seiner Auto-Umweltliste. In diesem Ranking werden über 300 Pkw und Mini-Vans unter Umweltaspekten verglichen.
Dr. Axel Friedrich, Umweltbundesamt: "Der Verkehrssektor ist der am stärksten wachsende Bereich im Klimabereich. Eine Umkehr dieses Trends ist dringend erforderlich. Von den vorgeschlagenen Maßnahmen kann ein wichtiges Signal ausgehen: Eine Reduktion ist möglich und jeder Autofahrer kann dabei Geld sparen."
Das Projekt "CO2 Minderungsinitiative Straßenverkehr" der Deutschen Umwelthilfe e.V. wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert.











