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2,8 Mrd. Euro für Karten und Daten-Dienst
Audi, BMW und Daimler kaufen Nokias Here
Wenn die Transaktion voraussichtlich im dritten Quartal und nach der kartellrechtlichen Abnickung abgeschlossen ist, werden alle drei Untermnehmen Here-Anteilseigner in gleichem Umfang sein. "Keiner von ihnen strebt eine Mehrheit an", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Konzerne, das Konsortium werde sich nicht im Tagesgeschäft engagieren. Das Management soll unabhängig bleiben - und damit auch andere Autobauer als Kunden akquirieren.
Here schafft die Grundlage für die nächste Generation der Mobilität und ortsbezogener Dienste. Für die Autoindustrie ist dies die Basis für neue Assistenzsysteme bis hin zum vollautomatisierten Fahren. Dabei werden hochpräzise digitale Karten mit Echtzeit-Fahrzeugdaten verbunden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und neue, innovative Produkte und Dienstleistungen zu ermöglichen. Auf Grundlage der gemeinsamen Rohdaten können alle Automobilhersteller ihren jeweiligen Kunden differenzierte und markenspezifische Dienste anbieten.
Die derzeit statischen Here-Karten sollen in Zukunft mit einem ständigen Strom an Daten aus den Fahrzeugen noch exakter verifiziert und auf dem neuesten Stand gehalten werden. Das Trio wird diese Echtzeit-Daten auch als "Schwarmintelligenz" nutzen, um etwa Glatteis-Warnungen, die sich aus Einzelinformationen wie ABS-Eingriffen und Außentemperatur errechnen lassen, an andere betroffene Autos zu übermitteln. Dadurch, dass sie die Karten und Daten selbst besitzen, wollen sie diese besser gegen Hackerangriffe schützen. Und natürlich ist der Deal auch eine Kampfansage an Google und Apple.
Die Autohersteller zahlen nach Nokia-Angaben 2,8 Milliarden Euro für Here - mehr als zunächst kolportiert, aber wesentlich weniger, als Nokia über die Jahre investiert hat. Aktuell ist der Gewinn der Here-Sparte bei Nokia, die rund 6.500 Menschen beschäftigt, mit 28 Mio. Euro im ersten Halbjahr höchst überschaubar.











