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Vier von sieben Posten neu besetzt / Stadler bleibt
Audi: Großer Umbau im Vorstand

Audi
Neue Vorstandsmitglieder bei Audi:
Seitz (Finanzen), Schot (Vertrieb), Göbel (Personal), Kössler (Produktion)
Das Finanzressort übernimmt Alexander Seitz. Der 55-jährige folgt auf Axel Strotbek, der die Position seit 2007 innehatte. Seitz begann seine berufliche Laufbahn bei der damaligen Daimler-Benz AG, 2005 wechselte er als Konzern-Einkaufsleiter Powertrain zur Volkswagen AG nach Wolfsburg. Nach Konzern-Stationen in Südamerika wurde er 2013 First Vice President und Commercial Executive Vice President von SAIC Volkswagen.
Nachfolger von Dr. Dietmar Voggenreiter im Ressort Marketing und Vertrieb wird Bram Schot (56). Der gebürtige Niederländer war seit 2012 in der Geschäftsleitung von Volkswagen Nutzfahrzeuge für den gleichen Aufgabenbereich verantwortlich. 2011 wechselte der damalige Präsident und CEO von Mercedes-Benz Italia in den Volkswagen-Konzern, wo er strategische Projekte im Bereich Konzern-Vertrieb betreute.
Für den Bereich Personal und Organisation ist künftig Wendelin Göbel (53) zuständig. Er übernimmt von Thomas Sigi, der dem Bereich seit 2010 vorstand. Göbel hatte seit 2007 die Leitung des Generalsekretariats des Volkswagen-Konzerns und der Marke Volkswagen (bis 2015) inne und gilt als Vertrauter von VW-Konzernchef Matthias Müller. Zuvor war Göbel konzernweit in verschiedenen Funktionen tätig, von 2003 bis 2007 leitete er das Audi-Generalsekretariat und war gleichzeitig Mitglied des Audi-Strategiekreises.
Neuer Produktions- und Logistikvorstand wird Peter Kössler. Der gebürtige Ingolstädter war bislang Vorsitzender des Vorstands der ungarischen Audi-Tochter, zuvor leitete er von 2007 bis 2015 das Audi-Stammwerk in Ingolstadt. Kössler (58) übernimmt die Vorstandsposition von Dr. Hubert Waltl, der das Ressort seit 2014 führte.
Matthias Müller und Audi-Vorstandschef Rupert Stadler, einst enger Vertrauter von Martin Winterkorn, dankten den ausscheidenden Kollegen für ihr Engagement. Intern wurden diese aber offenbar verantwortlich für die aktuelle Schwäche der Marke gemacht. Stadler, der selbst als angezählt gilt, bleibt unterdessen Audi-Chef. Beobachter gehen aber auch hier weiter von einer Neubesetzung aus. Unterdessen erklärten Müller und Stadler, man habe mit dem Wechsel an der Spitze die "Voraussetzungen für den künftigen Erfolg des Unternehmens geschaffen". Stadler betonte die Wichtigkeit der "kritischen Reflexion der aktuellen Situation mit dem Aufsichtsrat".
Der aktuelle Umbau betrifft mit vier von sieben Vorstandsmitgliedern mehr als die Hälfte des Führungsgremiums. Zählt man Entwicklungsvorstand Peter Mertens hinzu, der erst vor drei Monaten verpflichtet wurde, sind es schon fünf Siebtel. Ob Audi mit den Neuverpflichtungen - allesamt männlich und konzernbekannt - tatsächlich so etwas wie eine Wende schafft, bleibt abzuwarten.











