archivmeldung Lesezeit ~ 3 Minuten
Zweitauflagen von Limousine und Schrägheck kommen noch 2012
Neuer Dacia Logan und Sandero: Schöner, trotzdem billig
Macht also Dacia jetzt den absehbaren Fehler, immer besser und schöner zu werden - und auch teurer? Nein, in letztem Punkt kann Entwarnung gegeben werden: Dacia bleibt der billigste Anbieter, die neuen Modelle dürften bei unveränderter Drei-Jahres-Garantie (100.000 km) kaum oder sogar gar nicht teurer werden als ihre Vorgänger - und dabei trotzdem besser und schöner.
Schöner ist dabei nicht zwingend gleichzusetzen mit "schön", doch der Fortschritt ist speziell beim Dacia Logan, einst als 5.000-Euro-Auto bekannt geworden, unübersehbar. Das Auto steht tatsächlich selbstbewusster auf den Rädern, wirkt weniger billig, trägt einen fast schon schicken Kühlergrill und Schweinwerfer, die nicht mehr so mickrig erscheinen. Auch die mehr aus einem Guss wirkende Seitenlinie und die Heckpartie mit nach wie vor ungeteilten, aber doch wesentlich aufgehübschten Rückleuchten wirkt wesentlich stimmiger als bisher. Lediglich das nun geteilte Seitenfenster in der hinteren Tür ist tendenziell ein Rückschritt.
Zumindest in den Topversionen mit in Wagenfarbe lackierten Türgriffen, Außenspiegeln und Stoßfänger muss man schon zwei Mal hinschauen, um den Logan noch als Billigprodukt zu entlarven, zumal zwar einige solcher Indizien wie die lange Antenne und die Klapptürgriffe geblieben, andere wie die sichtbaren Abschleppösen aber einer modernen Lösung gewichen sind. Dacia scheint hier, jedenfalls ausgehend von den ersten Fotos, nach dem Duster abermals eine Optik gelungen zu sein, die mit ihrer Gradlinigkeit viele Kunden ansprechen dürfte.
Der Logan ist weiterhin eine kleine Stufenhecklimousine - ein Konzept, das in vielen Ländern gut ankommt, in Deutschland dagegen traditionell nicht. Ob die Neuauflage hierzulande wieder angeboten wird, bleibt abzuwarten. Als Alternative steht der Sandero mit dem beliebteren Schrägheckkonzept zur Wahl; beide Modelle sind künftig optisch viel näher verwandt als bisher. Über die Zukunft des Kombi Logan MCV ist noch nichts bekannt; der Van Dacia Lodgy und der Schiebetüren-Hochdachkombi Dokker stehen zunächst als Alternative bereit. Auch bleibt zunächst unklar, was aus dem Sandero Stepway wird, den Dacia unlängst ohne jedes Facelift zum Stepway II erklärt hatte, der aber auf dem alten Modell basiert.
Zur Technik und zu Daten schweigt sich Dacia noch aus; Einzelheiten sollen erst auf der Messe vorgestellt werden. Nach unserem Kenntnisstand stehen die neuen Modelle nicht mehr auf einer Uralt-Plattform von Renault, sondern auf der ganz neuen, die auch der Clio IV nutzt. Entsprechend darf auch bei Fahrverhalten, Effizienz, Sicherheit und Raumökonomie Zugewinn erwartet werden. Während die Diesel nahezu unverändert bleiben, dürfte als Benziner der neue Dreizylinder Einzug halten, und ob das dann ein Fort- oder Rückschritt ist, ist wiederum Ansichtssache: Moderne Turbo-Technik und geringerer Norm-Verbrauch auf der einen stehen millionenfach bewährte Technik mit mehr Zylindern auf der anderen Seite gegenüber. Vermutlich wird Dacia den Kunden die Wahl lassen.
Fazit: Von der Papierform her waren die Billigheimer nie so interessant wie jetzt, und wenn die Grundpreise bei ungefähr 7.000 Euro bleiben, dann ist Dacia wohl tatsächlich etwas Interessantes gelungen: Mehr Status, aber nicht zu viel Status. Noch in diesem Jahr kommen Logan II und Sandero II zu den Händlern - und hoffentlich als Testwagen zu uns.












