archivmeldung Lesezeit ~ 3 Minuten
Zweite Generation ohne Optik-Finessen erscheint im Herbst 2010
Citroën C4: Moins de l'avantgarde
Das Wachstum des C4 soll dabei nicht in Designsperenzchen verloren gehen, sondern den Passagieren über eine bessere Kopffreiheit und einen größeren Kofferraum zugute kommen. Er fasst jetzt 408 Liter - Bestwert in der Kompaktklasse - und soll durch eine betont quaderförmige Auslegung besonders gut nutzbar sein.
In punkto Design hat sich Citroën für mehr Massenverträglichkeit und weniger Individualität entschieden. Eingefleischte Fans der Marke werden das nicht goutieren, aber über die Frage, welcher Weg für die Marke der richtige ist, mag man lange diskutieren. Auffällig ist insbesondere die Abkehr von dem "runden Rücken" zugunsten eines konventionelleren Heckabschlusses. Statt vertikaler, einteiliger Rückleuchten gibt es nun große, zweiteilig horizontal angeordnete Einheiten.
Das dritte Seitenfenster verliert seine markante, dreieckig wirkende Form an ein hochkant stehendes Fenster. Auch die ehemals leicht abfallende Seitenlinie, die man gleichermaßen für elegant oder primitiv halten konnte, ist Geschichte. Stattdessen fallen jetzt zwei versetzte Sicken auf Schulterlinie ins Auge.
Es bleibt bei dem zusätzlichen Dreiecksfenster vorne, den stehenden Außenspiegeln mit integriertem Blinker im Fuß und den Bügeltürgiffen; ob dies auch für die gegenläufigen Scheibenwischer gilt, ist den ersten Bildern nicht zu entnehmen. Auch die L-Form der Scheinwerfer hat Citroën aufgegeben, die neuen "Augen" wirken trotz des offenbar integrierten LED-Tagfahrlichts etwas blass. Gleiches gilt für die Frontschürze und den Kühlergrill mit den nun geschwungeneren Doppelwinkel.
Der - tendenzielle - Mainstream-Look setzt sich im Innenraum fort. Ob die Abkehr von dem zentralen Display mit digitaler Geschwindigkeitsanzeige hin zu drei Instrumenten in klassischer Vor-dem-Lenkrad-Position ein optischer Fortschritt ist, bleibt Geschmackssache - ein funktionaler lässt sich kaum leugnen, auch wenn die teilweise digitalen Anzeigen oder die Tachobeschriftung auf der Kreislinie insoweit nach wie vor keine Bestplatzierung versprechen. Auch die feststehende Lenkradnabe ist den Bildern nach zu urteilen Geschichte. Lediglich der betont kleine Wählhebel fällt aus dem üblichen Raster. Nachahmenswert erscheint die Möglichkeit, die Farbe von Instrumentenbeleuchtung und Displays sowie die Art der Signaltöne individuell regeln zu können.
Dies gilt auch für die werksseitig integrierte SIM-Karte, die eine Reihe von Dienstleistungen ermöglicht, wie etwa (je nach Land) Notruf- und Assistenzanrufe mit automatischer Lokalisierung des Fahrzeugs. Ein elektronisches Wartungsheft und ein nicht näher spezifizierter Eco-Driving-Dienst sind ebenfalls integriert.
Auf technischer Seite angekündigt sind ein Tote-Winkel-Assistent, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, eine 230-Volt-Steckdose auf der Mittelkonsole und Sitze mit elektrisch verstellbarer Lordosenstütze und Massagefunktion - ein Novum in dieser Klasse. Ebenfalls zum Technik-Paket gehören der halbautomatische Parkasssistent, die elektrische Feststellbremse, der Spurassistent und ein Start-Stopp-System. Citroën nennt es wie Smart peinlicherweise Mikro-Hybridantrieb und gar "e-HDi". Damit erreicht der C4 Diesel in Kombination mit dem automatisierten Schaltgetriebe einen Verbrauchswert von 4,1 Litern, im kommenden Jahr sollen es 3,8 werden.
Weitere Details zu Motoren, Daten, Ausstattungen und Preisen liegen noch nicht vor. Der neue Citroën C4 wird im Werk Mulhouse gebaut und noch Ende des Jahres zu den Händlern rollen. Und der Dreitürer? Behält seinen Sonderstatus künftig unter der Bezeichnung DS4, voraussichtlich ab 2011.












